eBay-Übernahme durch GameStop: Neue Zweifel an der geplanten Finanzierung

Anstatt dass GameStop Fragen zum Übernahmeplan für eBay beantwortet, werden neue laut. Dass sich eine Bank beteiligt, ist wohl unwahrscheinlicher als behauptet.

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GameStop-Schild an einem Gebäude

(Bild: Brandi Lyon Photography / Shutterstock.com)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Die Finanzierung der angestrebten Übernahme von eBay durch GameStop ist noch unsicherer als bislang bekannt, weil der Videospielhändler die von einer Bank zugesagten 20 Milliarden US-Dollar nur unter äußerst unwahrscheinlichen Bedingungen bekommt. Das berichtet Bloomberg unter Berufung auf eingeweihte Personen. Das Geld gibt es demnach nur, wenn die Schulden des fusionierten Unternehmens ein Kredit-Rating erhalten, das bei Firmen mit einem vergleichbaren Schuldenstand nahezu ausgeschlossen ist. Damit könnte GameStop etwa die Hälfte der für den Kauf nötigen Summe fehlen.

Dass GameStop eBay für 56 Milliarden US-Dollar übernehmen will, hat der US-Videospielhändler am Wochenende publik gemacht. Dabei war der bekannte Online-Marktplatz vor der Bekanntmachung rund 46 Milliarden US-Dollar wert, GameStop lediglich 12 Milliarden. Laut GameStop stehen für die Übernahme Barreserven in Höhe von 9,4 Milliarden US-Dollar bereit. Auch auf eine Finanzierungszusage über 20 Milliarden US-Dollar von der Bank TD Securities hat sich das Unternehmen berufen. Genau daran werden jetzt aber Zweifel laut. Cohen hat vorher schon nicht erklären wollen oder können, wie sein Unternehmen die bislang fehlenden 16 Milliarden US-Dollar auftreiben will.

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Cohen hat 2023 den Chefposten bei GameStop übernommen, vorher hatte er das Management des Videospielhändlers als zu langsam kritisiert und seine Beteiligung kontinuierlich ausgebaut. GameStop war Anfang 2021 in die Schlagzeilen gerückt, als der Aktienkurs, angetrieben von im Internet organisierten Privatanlegern, eine atemberaubende Rallye hingelegt hat. Das bescherte Hedgefonds, die auf einen Kursverfall gewettet hatten, enorme Verluste. Unter Cohens Führung hat GameStop unter anderem alle Filialen in Deutschland geschlossen und sich primär auf das Geschäft mit Sammelkarten und Retro-Konsolenspielen konzentriert.

(mho)