Playstation 5: Aufregung um vermeintlich regelmäßige Online-Checks

Großer Ärger in der Playstation-Community: Mehrere Nutzer behaupten, dass PS5-Spiele nun alle 30 Tage einen Online-DRM-Check benötigen. Sony schweigt.

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Zwei Playstation-Controller auf einem Holztisch, im Hintergrund ein verwaschener Fernseher

(Bild: Shutterstock.com/Alena Veasey)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Müssen digital gekaufte Spiele für PS4 und PS5 nun alle 30 Tage ins Internet, um einen DRM-Check durchzuführen? Das behaupten mehrere Playstation-Nutzer im Netz. Die Behauptungen schlagen in der Community hohe Wellen – auch, weil Sony sich bislang nicht zu dem Thema äußern möchte.

Vor mehreren Tagen ist Playstation-Nutzern aufgefallen, dass die Nutzungslizenzen bei ihren neu gekauften PS4- und PS5-Spielen zeitlich auf 30 Tage begrenzt sind. Diese Information kann man in der Playstation-Oberfläche einsehen. Um die Lizenzen zu erneuern, müsse man das Spiel mit aktiviertem Internet starten. Üblicherweise stellen digitale Playstation-Spiele nach dem ersten Online-Spielstart eine unbefristete Nutzungslizenz aus. Der Schluss einiger Nutzer: Playstation-Spiele müssen künftig alle 30 Tage für einen DRM-Check ans Netz, sonst könne man sie nicht mehr offline starten.

Das Kernproblem dabei ist, dass diese Änderung in der Lizenzanzeige gerade erst entdeckt wurde. Niemand weiß also, ob Sony nach Ablauf einer 30-tägigen Frist wirklich einen neuen Online-Check setzt. Sony weigert sich aktuell, dazu Stellung zu beziehen. Auch Nachfragen von heise online wollte das Unternehmen nicht beantworten. Stattdessen kursieren im Netz verschiedene, oft widersprüchliche Aussagen des Playstation-Supports, die die Situation noch undurchschaubarer machen.

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Theorien gibt es viele: Einige Nutzer befürchten das Schlimmste und gehen davon aus, dass Sony tatsächlich alle 30 Tage einen DRM-Check setzt, ohne den ein Spiel offline nicht mehr gestartet werden kann, bis die Konsole erneut einmalig online geht. Andere vermuten einen schlichten Anzeigefehler. Eine plausible Theorie kommt von einem Nutzer im ResetEra-Forum, der mit zu verschiedenen Zeitpunkten gekauften Spielen experimentiert hat: Er hat den Verdacht, dass Sony nur während des 14-tägigen Rückgabezeitraums eine vorübergehende Lizenz ausstellt. Damit könnte Sony verhindern, dass Spieler ein Spiel kaufen, dann zurückgeben und die Lizenz für künftige Exploits behalten. Wird ein Spiel nach dem Rückgabezeitraum gestartet, könnte Sony dagegen wieder eine dauerhafte Lizenz ausstellen.

All das sind Spekulationen. Solange sich Sony weigert, die Situation zu kommentieren, hilft wohl nur Warten: In einigen Wochen dürfte sich zeigen, ob und wie Sony die Nutzungslizenzen von digitalen Playstation-Spielen wirklich befristet. Sollten sich die schlimmsten Befürchtungen bewahrheiten, kann sich Sony auf massive Kritik einstellen: Regelmäßige Online-Checks wollte Microsoft bereits mit der Xbox One einführen. Nach schweren Vorwürfen aus der Community nahm Microsoft davon aber wieder Abstand.

Auch auf dem PC ist ein einmaliger Online-Check bei vielen Spielen und Plattformen nötig, bevor ein Spiel offline gespielt werden kann. Bei Spielen mit Denuvo-Kopierschutz könnten bald zusätzliche Online-Checks auf Spieler zukommen: Einem Bericht von Tom’s Hardware zufolge haben Denuvo-Mutter Irdeto und 2K Games 14-tägige Online-Checks in den Spielen „NBA 2K25“, „NBA 2K26“ und „Marvel’s Midnight Suns“ eingeführt, weil der Kernel-Schutz von Denuvo mit einem Kernel-Bypass umgangen werden kann. Die Online-Checks seien dagegen nicht überbrückbar. Auch 2K hat diesen Schritt nicht bestätigt, Tom’s Hardware bezieht sich auf Informationen aus der Cracker-Szene.

(dahe)