Radiant Mobile baut auf Jesus ausgerichtetes Mobilfunknetz mit Pornofilter auf

Der US-Mobilfunkanbieter Radiant Mobile geht mit einem auf Jesus ausgerichteten Mobilfunkdienst an den Start. Der schlieĂźt bestimmt Inhalte komplett aus.

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Smartphone mit einem Kreuz auf dem Bildschirm in der Hand einer Frau

(Bild: PUWADON SANG / Shutterstock.com)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Ein sauberes Mobilfunknetz für Christen in den USA – das ist die Idee von Radiant Mobile. Das Mobilfunknetz bietet verschiedene Filter an, die den Zugang zu pornografischen und anderen Inhalten blockieren.

„Wir werden ein Umfeld schaffen – und wir denken, dass wir jedes Recht dazu haben –, das auf Jesus ausgerichtet ist, frei von Pornografie, frei von LGBT und frei von Trans“, sagte Radiant-Mobile-Gründer Paul Fisher dem US-Wissenschaftsmagazin MIT Technology Review. Das Mobilfunkangebot ist ab dem 5. Mai verfügbar.

Radiant Mobile arbeitet laut Fisher mit dem israelischen Cybersicherheitsunternehmen Allot zusammen, um bestimmte Inhaltskategorien zu blockieren. Neben Pornografie sind das beispielsweise Filter für Gender-, LGBT- und Trans-Inhalte, Gaming, Gewalt oder Selbstverletzung. Einige Kategorien, darunter der Porno-Filter, sind standardmäßig gesperrt und können auch von erwachsenen Nutzern nicht deaktiviert werden.

Filtern auf Netzebene ist nicht unüblich: So filtern etwa manche US-Netzbetreiber Websites, die notorisch dafür sind, Malware zu verbreiten. Viele bieten Eltern auch die Möglichkeit, Filter einzurichten, die den minderjährigen Kindern den Zugang zu ungeeigneten Inhalten verwehren. Neu hingegen ist, dass ein US-Mobilfunkanbieter Filter auf Netzwerkebene einsetzt, die auch von erwachsenen Kunden nicht deaktiviert werden können.

Um Inhalte zu filtern, werden dabei Websites in mehr als hundert Kategorien eingeteilt. Wird eine Website aus einer der Kategorien aufgerufen, wird diese nicht geladen. Viele Websites lassen sich jedoch nicht eindeutig einer bestimmten Kategorie zuordnen.

Das bedeutet, dass am Ende Fisher und seine Mitstreiter darüber entscheiden, was ihre Kunden zu sehen bekommen und was nicht. Das erinnert stark an die Filter, die autoritäre Regime einsetzen, um zu regulieren, welche Inhalte und Angebote ihre Untertanen aufrufen dürfen.

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Radiant Mobile betreibt kein eigenes Netz, sondern tritt als Mobile Virtual Network Operator (MVNO) auf, der Bandbreite von einem Netzbetreiber kauft, in dem Fall T-Mobile. Der Netzbetreiber teilte dem Magazin mit, dass T-Mobile keine eigenen Geschäftsbeziehungen zu Radiant Mobile unterhalte. Dafür sei der MVNO-Manager CompaxDigital zuständig. Zu den Filtermaßnahmen des MVNO wollte sich das Unternehmen nicht äußern.

(wpl)