Kinderschutz: New Mexico fordert Milliardenstrafe und App-Anpassungen von Meta
In New Mexico hat der zweite Teil eines Verfahrens gegen Meta begonnen, in dem es um die Schädigung von Minderjährigen geht. Die Forderungen sind weitreichend.
(Bild: JarTee/Shutterstock.com)
Nachdem eine Jury Meta zur Zahlung einer Millionenstrafe wegen wissentlicher Schädigung von Kindern verurteilt hat, fordert das Justizministerium von New Mexico 3,7 Milliarden US-Dollar und umfangreiche Änderungen an Facebook & Co. Das berichtet die Lokalzeitung Santa Fe New Mexican nach dem Auftakt am Montag. Es handelt sich um den zweiten Teil eines Verfahrens, dessen erster Teil mit einer Geldstrafe über 375 Millionen US-Dollar gegen Meta geendet hat, weil der Facebook- und Instagram-Konzern wissentlich die Gesundheit von Kindern gefährdet haben soll. Jetzt muss über Konsequenzen entschieden werden, und New Mexicos Attorney General Raúl Torrez hat dafür weitreichende Forderungen gestellt.
Funktionierende Altersverifizierung
Neben der Milliardenstrafe fordert Torrez demnach, dass Meta auf seinen Plattformen eine Altersverifizierung umsetzt, die zu 99 Prozent korrekt funktioniert, berichtet die Zeitung. Zudem solle jegliche Kommunikation zwischen Minderjährigen und Usern blockiert werden, die aus Gegenden stammen, die als Brennpunkte sexueller Ausbeutung identifiziert wurden. Benachrichtigungen von Instagram & Co. sollen während der Schulzeit eingeschränkt und die Gesamtzeit, die Minderjährige auf Metas Plattformen zubringen dürfen, begrenzt werden. Zudem sollen die Algorithmen geändert werden, die darüber entscheiden, was Minderjährige zu sehen bekommen. Das automatische Abspielen von Inhalten und das endlose Scrollen sollen für sie komplett abgeschaltet werden, ergänzt Reuters noch.
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Laut der Nachrichtenagentur hat ein Anwalt von Meta erklärt, dass der Konzern zu Änderungen bereit sei. Was Torrez fordert, gehe aber zu weit. Sollten sie umgesetzt werden müssen, würde es für Meta „unhaltbar“, den Betrieb in dem US-Bundesstaat fortzuführen: „Das ist kein PR-Gag, das ist keine Drohung“, habe er behauptet. Torrez hat den Vorwurf demnach zurückgewiesen und gemeint, „nichts von dem, was wir fordern, ist technisch undurchführbar oder unpraktisch“. Die Änderungen seien lediglich kostspielig. Es würde sich aber lohnen, ein Umfeld zu schaffen, in dem Familien sicher wären. Der zuständige Richter hat demnach versprochen, dass Missstände behoben werden. Er sei aber kein Gesetzgeber.
(mho)