Japan: Erdbeben erschĂŒttert Region um Fukushima Update
Das Epizentrum des Bebens ist mit einem X markiert. In den rot markierten Gebieten wurde StÀrke 6 oder mehr registriert.
(Bild: Japan Meteorological Agency)
Ein Erdbeben der StĂ€rke 7,3 hat die PrĂ€fektur erschĂŒttert, in der die Atomruine von Fukushima steht. Die Behörden haben eine Tsunami-Warnung herausgegeben.
Ein Erdbeben der StĂ€rke 7,3 hat die PrĂ€fekturen Fukushima und Miyagi erschĂŒttert. Das Epizentrum wird laut Wetterbehörde Japan Meteorological Agency [1] auf 60 km Tiefe geschĂ€tzt. Sie hat eine Tsunami-Warnung herausgegeben. Ăber SchĂ€den und ob es Tote und Verletzte gegeben hat, wurde noch nichts bekannt.
Das lang anhaltende Beben der StĂ€rke ereignete sich kurz vor Mitternacht (Ortszeit). Das Beben vom Mittwoch war auch in dem rund 300 Kilometer entfernten Tokio zu spĂŒren. Die Wetterbehörde warnte vor einer bis zu einen Meter hohen Flutwelle. In Fukushima kam es zu StromausfĂ€llen, berichteten örtliche Medien. Die Regierung in Tokio richtete einen Notfallstab ein.
Das Beben, das im MÀrz 2011 zu einem Tsunami und dem Super-GAU im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi ausgelöst hatte [2], hatte die StÀrke 9. Ob es in der Atomruine in Fukushima SchÀden gab, war zunÀchst nicht bekannt.
Update 16.3.2022, 16.44: In der betroffenen Region seien 2,1 Millionen Haushalte von StromausfĂ€llen betroffen, teilt der Energieversorger Tepco auf Twitter mit [3]. Die japanische Atomaufsicht prĂŒft derzeit, ob an dem von Tepco betriebenen AKW Fukushima Daiichi SchĂ€den entstanden sind, berichtet Jiji Press [4].
An den Atomkraftwerken Niigata und Fukushima Daini habe die Behörde keine AbnormalitĂ€ten feststellen können, berichtet die japanische Nachrichtenagentur Kyodo, desgleichen gilt fĂŒr das AKW Onagawa in der PrĂ€fektur Miyagi. Insgesamt gibt es in den betroffenen PrĂ€fekturen zwei aktive und einen stillgelegten Reaktor in Onagawa in der PrĂ€fektur Miyagi, die sechs Reaktoren in Fukushima Daiichi sind stillgelegt, ebenso die vier in Fukushima Daini.
Update 16.3.2022, 17.16: FĂŒr die KĂŒstengebiete in den beiden PrĂ€fekturen wurde eine Tsunami-Warnung von bis zu einem Meter ausgegeben. Die Einwohner wurden aufgefordert, sich von der KĂŒste fernzuhalten, berichtet Kyodo News. In Ishinomaki in der PrĂ€fektur Miyagi sei eine Flutwelle mit einer StĂ€rke von 20 Zentimetern beobachtet worden. Ein Hochgeschwindigkeitszug des Typs Tohoku-Shinkansen sei in Folge des Erdbebens entgleist. Die rund 100 Passagiere an Bord blieben örtlichen Medienberichten zufolge jedoch unverletzt.
Update 17.3.2022, 1.12 (fds): Am frĂŒhen Donnerstagmorgen (Ortszeit) galten keine entsprechenden Warnungen mehr, wie die japanische Rundfunkgesellschaft NHK und die Nachrichtenagentur Kyodo berichten. In dem frĂŒheren Atomkraftwerk Fukushima Daiichi gab es in einem TurbinengebĂ€ude Feueralarm, wie der Betreiber Tepco mitteilte. Kyodo zufolge sagte Premierminister Fumio Kishida am Morgen nach dem Beben jedoch, dass bisher keine UnregelmĂ€Ăigkeiten in Kernkraftwerken in den betroffenen Gebieten festgestellt worden seien.
Nach Angaben der meteorologischen Behörde ereignete sich das Beben vom Mittwoch vor der KĂŒste von Fukushima in einer Tiefe von rund 60 Kilometern. "FĂŒr japanische VerhĂ€ltnisse ist es mittelgroĂ", sagte der Seismologe Marco Bohnhoff vom Potsdamer Geoforschungszentrum (GfZ) am Mittwoch auf Anfrage. (mit Material der dpa) /
(anw [6])
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