Klettern mit dem Ameisenbär
Dass der Cherokee aussieht, als wäre er auf dem Weg zum Händler vom Transporter gefallen, ist das eine. Dass man sich mit einem quer eingebauten Motor keine rechte Geländeperformance mehr vorstellen kann, das andere. Wir haben ihn gefahren
Balocco (Italien), 14. April 2014 – Die neueste Cherokee-Generation macht alles anders. Dass er aussieht, als wäre er auf dem Weg zum Händler vom Transporter gefallen, ist das eine. Dass man sich mit einem quer eingebauten Motor keine rechte Geländeperformance mehr vorstellen kann, das andere. Wer Jeep als Marke kennt, bei der Geländeleistung bisher zum Markenkern gehörte, macht sich da zumindest Sorgen und verdächtigt fast automatisch Fiat der Verwässerung. Immerhin gehörte der Cherokee XJ einmal zum Kompaktesten und Geländegängigsten im Programm von Jeep - aber das ist schon lange Geschichte.
Besonders von der Seite fällt die spitz zulaufende Fahrzeugnase auf mit einer Dreiteilung der Leuchten an der Frontpartie oben Tagfahrlicht und Blinker, mittig Hauptscheinwerfer, unten Nebellicht. Eines muss man der Neuauflage lassen: Sie sticht aus der Masse hervor. Wählt man den besonders geländegängigen Cherokee Trailhawk, bekommt man mehr unlackierten Kunststoff und dank abgeschrägtem Stoßfänger zwar einen vorderen Böschungswinkel von 29,9 Grad (plus 11,7 Grad), womit der Wagen dann aber endgültig wie ein Ameisenbär wirkt. Hinten sind es beim Trailhawk im Übrigen 32,1 Grad (plus 8,1 Grad) und die Bodenfreiheit steigt von knapp 17 auf 22 Zentimeter.
Klettern mit dem Ameisenbär (25 Bilder)

Mit einem markanten Design rollt der neue Jeep Cherokee an den Start.
Ameisenbärennase und Plastikleder
Unerwartet geräumig zeigt sich der neue Jeep, ins Heck passen zwischen 412 und 1267 Liter Gepäck. Als clevere Idee erweist sich die längs verschiebbare Rücksitzbank. In der vordersten Stellung sollten dann freilich keine Kerls mit langen Beinen sitzen. Ab etwa 1,85 Meter Körpergröße bleibt mit dem großen, optionalen Panorama-Schiebedach auch kaum mehr Luft über dem Scheitel. Zudem hat der Beifahrer Probleme mit seinem rechten Bein, weil genau dort das Radhaus ziemlich massiv in den Fußraum ragt.
Im übersichtlich gestalteten Cockpit findet man sich schnell zurecht. Stets serienmäßig ist ein Sieben-Zoll-Display zwischen den Instrumenten, der Touchscreen in der Mittelkonsole ist je nach Ausstattung zwischen fünf und 8,4 Zoll groß. Ein nettes Detail ist die optionale Ablageschale zwischen den Vordersitzen, in der Smartphones induktiv ohne Kabel aufgeladen werden. Der Kunststoff der Mittelkonsole und Türverkleidungen wirkt für diese Fahrzeugklasse aber zu billig. Bei der Oberfläche der Armaturentafel wird die Tradition von US-Autoherstellern fortgeführt, dass sich Leder wie Plastik anfühlt. In Sachen Assistenzsysteme fährt Jeep das volle Programm auf. Erhältlich sind unter anderem Helfer zum automatischen Einparken, zur Abstandregelung mit Stop-and-Go-Funktion oder auch zur Erkennung von Querbewegungen hinter dem Auto.