Hacking Team bestreitet Export von Überwachungssoftware an autoritäre Staaten

Das italienische Unternehmen weist Vorwürfe von sich, seine Überwachungssoftware an Länder geliefert zu haben, die mit Embargos belegt sind.

In Pocket speichern vorlesen Druckansicht 76 Kommentare lesen
Twitter Konto Hacked Team Hacking Team

Hacker hatten nicht nur Daten von Hacking Team entwendet, sondern auch das Twitter-Konto vorübergehend unter ihre Kontrolle gebracht.

Lesezeit: 2 Min.
Von
  • Detlef Borchers

Das Hacking Team verwahrt sich gegen Vorwürfe, es habe gegen Exportverbote verstoßen und autoritäre Staaten mit Software beliefert, die gegen Regimekritiker eingesetzt wurde. Das geht aus einer Stellungnahme des Unternehmens gegenüber der International Business Times hervor.

Mehr Infos

Zwar habe Hacking Team den Sudan beliefert, allerdings im Jahre 2012, als das Land noch nicht auf der UN-Embargoliste stand. Gegen die Darstellung spricht, dass Hacking Team dem Land noch 2014 technischen Support für seine Software Remote Control System RCS 8 ("Da Vinci") und RCS 9 ("Gailleo") gegeben hat.

In den über 400 GByte Daten, die am Montag als Torrent veröffentlicht wurden, finden sich mehrere Verträge, die zeigen, wie Hacking Team Staaten wie Kasachstan oder Aserbaidschan beliefert hat. Die RCS-Software der Mailänder Firma wurde dabei über Zwischenhändler wie die israelische Firma NICE oder die ägyptische GNSE Group an staatliche Stellen in problematischen Ländern verkauft. Zumindest im Fall der GNSE Group, die laut einem Bericht der ägyptischen Daily News die dortigen Behörden belieferte, ließ Hacking Team einen Vertrag unterzeichnen, der den gesetzeskonformen Einsatz der Software festschrieb.

Ob die RCS-Software in Deutschland eingesetzt wurde ist unklar. Hacking Team wirbt zwar mit deutschen Firmen wie T-Systems und die Deutsche Bank als Kunden, doch lassen sich im umfangreichen Bestand der Rechnungen und Lieferscheine keine Hinweise finden, was diese Unternehmen geordert haben. Auch fehlen Hinweise auf deutsche Behörden. Sie finden sich nur in der Liste der Abonnenten des Hacking-Team-Newsletters. Dieser wurde im Auswärtigen Amt, dem Bundeskriminalamt, dem Bundesamt für Verfassungsschutz sowie von der Bundespolizei und der Polizei in Bayern und Sachsen bezogen. (anw)