CDU-Rechtspolitiker Kauder mit kleinem Urheberrechtsproblem

Auf der Website von Siegfried Kauder wurden urheberrechtlich geschützte Fotos ohne Genehmigung verwendet. Der CDU-Politiker bedankt sich bei den Entdeckern: Der Vorgang beweise die Effektivität des von ihm befürworteten 3-Strike-Modells.

In Pocket speichern vorlesen Druckansicht 392 Kommentare lesen
Lesezeit: 1 Min.
Von
  • Johannes Haupt

Auf der Website des CDU-Bundestagsabgeordneten Siegfried Kauder, der Anfang der Woche mit der Forderung nach Internetsperren für Urheberrechtsverletzer für Gesprächsstoff sorgte, wurden unlizensierte Bilder verwendet. Ein Blogger hatte am Mittwoch zwei Landschaftsfotos auf der Website des schwäbischen Politikers entdeckt, die offenbar vom Google-Dienst Panoramio stammen. Einen Hinweis auf eine Quelle gab es auf Kauders Website nicht. Inzwischen sind die fraglichen Aufnahmen von der Seite verschwunden.

Kauder bedankte sich in einer am Donnerstagabend veröffentlichten Stellungnahme bei den Entdeckern der Urheberrechtsverletzung: Der Vorgang zeige, dass das von ihm befürwortete Warnmodell bei Urheberrechtsverletzungen funktioniere. Auf den Hinweis, er begehe eine Urheberrechtsverletzung (also die erste Stufe des 3-Strikes-Modells) habe er angemessen reagiert und sich die Rechte an dem Bildern nun gesichert.

Kauder bittet in diesem Zusammenhang um Kenntnisnahme, "dass die Urheberrechte an den beiden Fotos inzwischen mir zustehen. Dies als Warnhinweis für eine eventuelle Absicht, die Fotos im Rahmen ihrer Berichterstattung anderweitig verwenden zu wollen." Wie sich der CDU-Politiker das grundsätzlich nicht veräußerbare Urheberrecht an den Bildern gesichert haben will und ob der ertappte Abgeordnete die Veröffentlichungen der Fotos anderswo nun verfolgen wird, geht aus der Stellungnahme nicht hervor. (jh)