US-Militär will MQ-9A-Reaper-Drohne zu Drohnenmutterschiff ausbauen
Die Langstreckendrohne MQ-9A Reaper soll zu einem Drohnenmutterschiff umfunktioniert werden. Sie setzt Drohnen ab und koordiniert deren jeweiligen Missionen.
(Bild: General Atomics)
Das US-Militär beabsichtigt, das Aufgabenspektrum der Langstreckendrohne MQ-9A Reaper, die von dem Rüstungsunternehmen General Atomics hergestellt wird, zu erweitern. Wie aus einem Budgetantrag (PDF) des U.S. Special Operations Command (SOCOM) hervorgeht, soll die autonome Drohne zu einem Drohnenmutterschiff ausgebaut und zu einer fliegenden Kommandozentrale für verschiedene Drohnenklassen umfunktioniert werden. Dadurch ließen sich anspruchsvollere Einsatzszenarien realisieren, heißt es vom SOCOM.
Die rund 11 m lange MQ-9 Reaper mit gut 20,1 m Spannweite ist eigentlich eine Angriffs- und Aufklärungsdrohne, die mit einer Reichweite von etwa 1850 km und einer Marschgeschwindigkeit von bis zu 313 km/h (mit externer Last) tief in feindliches Hinterland vordringen kann.
Die Eigenschaften der Drohne will das SOCOM nun dazu nutzen, um sie zu einem fliegenden Führungs- und Kontrollzentrum für Drohnen unter anderem aus Schwarm-Trägerkapseln umzubauen. Die Idee geht auf die Initiative „Adaptive Airborne Enterprise“ zurück. Die MQ-9A Reaper könnte so Drohnen in feindlichem Gebiet absetzen und ein Drohnen-Netzwerk koordinieren, um Aufklärungs- und Zielbekämpfungsmissionen etwa im umkämpften Hinterland durchzuführen, ohne dass dabei Soldaten gefährdet werden müssen.
Die Kosten für den Umbau der Reaper-Drohnen inklusive 93 Drohnen der Gruppe 2 (bis zu 25 kg), zehn Drohnen der Gruppe 3 (bis 599 kg) sowie 16 Schwarm-Trägerkapseln mit kleineren Drohnen und fünf Bodensystemschnittstellen zur Mensch-Maschine-Interaktion sollen dadurch im Fiskaljahr 2026 deutlich ansteigen: von 24,88 Millionen US-Dollar auf 75,841 Millionen Dollar.
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Wie viele Drohnen mit einer Reaper koordiniert werden können, ist unklar. Die damit transportierten und koordinierten Drohnen können jedoch zu unterschiedlichen Zwecken eingesetzt werden. Gruppe 2 Drohnen eignen sich etwa für Aufklärungsmissionen in einer Operationshöhe von 1067 m. Schwere Gruppe-3-Drohnen sind mit ihren besseren Tarnkappeneigenschaften in einer Operationshöhe von 5846 m unterwegs und eignen sich eher zur Zielbekämpfung, beispielsweise der Luftverteidigungsinfrastruktur. Die kleineren Drohnen aus den Trägerkapseln können in größerer Anzahl abgesetzt und gemeinsam Aufklärungsmissionen übernehmen oder Ablenkungsmanöver durchführen.
(olb)