„Eve Online“ wird zum „Übungsplatz“ für DeepMind-KI

Das Sci-Fi-Spiel „Eve Online“ gilt als einzigartig komplex. Google DeepMind will darin nun KI-Modelle trainieren und investiert in das Entwicklerstudio.

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Screenshot aus Eve Online

(Bild: Fenris Creations)

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Google DeepMind will KI-Modelle in der Sci-Fi-Simulation „Eve Online“ testen. Dafür investiert die Forschungsfirma in das isländische Entwicklerstudio hinter dem Online-Spiel, geht aus einer Pressemitteilung hervor. Die genaue Höhe der Investition ist nicht bekannt. Zuvor hatte sich das lange als CCP Games bekannte Studio für 120 Millionen US-Dollar vom Publisher Pearl Abyss losgekauft und sich in Fenris Creations umbenannt.

Ziel der Kooperation sei es, das Verständnis von Intelligenz in komplexen, dynamischen Systemen zu vertiefen, heißt es in der Mitteilung von Fenris Creations. „Die Zusammenarbeit wird Bereiche wie langfristige Planung, Gedächtnis und kontinuierliches Lernen untersuchen und dabei ‚EVE Online’ als einzigartige Forschungsumgebung nutzen.“

„Eve Online“ lässt Spieler in einem simulierten Universum ihren Weg gehen. Das MMO-Spiel bildet dabei nicht nur riesige Raumschlachten ab, sondern modelliert auch ein Wirtschaftssystem, Politik und virtuelle Gesellschaften. Spieler bilden Allianzen, um Sternsysteme zu kontrollieren, und führen Krieg, um ihre Reiche zu erweitern. Dabei spielen Logistik, Handel und sogar Spionage eine Rolle. Das alles wird von den Entwicklern nicht vorgegeben, sondern dynamisch von der Community aufgebaut.

Googles DeepMind soll allerdings nicht auf Live-Servern spielen, sondern sich auf eine lokale Version der Sci-Fi-Simulation beschränken. Spieler müssen also keine KI-Eingriffe in das Spielgeschehen befürchten.

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„Spiele standen auch im Mittelpunkt vieler Durchbrüche von Google DeepMind wie Atari DQN, AlphaGo, AlphaStar und SIMA, da sie der perfekte Übungsplatz für die Entwicklung und das Testen von KI-Algorithmen sind“, schreibt DeepMind-CEO Demis Hassabis in der Mitteilung. „Ich freue mich sehr darauf, mit ihm und dem fantastischen Team von Fenris Creations zusammenzuarbeiten, um neue Spielerlebnisse zu erkunden und die KI-Forschung sicher in einem von Spielern gesteuerten Universum voranzutreiben, das so unglaublich komplex ist wie ‚EVE Online‘.“

Pearl Abyss hatte das damalige CCP Games 2018 für mindestens 225 Millionen US-Dollar gekauft. Dass sich das Studio nun für 120 Millionen US-Dollar wieder in die Unabhängigkeit verabschiedet, bildet eine deutliche Wertminderung ab. Fenris Creations war eigenen Angaben zufolge 2025 mit einem Umsatz von über 70 Millionen US-Dollar profitabel und kann über „solide Rücklagen“ verfügen.

(dahe)