eBay-Übernahme: GameStop-CEO lässt Fragen offen, will aber Stellen kürzen
Zur geplanten Übernahme von eBay durch GameStop sind zentrale Fragen weiterhin unbeantwortet. Gleichzeitig kündigt Ryan Cohen drastische Stellenkürzungen an.
(Bild: JHVEPhoto/Shutterstock.com)
Während die Zweifel an der Finanzierung einer Übernahme von eBay durch GameStop wachsen, hat der dafür verantwortliche GameStop-CEO Ryan Cohen angekündigt, im Erfolgsfall drastisch Stellen bei eBay streichen zu wollen: „Ich könnte das Geschäft von meinem Haus aus führen […] eBay braucht nicht 11.500 Angestellte“, erklärte der Geschäftsmann in einem Interview mit dem Podcast TBPN. Kostensenkungen seien die einzige Möglichkeit, das Geschäft von eBay effizienter zu machen. Vorher hatte ein anderes Interview für Aufsehen gesorgt, weil Cohen auch auf mehrmalige Nachfragen hin nicht erklären wollte oder konnte, woher die fehlenden rund 16 Milliarden US-Dollar für die Übernahme kommen sollen.
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Dass GameStop eBay für 56 Milliarden US-Dollar übernehmen will, hat der US-Videospielhändler am Wochenende publik gemacht. Dabei war der bekannte Online-Marktplatz vor der Bekanntmachung rund 46 Milliarden US-Dollar wert, GameStop lediglich 12 Milliarden. Laut GameStop stehen für die Übernahme Barreserven in Höhe von 9,4 Milliarden US-Dollar und eine Finanzierungszusage über 20 Milliarden US-Dollar von der Bank TD Securities zur Verfügung. Im Rahmen des Übernahmeangebots hat GameStop zudem mitgeteilt, bereits fünf Prozent der Aktien an eBay zu halten. Der Videospielhändler verspricht darin auch noch, die jährlichen Kosten bei eBay nach einer Übernahme innerhalb von 12 Monaten um insgesamt zwei Milliarden US-Dollar zu senken.
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In dem Interview mit CNBC hat Cohen nicht ausgeführt, woher das fehlende Geld für die Übernahme kommen soll, sein Unternehmen hat vorher erklärt, dass der Rest aus eigenen Aktien finanziert werden soll. Die müssten dafür aber extrem verwässert werden. Bei Bloomberg hat der Ex-Investmentbanker Matt Levine inzwischen vorgerechnet, dass der Aktienkurs von GameStop in diesem Fall enorm fallen würde. Sollte die eBay-Übernahme trotzdem gelingen, würden eBay-Aktionäre einen viel größeren Anteil an dem entstandenen Unternehmen halten. Gewissermaßen würde eBay damit GameStop übernehmen und nicht umgekehrt. Levine weist zudem darauf hin, dass GameStop im Moment weder über das Geld noch die Aktien verfügt, mit denen der Kauf finanziert werden soll.
(mho)