Twitter: Umsatz steigt um 14 Prozent, Nutzeranstieg rückläufig

Twitter legt beim Umsatz zu, verliert aber beim Gewinn über 20 Prozent. Die Anzahl monetarisierbarer Nutzer steigt geringer, was an der Börse nicht gut ankommt.

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(Bild: InFootage.com/Shutterstock.com)

Lesezeit: 3 Min.

Twitter hat im dritten Quartal seinen Umsatz im Jahresvergleich um 14 Prozent auf 936 Millionen US-Dollar gesteigert. Der Gewinn fiel allerdings auf 28,7 Millionen Dollar um mehr als 20 Prozent. Bei den Nutzern, die Twitter täglich mit Werbung erreicht (monetizable Daily Active Users, mDAU), konnte der Micro-Blogging-Dienst zwar über das Jahr gesehen ordentlich zulegen, allerdings schwächte sich der Anstieg im Vergleich zum Vorjahresquartal deutlich ab.

"Wir haben unser tägliches Publikum im vergangenen Jahr um 42 Millionen gesteigert, weil Menschen auf der ganzen Welt zu Twitter kommen, um sich über Themen und Ereignisse zu informieren, die ihnen am wichtigsten sind. Ich freue mich, dass die mDAU im Jahresvergleich um 29 Prozent auf 187 Millionen angewachsen ist, was auf globale Debatten über aktuelle Ereignisse und Produktverbesserungen zurückzuführen ist", sagte Twitter-Chef Jack Dorsey angesichts der Bekanntgabe der Twitter-Geschäftszahlen am Donnerstag.

Analysten stellte diese Zahl jedoch nicht zufrieden, denn sie schauen auf das jeweilige Quartalswachstum. Und das fiel mit einer Million mDAUs von Q2 auf Q3 deutlich geringer als die erwarteten 9 Millionen aus. Die US-Wahlen konnten offenbar nicht mehr Menschen zu Twitter bringen als erwartet und auch die Diskussionen um die Corona-Pandemie scheinen das Wachstum nicht mehr weiter erhöhen zu können. In Twitters Heimatmarkt USA fällt das Wachstum noch verhaltener aus. Über das Jahr gesehen waren es im dritten Quartal 36 Millionen mDAUs im Vergleich zu 30 Millionen im Vorjahr. Allerdings stagnierte die Zahl im Vergleich zum zweiten Quartal. Dass es sich dabei nicht allein um ein US-Phänomen handelt, zeigen die internationalen mDAU-Zahlen: So wuchs hier die Anzahl der mDAUs von Q2 auf Q3 insgesamt lediglich von 150 Millionen auf 152 Millionen an.

Der geringere mDAU-Anstieg kam an der Börse nicht gut an. Wohl auch, weil zusätzlich unsicher ist, wie Werbekunden nach dem Ende des US-Wahlkampfs Anfang November reagieren. Im zweiten Quartal hatten viele Marken ihre Werbeausgaben als Reaktion auf die Unruhen in den USA und den Hasskommentaren ausgesetzt, danach aber wieder aufgenommen. Ob die Erholung weiterhin anhält, ist ungewiss. Twitter geht davon allerdings aus.

Die Twitter-Aktie brach an der Börse um etwa 16 Prozent ein. Das Papier, das am Donnerstag noch 44,93 Euro wert war, erzielte am Freitagvormittag nur noch einen Kurs von 37,94 Euro – mit einer leichten Erholungstendenz.

(olb)