Schwäbischer Panzerkreuzer: Mercedes S 600 Pullman Guard
"Majestätisch" nennt Mercedes die Dimensionen seiner 6,36 Meter langen und 5,3 Tonnen schweren Limousine, die ihren Insassen bestmöglichen Schutz dank Widerstandsklasse B6/B7 verspricht. Wir haben im VIP-Vehikel probegesessen
- rhi
Stuttgart, 24. September 2008 – "Gut gelaufen ist besser als schlecht gefahren" – dass die "oberen Zehntausend" dieser Volksweisheit vehement widersprechen mögen, hat nicht bloß mit Standesdünkel zu tun. Angesichts der Bedrohung durch Kriminelle oder Terroristen erscheint manchem Reichen oder Mächtigen selbst ein kurzer Weg zu Fuß als unkalkulierbares Risiko. Für diese Klientel hat Mercedes nun mit dem S 600 Pullman Guard einen zeitgemäßen Nachfolger des chromblitzenden Ur-600ers nachgelegt. Wir konnten schon vor der offiziellen Premiere auf dem Pariser Salon (4. bis 19. Oktober) einmal in dem sondergeschützten Fahrzeug probesitzen.
Sicherheit auf 6,36 Meter
Die Modellbezeichnung des Stuttgarter Riesen zeigt bereits die beiden wichtigsten Eigenschaften auf. Der Name "Pullman" leitet sich vom US-Industriellen George M. Pullman ab, der im 19. Jahrhundert besonders luxuriöse Schlafwagen erfand. Der Begriff "Guard" bezeichnet die gepanzerten Sonderschutz-Fahrzeuge der Marke Mercedes-Benz. Was letzteres bedeutet, wird mir bereits bei der Ankunft bewusst: Die schwere und dicke Tür lässt sich von innen nur mit viel Kraft aufstoßen. Jetzt ist klar, warum bei Staatsbesuchen die Türen immer von außen geöffnet werden. Ein wenig später wird der S 600 Pullman Guard enthüllt. Schon die Optik sorgt für offene Münder: Der Radstand wurde gegenüber der gewiss nicht kleinen Langversion der S-Klasse um 1,15 Meter verlängert und misst jetzt 4,31 Meter. Die Gesamtlänge beträgt definitiv nicht parkhaustaugliche 6,36 Meter, was selbst einen Maybach 62 übertrifft. Mercedes selbst spricht zutreffend von einem "majestätischen Format".
Schwäbischer Panzerkreuzer: Mercedes S 600 Pullman Guard (38 Bilder)

Mercedes zeigt auf dem Pariser Autosalon im Oktober 2008 den S 600 Pullman Guard.
Platz ohne Ende
Neben der Sicherheit geht es beim S 600 Pullman Guard natürlich um großzügige Platzverhältnisse. So wurde bei steiler stehender Heckscheibe das Dach um 60 Millimeter angehoben. Für einen besseren Einstieg lässt sich die Karosserie pneumatisch um etwa 40 Millimeter anheben. Höchste Zeit also, sich auf die hinteren Plätze zu begeben. Insgesamt stehen im Heck vier Sitze zur Verfügung, von denen zwei entgegen der Fahrtrichtung platziert sind. Die Größe der Vierer-Lounge macht Eindruck: Es soll Studentenbuden geben, die kleiner sind.