OpenAI verbessert das ChatGPT, das fast alle nutzen
Das neue Standardmodell GPT-5.5 Instant soll laut OpenAI weniger halluzinieren, prägnantere Antworten liefern und stärker persönlichen Kontext einbeziehen.
(Bild: Tada Images/Shutterstock.com)
OpenAI tauscht das Standardmodell von ChatGPT aus und verändert damit die Version des Chatbots, mit dem die meisten Benutzer im Alltag in Berührung kommen. Bei mittlerweile mehr als 900 Millionen wöchentlich aktiven ChatGPT-Nutzern ist das Update mehr als nur ein technisches Detail.
Laut internen Tests soll GPT-5.5 Instant bei besonders kritischen Anfragen etwa aus Medizin, Recht und Finanzen rund 52 Prozent weniger halluzinierte Aussagen liefern als das vorangegangene Modell. In besonders schwierigen, von Nutzern als fehleranfällig markierten Gesprächen habe sich die Zahl ungenauer Aussagen zudem um etwa 37 Prozent verringert, behauptet OpenAI in der Ankündigung des neuen Modells. Zudem beschreibt das Unternehmen GPT-5.5 Instant als insgesamt leistungsfähiger im Alltag, etwa bei der Analyse von Fotos und Bildern, bei Antworten auf naturwissenschaftliche und technische Fragen sowie bei der Entscheidung, wann eine Websuche für eine bessere Antwort sinnvoll ist.
GPT-5.5 Instant ersetzt das bisherige Standardmodell GPT-5.3 Instant, während das vor knapp zwei Wochen eingeführte GPT-5.5 Thinking weiterhin für anspruchsvollere Anwendungsfälle wie Programmierung, Recherche und mehrstufige Analysen vorgesehen ist.
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Auch die Art und Weise, wie ChatGPT kommuniziert, soll überarbeitet worden sein, mit einem natürlicheren Ton und Antworten, die stärker auf den Punkt gebracht sind. OpenAI spricht im Schnitt von rund 26 Prozent weniger Wörtern und 36 Prozent weniger Zeilen. Zudem stellt das Modell weniger unnötige Rückfragen und verzichtet auf überflüssige Emojis.
Gleichzeitig soll GPT-5.5 Instant vorhandenen Kontext aus früheren Chats, Dateien oder Gmail stärker in Antworten einbeziehen und damit persönlicher wirken. Das Modell soll dabei selbst entscheiden, wann zusätzlicher Kontext sinnvoll ist, und schneller auf relevante frühere Inhalte zurückgreifen als GPT-5.3 Instant.
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Mit der neuen Funktion „Memory Sources“ können ChatGPT-Nutzer in begrenztem Umfang einsehen, auf welchen Kontext dabei zugegriffen wurde, und diesen beeinflussen, etwa indem sie frühere Chats löschen oder gespeicherte Erinnerungen anpassen. Nutzer mit Datenschutzbedenken können zudem temporäre Chats verwenden, die auf das Speichern und Aktualisieren von Kontext verzichten. Beim Teilen eines Chats bleiben die zur Personalisierung genutzten Kontextinformationen verborgen.
GPT-5.5 Instant wird derzeit für alle ChatGPT-Nutzer freigeschaltet. Für zahlende Nutzer bleibt das bisherige Standardmodell noch drei Monate optional verfügbar, bevor es eingestellt wird. Die verbesserte Kontextualisierung wird zunächst Plus- und Pro-Nutzer im Web erreichen, soll bald aber auch auf Mobilgeräten verfügbar sein und in den kommenden Wochen auf weitere Tarife ausgeweitet werden. Die Funktion „Memory Sources“ wird zunächst für alle ChatGPT-Nutzer im Web freigeschaltet und folgt in Kürze auf Mobilgeräten.
(tobe)