Livetv.sx: DAZN und DFL gelingt Schlag gegen illegales FuĂźball-Streaming
Vor dem Halbfinale der Champions League konnten DAZN und die DFL eine bekannte Webseite fĂĽr illegale FuĂźball-Streams sperren. Doch sie ist noch erreichbar.
(Bild: alphaspirit.it / Shutterstock.com)
Für den Sport-Streamingdienst DAZN und die Deutsche Fußball-Liga (DFL) ist es ein „Meilenstein“: Kurz vor dem Halbfinale der Champions League zwischen dem FC Bayern München und Paris Saint-Germain am Mittwochabend wurde die Streaming-Webseite Livetv.sx gesperrt, schreiben DAZN und DFL in einer gemeinsamen Mitteilung.
Die Webseite „unterliegt nun Sperrmaßnahmen“, heißt es in der Mitteilung. Grundlage sei eine Gerichtsentscheidung des Landgerichts Köln (AZ 14 O 68/26), das einer von der Clearingstelle Urheberrecht im Internet (CUII) angestrebten DNS-Sperranordnung stattgegeben hat. DFL und DAZN beteiligten sich eigenen Angaben zufolge an dem Verfahren, indem sie Daten und Analysen beisteuerten.
Laut DFL und DAZN war livetv.sx die größte illegale Sport‑Streaming‑Plattform in Deutschland und seit 13 Jahren aktiv. Nutzer können dort kostenlos Livestream-Übertragungen von Fußball-Spielen schauen, die ursprünglich von Rechteinhabern wie DAZN oder Sky stammen. Die Plattform habe bisherige Sperrversuche unter anderem dank nicht kooperativer Hosting-Anbieter und Domain-Registrare umgangen, führen DFL und DAZN aus. Weitere rechtliche Schritte würden geprüft.
Mit VPN noch erreichbar
Aus Deutschland ist Livetv.sx am Donnerstag nicht mehr erreichbar, die DNS-Sperre lässt sich aber durch ein VPN recht simpel umgehen. Dennoch sehen DFL und DAZN darin ein Signal an Anbieter solcher Piraterie-Webseiten: „Diese Entscheidung ist von großer Bedeutung für den Rechteschutz“, schreibt DFL-Geschäftsführer Steffen Merkel. „Wir können nun in Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen wie der CUII, Strafverfolgungsbehörden und unseren Partnern wirksamer denn je gegen illegale Streaming-Netzwerke vorgehen.“
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DAZN-COO Ed McCarthy sieht im Gerichtsurteil des Landgerichts Köln einen „Meilenstein im Kampf gegen den Diebstahl von Inhalten in Deutschland.“ Der aktuelle Erfolg zeige, dass koordinierte Durchsetzungsmaßnahmen zu spürbaren Ergebnissen führen könnten. „Dieses Urteil schützt den Wert des Sports und schafft einen faireren, nachhaltigeren Markt.“
Die Kosten für Anbieter von Fußballübertragungen sind hoch: Allein die nationalen Medienrechte der Bundesliga bringen der DFL in der laufenden Rechteperiode bis 2029 rund 1,1 Milliarden Euro pro Saison ein. Streamingdienste wie DAZN oder Sky zahlen hohe dreistellige Millionenbeträge, um Spiele exklusiv zeigen zu dürfen. Dazu kommen Produktionskosten für Übertragungen und milliardenschwere internationale Rechtepakete für Wettbewerbe wie die Champions League. Aus Sicht der Anbieter gefährden illegale Streams dieses Geschäftsmodell.
(dahe)