Zetsche: Carsharing ist Chance – nicht Bedrohung
- ssu
Daimler-Chef Dieter Zetsche hat das Carsharing-Geschäft als Wachstumschance für die Autobauer gepriesen. Die Furcht mancher Hersteller vor dieser neuen Idee sei völlig unbegründet, argumentierte der Manager während der Messe CES (Consumer Electronics Show) in Las Vegas laut vorab verbreitetem Redemanuskript. "Natürlich – in einer Industrie, die seit mehr als 100 Jahren Autos verkauft, denken einige Kollegen, dass Carsharing an Kommunismus grenzt. Aber falls das der Fall sein sollte, dann: Viva la Revolucion!", sagte er.
Das mögliche Wachstum dieser jungen Branche sei alles andere als eine Bedrohung für das Kerngeschäft der Autobauer – es sei eine Verdienstchance. Da Carsharing zumindest für Stadtmenschen das eigene Auto überflüssig machen könnte, beäugen Autobauer das Konzept auch kritisch – haben sie doch Jahrzehnte lang in die Treue ihrer Kunden investiert und den Traum vom eigenen Auto mit Werbung unterstützt.
Daimler war mit der Marke Car2Go bereits 2008 in das Carsharing eingestiegen. Das ursprünglich in Ulm aus der Taufe gehobene Angebot zur spontanen Einwegmiete von Pkw ist inzwischen in mehreren Städten in Nordamerika und Europa, darunter Hamburg und Wien, verfügbar. In Amsterdam und in Stuttgart sollen rein elektrische Car2go-Flotten an den Start gehen.
Mit Car2Gether wirbt der Konzern inzwischen auch dafür, dass Menschen gezielt Mitfahrmöglichkeiten anbieten – etwa über ihr internetfähiges Handy. Wer an einer Mitnahme interessiert ist, dem wird dann das bestehende Angebot zum gewünschten Ziel angezeigt. (dpa) (ssu)