ESA: Start der ExoMars-Mission im September "sehr unwahrscheinlich"
KĂŒnstlerische Darstellung des Rovers "Rosalind Franklin"
(Bild: ESA/ATG medialab)
Die europÀische Weltraumagentur muss den Sanktionen der EU Folge leisten. Die Zukunft der Rover-Mission mit russischer Landeplattform ist noch offen.
Die europĂ€ische Weltraumagentur ESA hĂ€lt den Start der ExoMars-Mission im September 2022 fĂŒr "sehr unwahrscheinlich". Die gemeinsam mit Russland entwickelte Mission soll einen Rover zum Mars bringen und setzt dabei neben dem Raketenstart vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan auf eine russische Landeplattform. Wie es mit dieser Mission angesichts des Ukraine-Konflikts weitergeht, ist noch nicht entschieden.
Die ESA (European Space Agency) hat sich laut einer ErklÀrung zur Zusammenarbeit mit Russland [1] mit den Mitgliedsstaaten beraten und wird die von der EuropÀischen Union beschlossenen Sanktionen umsetzen. Man bedaure die menschlichen Opfer und die tragischen Folgen des Krieges in der Ukraine. Die europÀischen Werte hÀtten die ESA grundlegend geprÀgt und sollen weiter geachtet werden.
Konsequenzen aus Sanktionen und Russlands RĂŒckzug
Die europĂ€ische Weltraumagentur will die Konsequenzen der Sanktionen genau prĂŒfen. Das schlieĂt auch den RĂŒckzug des Sojus-Programms Russlands von Europas Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana ein. Vor wenigen Tagen hat die russische Weltraumbehörde Roskosmos die Mitarbeit in Kourou beendet [2] und will ihr Personal von dort abziehen, nachdem der russischen Raumfahrt Sanktionen auferlegt wurden.
Die Auswirkungen von Russlands RĂŒckzug aus Kourou werden laut ESA noch untersucht, aber die Weltraumagentur erwĂ€hnt insbesondere die bevorstehenden Starts von Vega-C und Ariane 6. Diese dĂŒrften sich nach EinschĂ€tzung von SpaceNews [3] zumindest verzögern. Die beiden TrĂ€gerraketen sind Weiterentwicklungen von Vega und Ariane 5 mit teilweise erhöhter Nutzlast und sollen dieses Jahr erstmals starten.
Russland essenziell fĂŒr ExoMars-Mission
WĂ€hrend sich diese Raketenstarts wohl nur etwas verzögern, ist Russland ein wichtiger Teil der ExoMars-Mission. Russland soll nicht nur die Proton-TrĂ€gerrakete und den Startplatz in Baikonur bereitstellen, der europĂ€ische Rover bedient sich auch der russischen Landeplattform "Kazachok", um sicher auf dem Mars anzukommen. Ăberdies soll die Landeplattform selbst wissenschaftliche Untersuchungen vornehmen.
Sollte sich Russland komplett aus der ExoMars-Mission zurĂŒckziehen oder daraus ausgeschlossen werden, wird also nicht nur eine andere Startrampe, sondern auch eine andere TrĂ€gerrakete sowie eine neue Landeplattform benötigt.
Anfang dieses Jahres hat die europĂ€ische Weltraumagentur nach erfolgreichen Tests noch bestĂ€tigt, dass die ESA-Mission mit dem Mars-Rover im September 2022 starten soll [4]. Sollte dieser Termin verstreichen, öffnet sich das nĂ€chste Startfenster fĂŒr eine Reise zum Mars erst wieder in zwei Jahren.
(fds [6])
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-6528958
Links in diesem Artikel:
[1] https://www.esa.int/Newsroom/Press_Releases/ESA_statement_regarding_cooperation_with_Russia_following_a_meeting_with_Member_States_on_28_February_2022
[2] https://www.heise.de/news/Sanktionen-gegen-russische-Raumfahrt-Roskosmos-beendet-Mitarbeit-in-Kourou-6527218.html
[3] https://spacenews.com/esa-says-its-very-unlikely-exomars-will-launch-this-year/
[4] https://www.heise.de/news/ExoMars-ESA-Mission-mit-Mars-Rover-soll-im-September-starten-6335761.html
[5] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[6] mailto:fds@heise.de
Copyright © 2022 Heise Medien