Qualcomm & Mediatek: Smartphone-Herstellung bricht ein
Die Speicherkrise materialisiert sich in den Zahlen der größten Smartphone-Prozessorzulieferer Qualcomm und Mediatek.
(Bild: Andreas Wodrich / heise medien)
Die weltweit größten Zulieferer von Mobilprozessoren für Android-Smartphones zeigen die Auswirkungen der Speicherkrise. Bei Mediatek brach der Umsatz mit Smartphone-Prozessoren schon im ersten Quartal 2026 sequenziell um 18 Prozent ein. Qualcomm erwartet dagegen im zweiten Kalenderquartal 2026 einen Umsatzrückgang von 18 Prozent mit Snapdragon-Prozessoren für Smartphones.
Mediatek ist unter anderem früher betroffen, weil die Firma vor allem Billigprozessoren für die Einstiegs- und Mittelklasse verkauft. Hier wirken sich hohe Speicherpreise als Erstes negativ aus. Zuletzt setzte die Firma knapp 2,4 Milliarden US-Dollar mit Smartphone-Prozessoren um. Qualcomms Snapdragons stecken hingegen öfter in teureren Smartphones. Die Firma setzte im ersten Quartal noch gut sechs Milliarden US-Dollar mit Mobilchips um. Im zweiten Quartal sollen es rund 4,9 Milliarden US-Dollar werden. Der Jahresvergleich sieht mit einem erwarteten Rückgang von 22 Prozent noch schlechter aus.
Zu den Zahlen im ersten Quartal sagte Qualcomms Finanzchef Akash Palkhiwala in einer Analystenkonferenz: „Der Umsatz […] entsprach den Erwartungen, da die OEMs bei der Handyproduktion aufgrund der Auswirkungen der schwierigen Speicherlage weiterhin zurückhaltend sind.“
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Tiefpunkt im zweiten Quartal denkbar
Zumindest in China erwartet Qualcomm in den nächsten Monaten den Tiefpunkt. Ab dem dritten Kalenderquartal soll es wieder graduell hochgehen. Zwischen den Zeilen wird klar: Bis der Markt wieder das Niveau von vor der Speicherkrise erreicht, kann einige Zeit vergehen.
Marktbeobachter erwarten über das gesamte Jahr betrachtet einen Verkaufsrückgang von mindestens acht Prozent. Das entspräche rund 1,15 bis 1,2 Milliarden Smartphones. Mediateks Ausblick ist noch schlechter: Ein Einbruch von 15 Prozent sei möglich.
Qualcomms Aktie schieĂźt dank KI-Ausblick hoch
Qualcomms Aktie ist nach Bekanntgabe des Geschäftsberichts nur wegen eines Ausblicks auf eigene KI-Chips hochgeschossen. CEO Cristiano Amon sagte, dass Qualcomm im Dezember erste Custom-Chips an einen Hyperscaler ausliefern will. Um was für einen Chip es sich handelt, verschwieg Amon. Die Liefermengen dürften zu Beginn allerdings gering sein.
„Darüber hinaus schreitet die Entwicklung unserer führenden Rechenzentrums-CPUs und hochleistungsfähigen KI-Inferenzbeschleuniger gut voran“, führte der Firmenchef aus.
Mediateks Aktie ist nach dem eigenen Geschäftsbericht leicht im Plus. Die Firma agiert bei KI-Chips vor allem im Hintergrund durch Designhilfe bei Beschleunigern, unter anderem bei Googles neuer TPU-Generation. Wachstum bei KI-Chips soll den schwächelnden Smartphone-Markt ausgleichen.
Quartalsgewinne
SpartenĂĽbergreifend setzte Qualcomm im vergangenen Quartal 10,6 Milliarden US-Dollar um. Der Nettogewinn von 7,4 Milliarden US-Dollar ist nur aufgrund einer milliardenschweren Steuerwertberichtigung so hoch. Der Gewinn vor Steuern lag mit 2,2 Milliarden US-Dollar etwas unter dem Vorjahresergebnis, ebenso der Umsatz.
Im jetzt laufenden Quartal erwartet Qualcomm insgesamt 9,2 Milliarden bis 10 Milliarden US-Dollar Umsatz. Wachstum in Sparten wie Auto-Prozessoren gleichen das schwächelnde Smartphone-Geschäft etwas aus.
Mediateks Gesamtumsatz lag bei gut 4,7 Milliarden US-Dollar, der Nettogewinn bei 771 Millionen US-Dollar. Einen Quartalsausblick veröffentlicht Mediatek wie andere asiatische Unternehmen nicht.
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(mma)