Flugreisen: Bund will digitales Einchecken erleichtern

Die Bundesregierung ermöglicht künftig die digitale Verarbeitung von Ausweisdaten beim Check-in, um Wartezeiten an Flughäfen deutlich zu reduzieren.

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Eine Person ĂĽberreicht einem Beamten einen Reisepass und andere Reisedokumente.

Die manuelle Prüfung von Ausweisdokumenten ist künftig nicht mehr zwingend nötig – das geht dann auch digital.

(Bild: Robert Kneschke/Shutterstock.com)

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Die Bundesregierung hat am Mittwoch eine Gesetzesnovelle für die Digitalisierung der Fluggastabfertigung auf den Weg gebracht. Änderungen an verschiedenen Gesetzen sollen die Voraussetzungen schaffen, dass der Check-in an deutschen Flughäfen künftig auch rein digital erfolgen kann.

Die Änderungen am Passgesetz, am Personalausweisgesetz und dem Luftverkehrsgesetz sollen Luftfahrtgesellschaften ermöglichen, die Ausweisdokumente ihrer Passagiere digital abzufragen und die Daten zu verarbeiten. Damit können Passagiere künftig rein digital einchecken.

Die Bundesregierung rechnet mit einer deutlichen Reduzierung der Wartezeiten und spricht im Gesetzesentwurf von rund 1,1 Millionen Stunden pro Jahr, die Passagiere weniger warten mĂĽssten. Die dadurch entstehenden finanziellen Einspareffekte fĂĽr die Wirtschaft beziffert der Bund auf etwa 63 Millionen Euro im Jahr.

So kann künftig vor allem der manuelle Abgleich digitaler Buchungsdaten mit physischen Ausweisdokumenten entfallen, was den Prozess beim Einchecken beschleunigen soll. Die klassische Abfertigung bleibt aber weiterhin möglich. Die Bundesregierung hofft, dass die neuen Regeln bereits zur Hauptreisezeit im Sommer gelten können.

„Wir machen den Check-in-Prozess am Flughafen effizienter, reduzieren Wartezeiten spürbar und ermöglichen eine durchgängig digitale und sichere Abfertigung – auf freiwilliger Basis“, sagte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) am Mittwoch nach der Sitzung des Bundeskabinetts in Berlin.

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„Diese digitale Reisekette ist Teil unserer Entlastungsoffensive im Verkehrsbereich. Wir wollen schneller planen, digitaler arbeiten und unnötige Bürokratie konsequent abbauen”, sagte Schnieder. „So entlasten wir Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen.“

Die digitale Fluggastabfertigung ist eine Maßnahme, die das sogenannte Entlastungskabinett im November 2025 beschlossen hatte. Darüber hinaus plant die Bundesregierung „ein umfassendes Maßnahmenpaket zum Bürokratierückbau im Verkehrsbereich“, wie das Bundesverkehrsministerium mitteilt.

Die Gesetzesnovelle der Bundesregierung erfolgt vor dem Hintergrund der EU-BemĂĽhungen um digitale Ausweisdokumente sowie dem Digitalisierungstrend in der Reisebranche. Auch die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) entwickelt mit dem Systemdienstleister Amadeus digitale Reisedokumente (Digital Travel Credentials).

(vbr)