programmier.bar: evcc – Open Source bricht geschlossene Energie-Ökosysteme auf

Michael Geers aus dem evcc-Core-Team berichtet, wie Open Source Wallbox, Speicher und Wärmepumpe zusammenbringt und warum Škoda eine offizielle API gebaut hat.

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Ein Mann neben Schriftzügen

(Bild: programmier.bar)

Lesezeit: 2 Min.
Von
  • Manuel Masiero

Als der VW-Konzern seine Fahrzeug-APIs gegen Zugriffe von außen abgeschottet hat, war der Aufschrei groß – auch bei den Nutzerinnen und Nutzern von evcc, einem Open-Source-Energiemanagement, das Wallbox, Wechselrichter, Hausspeicher, Wärmepumpe und dynamischen Stromtarif in einem System zusammenführt.

Škoda ist daraufhin auf das evcc-Team zugekommen und bietet jetzt eine offizielle API für Enduser an. Für Michael Geers, der seit 2020 zum dreiköpfigen Core-Team gehört, steht dahinter ein Grundsatz: Wer ein Auto und das Online-Abo bezahlt, sollte auch an die eigenen Fahrzeugdaten kommen. Im Gespräch mit Dennis Becker und Fabi Fink erzählt er von evcc.

Geers berichtet, wie aus dem kleinen Projekt von Gründer Andreas Linde Ende 2019 eine große Community geworden ist, und erklärt das Sponsoring-Modell: Der Code liegt offen auf GitHub, der Großteil steht unter MIT-Lizenz, für viele kommerzielle Wallboxen braucht es aber ein Sponsortoken. Getragen wird evcc so vor allem von den Nutzerinnen und Nutzern selbst.

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Technisch stecken dahinter ein Go-Backend mit MQTT, REST und MCP, eine Vue.js-Oberfläche, ein Armbian-Image für den Raspberry Pi und eine Companion-App mit nativen Widgets. Bei den Geräten wird es bunt: Wallboxen sprechen oft Modbus, Wärmepumpen lassen sich per SG Ready boosten oder dimmen und bei Fahrzeugen bleibt häufig nur die reverse-engineerte App-API. Fast jede Integration entsteht, weil jemand aus der Community genau dieses Gerät zu Hause hat.

Bisher steuert evcc deterministisch nach festen Regeln. Mit dem Optimizer kommt eine vorausschauende Planung im Viertelstundenraster dazu, die PV-Prognose, Strompreise und Verbrauchsverhalten einbezieht, wobei Wärme deutlich schwerer planbar ist als ein Autoakku. Zum Schluss geht es um den Alltag im Core-Team und darum, wie ein KI-Bot für Issues und ein stark gestiegener Anteil KI-generierter Pull-Requests die Arbeit an einem Open-Source-Projekt gerade verändern.

Die aktuelle Folge steht im Blog der programmier.bar bereit: „evcc mit Michael Geers“. Fragen und Anregungen gerne via Mastodon, Bluesky, LinkedIn, Instagram oder TikTok.

(mro)