PC-Selbstbau: Markt steht vor einem massiven Einbruch

Dem Markt fĂĽr Selbstbau-PCs stehen dĂĽstere Zeiten bevor. Mainboard-Hersteller stellen sich auf einen Einbruch um bis zu einem Drittel ein.

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Vier Mainboards ĂĽbereinandergestapelt diagonal von oben fotografiert

(Bild: Andreas Wodrich / heise medien)

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PC- und Komponentenhersteller stellen sich auf einen Einbruch der Nachfrage im restlichen Jahr ein, der insbesondere den Selbstbau-Markt trifft. Marktführer Asus soll Prognosen zufolge Mühe haben, in diesem Jahr auf 10 Millionen Mainboard-Verkäufe zu kommen. 2025 waren es noch über 15 Millionen.

Bei den Wettbewerbern auf den Plätzen Zwei, Drei und Vier soll es ähnlich aussehen: Der Absart von MSI und Gigabyte soll jeweils um rund 25 Prozent einbrechen, auf 8,4 Millionen bis 9 Millionen Stück. Asrock könnte mit einem Rückgang um 37 Prozent auf 2,7 Millionen Mainboards besonders schlecht dastehen. Die Lieferungen von Mainboards an PC-Hersteller sollen teils noch stärker einbrechen. Im Falle von MSI ist von einem Rückgang von 60 Prozent unter anderem an Partner wie Lenovo die Rede.

Über die Zahlen berichtet die taiwanische Digitimes, mit üblicherweise guten Kontakten zu den dort ansässigen Mainboard-Herstellern. Immerhin: Bei Asus und Gigabyte soll das Servergeschäft gut laufen, sodass die Firmen den Umsatzverlust abfedern können. Schlechter sieht es vor allem bei Zulieferern aus. Kleine Firmen könnten vor dem Aus stehen. Hinter vorgehaltener Hand sprechen Quellen von einem „Einbruch auf ganzer Linie“.

Im Zuge der Bekanntgabe der Geschäftszahlen für das erste Quartal Anfang Mai sagte AMDs Finanzchefin Jean Hu, dass die Firma einen Einbruch des Gaming-Umsatzes um mehr als 20 Prozent erwartet. Der Vergleich ist mit dem ersten Halbjahr und nicht etwa mit dem gleichen Vorjahreszeitraum. Da die Ferien- und Weihnachtszeit zum Jahresende traditionell besonders verkaufsstark ist, dürfte der Jahresvergleich noch schlechter ausfallen.

Der Gaming-Umsatz besteht bei AMD hauptsächlich aus Desktop-Grafikkarten und Konsolenprozessoren. Die Prognose untermauert den schlechten Stand des PC-Markts.

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Hauptgrund sind die enorm gestiegenen und voraussichtlich weiter steigenden Speicherpreise: Arbeitsspeicher und SSDs verkommen zum Luxusgut, während Cloud-Hyperscaler für ihre KI-Rechenzentren den Markt leerfegen.

Durch sekundäre Effekte wie Nvidias verschobener oder gestrichener Super-Refresh der RTX-5000-Grafikkarten fehlen Anreize zum Kauf neuer PCs, merkt Digitimes aus Herstellerkreisen an. Die nächste Generation GeForce RTX 6000 lässt voraussichtlich bis 2028 auf sich warten. Zudem sollen auch die Prozessorpreise steigen, weil AMD und Intel den Fokus auf Servermodelle legen.

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