Apache bläst zur Attacke gegen Oracles Java-Politik

Gestärkt durch die Wiederwahl in den Vorstand des Java Community Process fordert die Open-Source-Organisation andere Mitglieder auf, gegen Oracles Java-7-Vorschlag zu stimmen. Die Apache Foundation droht mit dem Ausstieg, sollte Oracle nicht die restriktive Java-Politik ändern.

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Von
  • Alexander Neumann

Die Apache Software Foundation hat ihre Wiederwahl in das Executive Committee des Java Community Process (JCP) zum Anlass genommen, gegen Oracles Java-Politik vorzugehen. Die Open-Source-Organsiation forderte andere Mitglieder des JCP dazu auf, gegen Oracles demnächst zu erwartenden Vorschlag zur nächsten Version von Java zu stimmen, sollte der Konzern nicht die Restriktionen zum Einsatz von Java aufheben. Außerdem schließt die Apache Software Foundation nicht aus, ihre Beteiligung am JCP zu beenden, sollten die Einschränkungen bestehen bleiben.

Die Forderungen der Foundation für ein freieres Java sind nicht neu. Schon länger verweigert sich die Organisation der Zustimmung zu diversen im JCP definierter Spezifikationen mit der Begründung, dass Oracle und zuvor Sun den Apache-Entwicklern die wichtigen Tests für Java nicht zur Verfügung stellen. Die Folge daraus ist, dass das Harmony-Projekt, eine Open-Source-Implementierung von Java unter dem Apache-Dach, nicht die Java-Zertifizierungen erreichen kann. Laut dem Apache-Statement handelt Oracle wider der Java Specification Participation Agreement (JSPA), da die Firma das Test Compatibility Kit (TCK) nur mit einer Lizenz zur Verfügung stelle, die gegen Open-Source- oder freie Lizenzen verstoße. Die Foundation schließt daraus, dass der nicht am JCP teilnehmen dürfe, der nicht die Regeln des Prozesses einhalte.

Die Apache Software Foundation hatte auf der kürzlich durchgeführten Wahl für den JCP-Vorstand einen Stimmenanteil von 95 Prozent der JCP-Mitglieder für sich verzeichnen können. Sie geht dadurch und auch durch die vielen Äußerungen aus der Java-Community, die sich für eine Reformation des JCP aussprechen, gestärkt in die Auseinandersetzung mit Oracle. Die Position der Organisation ist gar nicht mal so schlecht, sitzen doch im Komitee weitere Open-Source-Protagonisten wie die Eclipse Foundation und Red Hat.

Oracle konnte hingegen im Oktober punkten, als IBM ankündigte, seine bislang unabhängige Java-Strategie zugunsten einer gemeinsamen Zusammenarbeit an Oracles OpenJDK-Projekt aufzugeben. Leidtragender der Entscheidung ist das Harmony-Projekt, das dadurch mit IBM seinen Hauptförderer verloren hat. Die Apache Software Foundation hatte daraufhin bekannt gegeben, dem Projekt weiterhin beistehen zu wollen, insofern es überhaupt eine Zukunft hat. (ane)