Musk vs. OpenAI: Milliardär wollte die volle Kontrolle über das KI-Labor
In Kalifornien ist der von Elon Musk angestrengte Prozess gegen OpenAI mit der Befragung des Milliardärs weitergegangen. Einmal kam ihm ein Tweet in die Quere.
(Bild: photosince/Shutterstock.com)
Im Rechtsstreit zwischen Elon Musk und der Führung von OpenAI wurde der Milliardär am Mittwoch vom Anwalt der Gegenseite befragt. Dabei hat sich Musk geweigert, auch einfache Fragen direkt zu beantworten. Das berichtet The Verge. Demnach hat sich das Bild verfestigt, dass Musk seine finanzielle Unterstützung für das KI-Labor erst zurückgezogen hat, als sich herausstellte, dass er nicht die volle Kontrolle darüber bekommen würde.
Musk wollte demnach vier von sieben Sitzen im Vorstand und 51 Prozent der Anteile. Als er das nicht bekam, habe er die Finanzierung eingestellt und den damaligen OpenAI-Forscher Andrej Karpathy zu Tesla geholt. Schon lange vorher hatte er in einer E-Mail erklärt, dass die Einrichtung von OpenAI als gemeinnützig ein Fehler gewesen sein könnte: „Das Gefühl der Dringlichkeit ist nicht so groß“, meint er. Das Kreuzverhör wird am Donnerstag fortgesetzt.
Vom eigenen Tweet entkräftet
Im Rahmen der Befragung erklärte Musk, dass er OpenAI anfangs mit insgesamt 38 Millionen US-Dollar finanziert hat: „Ich war ein Dummkopf, der ihnen kostenloses Startkapital für die Gründung eines Start-ups zur Verfügung gestellt hat“, zitiert ihn das Wall Street Journal. Musk ergänzte, er habe damit kostenlos den Grundstein für ein Unternehmen gelegt, das heute rund 800 Milliarden US-Dollar wert sei. Der Anwalt der Gegenseite wies demnach darauf hin, dass die Geldspenden Musk Steuernachlässe gebracht haben dürften. Musk habe diesbezügliche Nachfragen als Trick kritisiert, die ihn aufs Glatteis führen sollten. Im Rahmen der Befragung hat Musk dem Bericht zufolge noch eingestanden, dass seine KI-Firma xAI ein Konkurrent von OpenAI sei. Seine Behauptung, dass sein Elektroautokonzern Tesla nicht an künstlicher allgemeiner Intelligenz (AGI) arbeitet, sei durch die Einblendung eines dem widersprechenden Tweets entkräftet worden.
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In dem Verfahren (Az. 4:24-cv-04722) geht es um eine Klage, die Elon Musk vor zwei Jahren gegen seine ehemaligen Geschäftspartner eingereicht hat. Der Milliardär war drei Jahre lang im Vorstand von OpenAI, ist aber ausgeschieden, bevor die KI-Firma mit ChatGPT den aktuellen KI-Hype ausgelöst und später ein gewinnorientiertes Tochterunternehmen gegründet hat. Er wirft den Verantwortlichen vor, damit gegen die Gründungsvereinbarung verstoßen zu haben, in der festgelegt wurde, dass OpenAI eine sogenannte Artificial General Intelligence (AGI) zum Wohle der Menschheit entwickeln würde und nicht zur Gewinnmaximierung Einzelner. Als AGI wird ein KI-System bezeichnet, das jede intellektuelle Aufgabe wie ein Mensch verstehen und ausführen kann.
(mho)