Rokid bringt zwei Smart Glasses nach Deutschland

Heute starten in Deutschland die "Rokid Ai Glasses Neo" ohne Display und die "Rokid Glasses "mit Display. Die Brillen unterstĂĽtzen ChatGPT und Gemini.

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Rokid Smart Glasses auf Display-Ständer, schwarzer Rahmen mit integrierter Technik im Bügel, Nahaufnahme in unscharfer Umgebung

Die Rokid Glasses mit Display.

(Bild: Rokid)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Nachdem der chinesische Smart-Glasses-Hersteller Rokid in diesem und im vergangenen Jahr schon zwei verschiedene Smart Glasses auf Messen präsentiert hat, erfolgt heute der offizielle Verkaufsstart der beiden Geräte in Deutschland.

Das erste Gerät, die Rokid Ai Glasses Neo, verzichtet auf ein Display und positioniert sich bei Technik und Preis als Konkurrenz zu den Ray-Ban-Meta-Brillen. Wie diese setzt sie auf Lautsprecher, Mikrofone und eine Kamera. Letztere soll 4K-Videoaufnahmen in verschiedenen Bildformaten ermöglichen.

Bedient wird die smarte Brille über Sprachbefehle in zwölf Sprachen, Touch-Eingaben und Kopfgesten. Sie unterstützt die Übersetzung in 89 Sprachen. Für Menschen mit Sehschwäche werden Korrekturgläser bis zu ±15 Dioptrien angeboten. Dank eines Dual-Chip-Designs soll die Brille bis zu zwölf Stunden aktive Nutzung bieten.

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Das zweite Gerät sind die Rokid Glasses, die zusätzlich mit einem Dual-Display auf Basis von Micro-LEDs und Wellenleiter-Technologie aufwarten. Die digitale Anzeige bietet laut Rokid ein Sichtfeld von 30 Grad, eine Auflösung von 640 × 480 Pixeln und eine Helligkeit von bis zu 1500 Nits. Informationen erscheinen wie bei der Even Realities G2 in Grün. Mit der aktuell nur in den USA erhältlichen Meta Ray-Ban Display, die über eine vollfarbige Anzeige für das rechte Auge verfügt, lässt sich die Brille daher nur bedingt vergleichen.

Illustration des monochromen Displays, die nicht 1:1 der tatsächlichen Nutzererfahrung entsprechen muss.

(Bild: Rokid)

Das Display ermöglicht jedoch auch hier Funktionen, die mit bildschirmlosen Smart Glasses in dieser Form nicht möglich wären, darunter laut Rokid visuelle Navigationshilfen, Übersetzungen und Transkriptionen sowie eine Teleprompterfunktion. Korrekturgläser sind bei den Rokid Glasses nicht integriert, sondern werden über separat erhältliche magnetische Einsätze an der Brille befestigt.

Eine Besonderheit der Rokid-Brillen ist, dass sie zwei verschiedene KI-Modelle unterstĂĽtzen. Nutzer haben die Wahl zwischen ChatGPT von OpenAI und Gemini von Google.

Die bildschirmlosen Rokid Ai Glasses Neo kosten 449 Euro und positionieren sich damit zwischen den Ray-Ban Meta-Brillen der zweiten Generation (ab 419 Euro) und den neuen Optics-Modellen (ab 469 Euro), die für Menschen mit Sehschwäche und ganztägige Nutzung optimiert sind. Die Rokid Glasses mit monochromem Dual-Display sind ab 699 Euro erhältlich.

Rokid drängt in einen Markt, der von Meta dominiert wird: Der Konzern verkaufte im vergangenen Jahr sieben Millionen Geräte und hält laut einer jüngeren Studie über 80 Prozent Marktanteil. Doch die große Konkurrenz steht schon in den Startlöchern: Für dieses Jahr werden erste Smart Glasses von Google und Samsung erwartet und auch Apple soll entsprechende Geräte vorbereiten, die Berichten zufolge im nächsten Jahr auf den Markt kommen könnten.

(tobe)