Einstellungssache: Adobe trainiert Algorithmen mit Nutzerdaten aus der Cloud

Der Softwarehersteller Adobe analysiert Cloud-Nutzerinhalte standardmäßig für das Training von Algorithmen. Dem kann in den Einstellungen widersprochen werden.

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(Bild: agsandrew / Shutterstock.com)

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Die von Anwendern in der Cloud von Adobe gespeicherten Inhalte nutzt der Anbieter standardmäßig zum Training seiner Algorithmen/künstlichen Intelligenz. In dieser Woche äußerte die Krita Foundation – Entwickler des freien Zeichenprogramms Krita – Bedenken hinsichtlich dieser Vorgehensweise. Den Richtlinien bezüglich der Inhaltsanalyse von Adobe, die bereits seit August 2022 existieren, kann in den Datenschutzeinstellungen widersprochen werden.

In den Standard-Datenschutzeinstellungen von Adobe erlauben Anwender dem Softwareunternehmen die Analyse der von Ihnen gespeicherten Daten in der Creative Cloud und der Document Cloud. Damit will der Anbieter der Kreativ-Software etwa "Bild-, Audio-, Video-, Text- und Dokumentdateien sowie die zugehörigen Daten" mit "hauptsächlich maschinellem Lernen" untersuchen, um seine "Produkte und Dienste weiterzuentwickeln und zu verbessern", erklärt die zugehörige FAQ-Seite, die Stand heute am 19. August 2022 zuletzt aktualisiert wurde.

Künstler sehen Medienberichten zufolge Gefahren für Ihre Werke auch außerhalb von Adobe in Bezug auf KI-Systeme wie Dall·E, Midjourney oder Stable Diffusion. Die Text-zu-Bild-KI-Programme werden in der Regel mit Kunstwerken echter Künstler aus dem Internet trainiert. Irgendwann, so die Befürchtungen, könnten die von Algorithmen generierten Bilder denen der echten Künstler ähneln oder sogar identisch sein und damit Urheberrechte verletzen und Existenzgrundlagen zerstören. Erste Kunstportale verboten bereits im vergangenen Jahr die Werke von KI-Generatoren.

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Speziell Adobe gibt in seinen FAQ zu generativer KI an, dass Adobe Stock – ein Angebot von Bildern, Videos, Illustrationen, Vektorgrafiken, 3D-Stockmedien und Vorlagen – ab sofort Einreichungen von Illustrationen akzeptiert, die mit generativer KI entwickelt wurden (Stand 13. Dezember 2022).

Eine Verwendung lokaler Nutzerdaten findet Adobe zufolge nicht statt. In den Einstellungen des Adobe-Benutzerkontos kann unter Datenschutz der standardmäßigen Zustimmung zur Nutzung der eigenen Inhalte, die in der Cloud gespeichert sind, widersprochen werden – dazu muss aktiv eingegriffen werden. Gegenüber The Register erklärte ein Unternehmenssprecher, dass Adobe keine Daten seiner Kunden aus der Cloud zum Training seiner experimentellen generativen KI-Funktionen verwende.

Zuletzt sorgte Adobe im vergangenen Jahr für Aufsehen mit der Entfernung der Pantone-Farbpaletten, die mittlerweile ein zusätzliches Abo voraussetzen. Aufgrund der jahrelangen Nutzung der im Adobe-Abonnement zuvor enthaltenen Farbpaletten blieb vielen Nutzern nicht viel übrig, als ein weiteres Abo abzuschließen.

(bme)