Weltraumteleskop TESS: In alten Daten 10.000 Exoplaneten-Kandidaten entdeckt
TESS sucht seit 2018 nach Exoplaneten und hat schon tausende Kandidaten identifiziert. Jetzt kommen über 10.000 weitere hinzu, deren Bestätigung steht aber aus.
(Bild: NASA’s Goddard Space Flight Center)
Ein internationales Forschungsteam hat in den Beobachtungsdaten des NASA-Weltraumteleskops TESS Spuren von möglicherweise mehr als 10.000 unentdeckten Exoplaneten gefunden. Insgesamt handle es sich um genau 10.091 sogenannte Kandidaten, zu denen sie Eigenschaften wie die Umlaufzeit ermitteln konnten. Weitere 411 wurden nur einmal beobachtet, weshalb keine Bahnelemente berechnet wurden. Mit der Liste wird die Zahl der Kandidaten für Exoplaneten, die in TESS-Daten gefunden wurden, mehr als verdoppelt. Gleichzeitig hat Forschungsleiter Joshua Roth von der Universität Princeton gegenüber New Scientist aber darauf hingewiesen, dass das Weltraumteleskop bisher eine Falsch-Positiv-Rate von 50 Prozent aufweist. Aber selbst dann könnte sich die Zahl der bekannten Exoplaneten fast verdoppeln.
Aufholjagd von TESS
Für die Suche hat die Forschungsgruppe mehrere Aufnahmen des Weltraumteleskops kombiniert, um Exoplaneten zu finden, die um lichtschwächere Sterne kreisen. Der Transiting Exoplanet Survey Satellite sucht mittels der sogenannten Transitmethode, bei der vor ihrem Stern vorüberziehende Exoplaneten sich über die regelmäßige Abdunkelung verraten. Mit dem neuen Vorgehen wurde die maximale Distanz, in der TESS damit Exoplaneten finden kann, auf 6800 Lichtjahre verdoppelt. Bei den meisten neuen Kandidaten handelt es sich demnach um sogenannte Heiße Jupiter, also Gasriesen, die ihren Stern innerhalb weniger Tage eng umkreisen. Aber auch mögliche Supererden hat die Gruppe entdeckt. Roth selbst geht davon aus, dass insgesamt 3000 bis 5000 der Kandidaten bestätigt werden können.
Videos by heise
Die Suche nach Exoplaneten läuft in Stufen, die Identifizierung sogenannter Kandidaten ist ein Zwischenschritt. Damit die als Exoplaneten gezählt werden können, muss jeder durch Folgebeobachtungen bestätigt werden. Insgesamt kennen wir aktuell 6273 Exoplaneten, fast die Hälfte davon wurde allein mit dem NASA-Weltraumteleskop Kepler entdeckt. TESS liegt mit 882 bestätigten Entdeckungen noch deutlich dahinter, hat aber bis zuletzt schon 7927 Kandidaten geliefert. Dazu kommen die über 10.000 vorgestellten jetzt hinzu. Abhängig davon, wie schnell die Bestätigungen folgen, könnte die jetzt vorgestellte Forschungsarbeit also eine lange erwartete Aufholjagd einläuten. Die vorab einsehbare Arbeit wurde zur Veröffentlichung in der Astrophysical Journal Supplement Series angenommen.
Empfohlener redaktioneller Inhalt
Mit Ihrer Zustimmung wird hier eine externe Datenvisualisierung von Datawrapper GmbH geladen.
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Datawrapper GmbH übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
(mho)