Exoplaneten: AuĂźer Supererden unerwartet wenige Sub-Neptune bei Roten Zwergen

Die meisten Sterne in der MilchstraĂźe sind Rote Zwerge. Welche Exoplaneten es dort gibt, war schwierig herauszufinden. Nun gibt es eine unerwartete Entdeckung.

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Eine gleichmäßig blaue Kugel, im Hintergrund ein gelber Stern und dahinter der Sternenhimmel

Künstlerische Darstellung eines Sub-Neptuns vor einem sonnenähnlichen Stern

(Bild: NASA, ESA, CSA, Dani Player (STScI))

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Der häufigste Planetentyp um sonnenähnliche Sterne kommt fast überhaupt nicht um die mit Abstand häufigste Sternenklasse in der Milchstraße vor. Das hat eine Analyse der bislang entdeckten Exoplaneten ergeben, die jetzt vorgestellt wurde. Während um sonnenähnliche Sterne vorwiegend dem Neptun ähnelnde, aber kleinere Himmelskörper sowie Gesteinsplaneten entdeckt werden, die größer sind als die Erde, gebe es erstere fast überhaupt nicht um Rote Zwergsterne. Dort seien die sogenannten Supererden die dominierende Form von Exoplaneten. Das lege nahe, dass sich die Planetenentstehung um diese beiden Arten von Sternen grundlegend unterscheidet.

Wie die für die Analyse verantwortliche Forschungsgruppe erläutert, haben die sogenannten Sub-Neptune und die Supererden für fast ein Jahrzehnt die Listen der entdeckten Exoplaneten dominiert. Das lag aber auch daran, dass die Suche nach Begleitern von Roten Zwergsternen durch deren geringe Helligkeit erschwert wurde. Erst das Weltraumteleskop TESS (Transiting Exoplanet Survey Satellite) habe das geändert und umfangreiche Einblicke in die Population der Exoplaneten bei dieser mit Abstand häufigsten Sternenklasse ermöglicht. Die Analyse der inzwischen vorliegenden Daten habe nun ergeben, dass es dort fast überhaupt keine Sub-Neptune gibt. Es handle sich um eine Entdeckung, „die die bestehenden Theorien zur Planetenentstehung infrage stellt“.

Aktuell geht man davon aus, dass der Unterschied zwischen den Sub-Neptunen und Supererden auf einem Prozess beruht, bei dem intensive Strahlung eines Sterns die Atmosphäre eines Planeten regelrecht hinwegfegt, erklärt das Team. Rote Zwergsterne sind dafür zwar aktiv genug, aber trotzdem sollten Sub-Neptune dort nicht komplett verschwinden. Weil das aber der Fall sei, liege es nahe, dass dort schon bei der Entstehung der Planeten solche mit viel Wasser gegenüber solchen mit einer gasreichen Atmosphäre bevorzugt werden. Das müsse jetzt weiter erforscht werden.

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„Es war schon erstaunlich zu erfahren, dass die in unserer Galaxie am häufigsten vorkommenden Planeten in unserem eigenen Sonnensystem nicht existieren“, ruft ruft Forschungsleiter Ryan Cloutier in Bezug auf Sub-Neptune und Supererden in Erinnerung. Habe man lange Zeit nur das Sonnensystem als Beispiel gehabt, um Planeten zu erforschen, habe man inzwischen eine viel umfangreichere Datengrundlage und die sorge jetzt dafür, dass wir Annahmen umschreiben müssen: „Wenn wir die Entstehung der Planeten und die Entstehung des Lebens verstehen wollen, brauchen wir ein umfassendes Bild davon, wie Planeten entstehen und woraus sie bestehen. Diese Forschung bringt uns diesem Ziel näher.“ Die Analyse wurde in The Astronomical Journal veröffentlicht.

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(mho)