Studie: Personalabbau wegen KI ist kein Rendite-Garant

Leute feuern plus KI-Investitionen gleich mehr Profit – auf diese Gleichung können sich Unternehmen laut Gartner nicht unbedingt verlassen.

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Ein Kopf einer Person mit der Aufschrift AI

(Bild: photoschmidt / Shutterstock.com)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Menschliche Angestellte wegen KI einzusparen, zahlt sich für Unternehmen nicht zwangsläufig aus, wie eine Umfrage der Marktforscher von Gartner ergeben hat. Rund 80 Prozent der befragten Firmen, die eine KI-basierte Automatisierung von Geschäftsmodellen erproben, hätten demnach auch Personal abgebaut. Dieser Stellenabbau habe sich jedoch nicht für alle in einer verbesserten Kapitalrendite niedergeschlagen.

Die Umfrage ergab demnach, dass die Personalabbauquoten bei den Befragten, die eine höhere Rendite durch autonome Technologien verzeichneten, und denen, die nur bescheidene Gewinne oder negative Ergebnisse erzielten, nahezu gleich waren. „Personalabbau mag zwar finanziellen Spielraum schaffen, führt aber nicht zu Erträgen", erläutert Gartner-Analystin Helen Poitevin das Ergebnis der Umfrage. Den Ansatz vieler CEOs, mit Entlassungen schnelle Erträge aus KI zu erzielen, hält sie für verfehlt.

"Unternehmen, die ihren Return on Investment verbessern, sind nicht diejenigen, die den Bedarf an Mitarbeitern beseitigen, sondern diejenigen, die deren Potenzial durch gezielte Investitionen in Kompetenzen, Rollen und Betriebsmodelle steigern, die es Menschen ermöglichen, autonome Systeme zu steuern und zu skalieren“, führte Poitevin aus. Befragt wurden 350 Führungskräfte aus Unternehmen, die einen Jahresumsatz von mindestens einer Milliarde US-Dollar machen und aktuell KI-Agenten und vergleichbare Automatisierungstechnologien testen oder einführen.

Die Marktforscher von Gartner prognostizieren, dass die Ausgaben für KI-Agenten-Software im Jahr 2026 206,5 Milliarden US-Dollar erreichen werden und im Jahr 2027 376,3 Milliarden US-Dollar. Das wäre ein deutlicher Anstieg gegenüber den 86,4 Milliarden US-Dollar aus dem Jahr 2025.

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Im Szenario von Gartner bedeutet die Zunahme an autonom agierenden Maschinen aber auch einen steigenden Bedarf an menschlichen Arbeitskräften. Dabei gehe es um neue Arbeitsformen, die die KI nicht übernehmen kann. „Anhaltende strukturelle Faktoren wie der demografische Rückgang und vertrauensabhängige Konsumentenentscheidungen werden dafür sorgen, dass menschliche Talente für den Betrieb, die Steuerung und die Skalierung autonomer Unternehmen weiterhin von zentraler Bedeutung bleiben“, sagte Poitevin. Unter dem Strich werde autonomes Wirtschaften mehr Arbeit für Menschen schaffen, nicht weniger, schätzt sie.

(axk)