FrĂĽherer Nintendo-Chef berichtet von Konflikt mit Amazon

Amazon soll Nintendo gedrängt haben, Konsolen beim Online-Händler billiger anzubieten als anderswo. Er habe das abgelehnt, berichtet ein früherer Nintendo-Chef.

vorlesen Druckansicht 2 Kommentare lesen
Reggie Fils-Aimé

Reggie Fils-Aimé zu seiner Zeit als US-Chef von Nintendo.

(Bild: Nintendo)

Lesezeit: 2 Min.
close notice

This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Amazon soll von Nintendo Hilfe dabei gefordert haben, Spielkonsolen günstiger als Mitbewerber anzubieten. Dafür habe Amazon Nintendo um finanzielle Unterstützung gebeten, berichtet der frühere US-Chef von Nintendo, Reggie Fils-Aimé, bei einem Gespräch an der New York University. Dabei bezeichnete er die Vorschläge von Amazon als „illegal“. Seine Ausführungen geben einen interessanten Einblick in ein Verhältnis, das auch heute noch als schwierig gilt.

Laut Reggie Fils-Aimé wollte Amazon vor allem den US-amerikanischen Retailer Walmart beim Preis schlagen. Ein Amazon-Manager habe in einem Telefonat eine „obszöne Menge“ an finanziellem Support eingefordert, erklärte Fils-Aimé bei der Universitätsveranstaltung. Er habe den Vorschlag mit dem Hinweis abgelehnt, das Vorgehen sei illegal, erklärt Fils-Aimé. Nähere Details zur Natur der Amazon-Forderungen nannte der frühere Nintendo-Manager nicht.

Fils-Aimé berichtet nicht exakt, wann sich der Vorfall ereignet haben soll. Er spricht davon, dass das Telefonat „gegen Ende der Wii- und DS-Generation“ stattgefunden haben soll, also mutmaßlich Ende der 2000er-Jahre bis Anfang der 2010er-Jahre. Laut Fils-Aimé haben die Forderungen von Amazon dazu geführt, dass Nintendo zwischenzeitlich gar keine Geräte mehr beim Online-Händler anbot. Es sei dabei auch darum gegangen, Amazon zu demonstrieren, dass man sich nicht umherschubsen lasse.

Das Verhältnis zwischen Nintendo und Amazon gilt weiterhin als schwierig. Auch die Switch 2 war zum Marktstart nicht bei Amazon verfügbar: Laut einem Bericht des Wirtschaftsnachrichtendienstes Bloomberg war Nintendo darüber verärgert, dass Drittanbieter im Amazon-Marktplatz die Preisempfehlung der Mobilkonsole unterboten haben. Später haben beide Parteien den Konflikt ausgeräumt, die Switch 2 kann nun auch bei Amazon gekauft werden.

Videos by heise

Reggie Fils-Aimé hatte seine Position als US-Chef von Nintendo zu diesem Zeitpunkt bereits abgegeben: Er schied 2019 aus der Firma aus. Seinen Vortrag an der New York University kann in voller Länge auf Twitch angeschaut werden. Die Ausführungen über die Forderungen von Amazon beginnen ab Minute 40.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

Mit Ihrer Zustimmung wird hier ein externer Preisvergleich (heise Preisvergleich) geladen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen (heise Preisvergleich) übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

(dahe)