Bericht: BMW plant Elektro-Roller

Bericht: BMW plant Elektro-Roller

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Von
  • Gernot Goppelt

Der Motorradhersteller BMW baut offenbar seine Modellpalette aus: Nach einem Bericht der Berliner Zeitung (Donnerstag) will BMW voraussichtlich in zwei Jahren einen Elektro-Roller auf den Markt bringen. Der Chef der BMW-Motorradsparte, Hendrik von Kuenheim, sagte der Zeitung, derzeit werde ein solches Fahrzeug entwickelt. In etwa zwei Jahren solle die Produktion des E-Rollers im Berliner Werk beginnen. Der Roller müsse mindestens 100 Kilometer mit einer Akkuladung schaffen, sagte der Sohn des langjährigen BMW-Chefs Eberhard von Kuenheim. "Auch 100 km/h müssen mal drin sein." Das habe die Marktforschung ergeben.

BMW-Studie C1-E

BMW hat die Publikumsreaktion in den vergangenen zwei Jahren mehrfach getestet. Ende 2009 stellte der Hersteller die Studie C1-E vor, einen Elektroroller, der konzeptionell dem früheren Serienmodell C1 ähnelt. Der C1 wurde nur etwa vier Jahre lang produziert, seine Produktion 2004 eingestellt. Er hatte eine Art Sicherheitszelle, die gleichzeitig Wetterschutz bot, durfte ohne Helm gefahren werden, scheiterte aber letztlich wohl an seinem hohen Preis. Im September 2010 zeigte BMW den nächsten Elektroroller, der "MiniScooter E Concept" war allerdings ein konventionelles Konzept, das sich gestalterisch stark an die Marke Mini anlehnt.

BMW Concept C

Noch mehr Aufsehen konnte BMW Ende 2010 mit dem Maxi-Roller Concept C erregen. Erstens kündigte BMW damals bereits eine Serienfertigung im Berliner Werk an – und zweitens dachte man schon über eine Version mit Elektromotor nach. Die Zeitschrift Motorrad will bei einem Werksbesuch im März 2011 bereits einen Großroller entdeckt haben, dessen Verhüllung kurz von einem Windstoß gelüftet worden sei.

Als Beleg dafür, dass der Concept C schon bald als Elektroroller kommen soll, taugen solche Hinweise aber nicht zwangsläufig. Der Concept C ist ein eigentlich für längere Strecken prädestinierter Großroller nach dem Vorbild des Suzuki Burgman, der dieses Segment begründet hat. Eine elektrische Version eines konventionell motorisierten Rollers wäre zwar aus produktionstechnischer Sicht vorteilhaft, doch eine angestrebte Reichweite von real 100 Kilometer spräche eher für ein stadttaugliches Alltagsfahrzeug. Ein elektrischer Nachfolger des C1 würde wohl mehr Freunde finden als sein Vorgänger, weil er eine einigermaßen erschwingliche Möglichkeit bieten würde, ein alltagstaugliches Elektrofahrzeug zu besitzen. (Mit Material der dpa) (ggo)