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Licht und Schatten: Kontrast, Helligkeit und Farbe optimieren Kommentare

Ralph Altmann

Ausgewogene Kontraste spielen fĂŒr ein gelungenes Foto eine herausragende Rolle. Trotz ausgeklĂŒgelter Belichtungsmesser moderner Digitalkameras bleibt selten der manuelle Eingriff erspart. Es reicht allerdings nicht, einfach am Kontrastregler zu ziehen.

Wer an einem wolkenverhangenen Tag aus einem hell erleuchteten Raum ins Freie tritt, merkt kaum, dass die Helligkeit plötzlich auf das Zehnfache und mehr ansteigt, denn das menschliche Auge passt sich sehr rasch an unterschiedlichste LichtverhÀltnisse an. Es funktioniert in einer lichtdurchfluteten Schneelandschaft bei mehr als 100.000 Lux und vermag selbst in einer sternklaren, mondlosen Nacht bei 0,001 Lux noch etwas zu erkennen.

Der Kontrastumfang ist die Ursache dafĂŒr, dass uns trĂŒbes Tageslicht manchmal dunkler vorkommt als ein erleuchtetes BĂŒro, obwohl es umgekehrt ist. An einem trĂŒben, vielleicht sogar nebligen Tag sind die Helligkeitsunterschiede zwischen den dunkelsten und den hellsten Details recht gering. In einem Raum mit kĂŒnstlichem Licht gibt es dagegen meist auch tiefe Schatten und damit mehr Kontrast. Schon die alten flĂ€mischen Meister haben gewusst, dass sie mit dunklen HintergrĂŒnden mehr gefĂŒhltes Licht in ihre GemĂ€lde bringen. Helle HautflĂ€chen und gemalte Kerzenflammen scheinen in diesen Bildern regelrecht von selbst zu leuchten.

Moderne Kameras adaptieren dank ausgeklĂŒgelter Belichtungsmesser Ă€ußerst schnell Blende und Belichtungszeit an unterschiedliche Helligkeit. Der von einem Sensor erfassbare Kontrastumfang umfasst allerdings in der Regel maximal neun Blendenstufen. In dem Fall geht von der hellsten Stelle des Motivs 29 = 512 Mal so viel Licht aus wie von der dunkelsten. Eine Szene im Sonnenlicht ĂŒbertrifft diese Bandbreite allerdings bereits deutlich. Die Folge: Je nach der konkreten Belichtungseinstellung werden entweder die Schatten unterbelichtet und damit schwarz oder helle Bildstellen wie der Himmel ĂŒberbelichtet und damit zu einer konturlosen weißen FlĂ€che.

Beim Filmnegativ verlĂ€uft der Übergang zu Über- oder Unterbelichtung weich, deshalb lassen sich aus falsch belichteten Negativen oft noch Details herauskitzeln. Vergleichbares erlaubt das Digitalfoto höchstens in unterbelichteten Bereichen, und dies auch nur zum Preis sichtbaren Rauschens. Die Schlussfolgerung: Unterbelichtung mag schlecht sein, Überbelichtung ist hingegen absolut verboten. Wie man Überbelichtungen vermeidet, steht im folgenden Kapitel.

Das von Kompaktkameras verwendete JPEG-Format speichert pro RGB-Farbkanal 256 Helligkeitsabstufungen. Die Mischung ergibt die berĂŒhmte „True-Color“-Zahl von 256 × 256 × 256 = 16,7 Millionen Farben. Der Kontrast zwischen dem kleinsten und dem grĂ¶ĂŸten Helligkeitswert betrĂ€gt aber lediglich 1:255, also etwa acht Blendenstufen.

Dem Ausgangsfoto mangelt es an Mitteltönen. Der automatische Kontrastausgleich von PhotoPlus hebt die Schatten zu weit an.

Dem Ausgangsfoto mangelt es an Mitteltönen. Der automatische Kontrastausgleich von PhotoPlus hebt die Schatten zu weit an.

Diese Dynamikkompression ist durchaus gewollt, denn fĂŒr die Darstellung auf einem guten Monitor reichen 256 Helligkeitsstufen. Je nach Farb- und PapierqualitĂ€t weisen Drucke sogar noch geringere KontrastumfĂ€nge auf. Es kommt nur darauf an, dass die feinen Helligkeitsunterschiede im Motiv (die Detailzeichnung) erhalten bleiben – und zwar sowohl in den dunklen als auch in den hellen Bildbereichen. Leider kommt es dabei oft vor, dass bildwichtige Details an das untere oder obere Ende des Dynamikumfangs rutschen und die Mitteltöne weitgehend leer bleiben. Im Histogramm zeigt sich dies in zwei Bergen mit einem tiefen Tal dazwischen.

Ein solcher fehlerhafter Kontrast lĂ€sst sich aber manuell ausgleichen. Viele Programme, darunter auch PhotoPlus [1], besitzen eine Automatik, die den Kontrast in den ĂŒberwiegenden Helligkeitsbereichen verstĂ€rkt. Im oben abgebildeten Foto von der Parkanlage betrifft dies vor allem die Schatten. Jede KontrastverstĂ€rkung in einem Helligkeitsbereich bewirkt aber eine Kontrastverringerung in anderen Bereichen. Eine andere, besser steuerbare Methode muss her.

Die Belichtungsautomatik moderner Kameras ist auf Standardsituationen ausgelegt. Bei kontrastschwachen Motiven steuert sie die Belichtung so, dass der Sensor eine mittlere Lichtmenge erhĂ€lt, die nach der Digitalisierung einem Tonwert von 128 entspricht. Man kann dies mit der Aufnahme einer gleichförmig hellen FlĂ€che ĂŒberprĂŒfen, etwa des weißen Monitorbilds: Das Foto zeigt nicht weiß, sondern grau; das von der Kamera angezeigte Histogramm besteht aus einer schmalen Spitze, die genau in der Mitte liegt. Wenn eine helle Schneelandschaft auf dem Foto trĂŒb und grau wird, dann hat genau diese Mittelmaßautomatik zugeschlagen. Insbesondere tritt dieser Fehler bei der Standardmethode „Matrixmessung“ auf, die mehrere Messfelder einbezieht. Viele Kameras berĂŒcksichtigen die in der Bildmitte liegenden Felder stĂ€rker. Das Verfahren bringt aber höchstens bei PortrĂ€ts bessere Ergebnisse, im Schnee hilft es nicht weiter.

Oft genĂŒgt schon eine geringe Verschiebung des Bildausschnitts, um dem Belichtungsmesser der Kamera andere Messwerte zu liefern, die die Belichtung drastisch Ă€ndern.

Oft genĂŒgt schon eine geringe Verschiebung des Bildausschnitts, um dem Belichtungsmesser der Kamera andere Messwerte zu liefern, die die Belichtung drastisch Ă€ndern.

Da die Kamera stets mit dem Ziel „Grau“ misst, kann man eine graue FlĂ€che vor die Linse halten, die vom gleichen Licht wie das Motiv beleuchtet wird. Dies garantiert eine exakte Belichtung. Profis nutzen standardisierte Graukarten mit 18 Prozent Reflexionsvermögen, was optisch einem mittleren Grau entspricht. In der Praxis genĂŒgt eine grĂŒne RasenflĂ€che.

Noch einfacher stellt man eine feste Belichtungskorrektur von +2,0 bis +2,5 EV ein und wĂ€hlt mit der Spot-Messmethode die hellste Stelle im Motiv. Damit erhĂ€lt man eine optimale Belichtung des gesamten Bildes und vor allem korrekt aufgenommene Lichter. Mit Korrekturwerten von +2,0 bis +2,3 sind Überbelichtungen praktisch ausgeschlossen, bei +2,5 werden die hellsten Bildstellen schon reinweiß. Lichtquellen selbst sollte man nicht direkt messen; es sei denn, es geht darum, deren Innenleben abzubilden, wobei dann sicher der Rest des Bildes in Dunkelheit versinkt.

Physikalischer Hintergrund dieser Methode ist der feste Abstand zwischen mittlerer und höchster Helligkeit im Motiv. UnabhĂ€ngig von der absoluten Helligkeit betrĂ€gt dieser Abstand stets 2,47 Belichtungsstufen. Daher funktioniert die Methode bei Mondlicht ebenso wie im gleißenden Mittagslicht. Zudem ist man nicht wie bei der Graukartenmethode darauf angewiesen, dass am Kamerastandort die gleichen LichtverhĂ€ltnisse wie beim Motiv herrschen. Mit etwas Erfahrung erkennt man sehr schnell die hellsten Motivbereiche.

Kontrastarme Motive, zum Beispiel Nebelbilder, nimmt die Kamera mit dieser Messmethode ungewohnt hell auf. Dies ist jedoch kein Nachteil, denn dadurch wĂ€chst der sogenannte Rauschabstand. Die Helligkeit lĂ€sst sich spĂ€ter immer noch per Bildbearbeitung verringern. Eventuell verrauschte Tiefen, die bei spĂ€rlicher Belichtung im Bild verbleiben mĂŒssten, werden dabei abgeschnitten.

Eine erhöhte ISO-Empfindlichkeit hilft zwar gegen Verwacklung durch zu lange Belichtungszeit, verstĂ€rkt aber auch das Rauschen. Einen zu dunklen Vordergrund, etwa bei Gegenlichtaufnahmen, hellt man deshalb besser mit Hilfe des Aufhellblitzes auf. Dieser sollte recht schwach eingestellt sein, damit das Motiv nicht an RĂ€umlichkeit verliert. Die spĂ€ter vorgestellte Methode zur Schattenaufhellung Ă€hnelt in ihrer Wirkung dem Aufhellblitz, weshalb englischsprachige Programme sie oft mit dem gleichen Wort „fill light“ bezeichnen.

PhotoPlus 10 verfĂŒgt ĂŒber mehrere Werkzeuge zur Korrektur von Helligkeit und Kontrast. Legt man die Werkzeuge als nichtdestruktive Anpassungsebene ĂŒber das Bild, bleiben die Effekte verĂ€nderbar und das Original unangetastet. Die unterschiedliche Wirkung lĂ€sst sich außerdem gut durch Ein- und Ausblenden der Anpassungsebenen vergleichen. Die untenstehende Bilderserie zeigt exemplarisch die Ergebnisse der Werkzeuge „Helligkeit/Kontrast“, „Gradationskurve“ und „Tonwertkorrektur“ in PhotoPlus.

Die Hausfront soll aufgehellt werden, ohne dass die Detailzeichnung des Himmels leidet. Das gelingt weder mit den Werkzeugen Helligkeit/Kontrast noch der Tonwertkorrektur oder der Gradationskurve.

Die Hausfront soll aufgehellt werden, ohne dass die Detailzeichnung des Himmels leidet. Das gelingt weder mit den Werkzeugen Helligkeit/Kontrast noch der Tonwertkorrektur oder der Gradationskurve.

FĂŒr den Kontrastausgleich ist das „Helligkeit/Kontrast“-Werkzeug trotz seines Namens völlig ungeeignet. Zwar lassen sich dunkle Schatten gut aufhellen, doch dabei fressen die Lichter aus.

Das lĂ€sst sich bei der Funktion Tonwertkorrektur dank des eingeblendeten Histogramms vermeiden. FĂŒhrt man den linken und rechten Regler an die Ă€ußeren Flanken des Gebirges heran, ohne es anzuschneiden, bleiben Details in den Schatten und Lichtern erhalten. Der mittlere Regler verĂ€ndert die Helligkeit: Schiebt man ihn nach links, hellt Photo-Plus das Bild auf, bewegt man ihn in die andere Richtung dunkelt es das Foto ab. Dabei verĂ€ndert sich auch der Kontrast, er lĂ€sst sich aber nicht getrennt beeinflussen. Deshalb eignet sich die Tonwertkorrektur nur fĂŒr leichte Helligkeitskorrekturen.

Beide genannten Werkzeuge ersetzt das klassische Universalwerkzeug der Bildbearbeitung, die Gradationskurve. Im Prinzip lassen sich damit Helligkeit und Kontrast fĂŒr alle im Bild vorkommenden Helligkeitsbereiche einzeln festlegen. Die Abweichung der Kurvenpunkte von der 45-Grad-Diagonalen nach oben oder unten bestimmt die VerĂ€nderung der Helligkeit. Die Steigung der Kurve bestimmt den Kontrast. Verlagert man die Kurvenmitte nach oben, geraten die Mitteltöne des Bildes heller. Gleichzeitig steigt der Kontrast in den Schattenbereichen.

Die Gradationskurve gilt als das Universalwerkzeug der Bildbearbeitung. Die S-Kurve verstÀrkt den Kontrast, das umgekehrte S dient dem Kontrastausgleich.

Die Gradationskurve gilt als das Universalwerkzeug der Bildbearbeitung. Die S-Kurve verstÀrkt den Kontrast, das umgekehrte S dient dem Kontrastausgleich.

In der Praxis fĂŒhrt allerdings jede gewĂŒnschte VerĂ€nderung der Kurve in einem Helligkeitsbereich auch oft zu unerwĂŒnschten VerĂ€nderungen in anderen Bereichen. So sinkt im eben genannten Beispiel der Kontrast in den Lichtern, zudem werden diese zusĂ€tzlich aufgehellt.

Zwei Standardkurven sind alltagsbewĂ€hrt: Eine S-förmige Links-Rechts-Kurve mit leichter Steigung in Schatten und Lichtern sowie steilem Anstieg in der Mitte eignet sich zum Aufpeppen flauer Bilder; sie erhöht den Kontrast im Mitteltonbereich. Das Ausgangsbild sollte aber weder helle Lichter noch tiefe Schatten aufweisen, da diese noch heller beziehungsweise dunkler erscheinen. Die umgekehrte S-Kurve mit steilem Anstieg in Schatten und Lichtern sowie relativ geringer Steigung in der Mitte verstĂ€rkt den Kontrast in dunklen und hellen Bereichen, geht aber auf Kosten der Mitteltöne, die damit schnell flau und unansehnlich werden. Hier hilft es, von der Korrektur auszunehmende Bereiche zu maskieren – dazu gleich mehr.

Eine Alternative zur Kontrastkorrektur per Gradationskurve bieten die Ebenen-Mischmodi. Dabei ĂŒberlagert man zwei identische Bildebenen in den Modi „vervielfachen“ oder â€žĂŒberlappen“. Die Anpassung beruht aber ebenfalls auf GradationsĂ€nderungen, die sich flexibler mit Kurven erreichen lassen.

Idealerweise möchte man die Schatten unabhĂ€ngig von den Lichtern korrigieren. Genau das verspricht das PhotoPlus-Werkzeug „Schatten/Zwischentöne/Glanzlichter“ mit je drei Reglern fĂŒr Schatten und Glanzlichter sowie einem globalen Kontrastregler. Neben der IntensitĂ€t lĂ€sst sich der Helligkeitsbereich einstellen, innerhalb dessen Bildpixel aufgehellt beziehungsweise abgedunkelt werden. Ein grĂ¶ĂŸerer „Radius“ soll eigentlich fĂŒr sanfte ÜbergĂ€nge sorgen und Details hervorheben, doch genau das Gegenteil ist der Fall: An Kanten entstehen LichtkrĂ€nze und Details werden verwischt. Man sollte daher auf das Werkzeug verzichten.

Das Werkzeug Schatten/Zwischentöne/Glanzlichter bringt selbst bei geringen Radien unschöne graue Flecken ins Bild.

Das Werkzeug Schatten/Zwischentöne/Glanzlichter bringt selbst bei geringen Radien unschöne graue Flecken ins Bild.

Von Hand lĂ€sst sich das gesteckte Ziel aber in guter QualitĂ€t und mit nur wenig Mehraufwand erreichen. Das Arbeitsprinzip des eben genannten Filters beruht auf einer programminternen Maskierung von hellen beziehungsweise dunklen Bildbereichen. Da PhotoPlus Anpassungsebenen und Ebenenmasken unterstĂŒtzt, liefert es alle Voraussetzungen fĂŒr eine manuelle, aber dafĂŒr besser und flexibler anpassbare Kontrastkorrektur (siehe unten).

Dazu wĂ€hlt man zunĂ€chst das zu korrigierende Bild komplett aus (Strg-A) und kopiert es in die Zwischenablage (Strg-C). Über die Hintergrundebene legt man eine Anpassungsebene „Gradationskurven“ und verbiegt die Kurve so, dass die Schatten nach Wunsch aufgehellt werden – ohne RĂŒcksicht auf die dabei ausfressenden Lichter. Diese deckt spĂ€ter die Maske ab.

Ist eine Auswahl vorhanden, fĂŒgt PhotoPlus der Anpassungsebene automatisch eine Ebenenmaske hinzu. Andernfalls kann man die Ebenenmaske auch manuell hinzufĂŒgen. Ein Klick in die Miniatur fĂŒhrt dazu, dass Photo-Plus in die Ebenenmaske wechselt. Nach Markieren des gesamten Maskenbereichs mit Strg-A kann man per Umschalt-Strg-L dort das in der Zwischenablage liegende Originalbild einfĂŒgen – ohne eine Auswahl passiert nichts. Die Software wandelt das eingefĂŒgte Bild automatisch in Graustufen. Der Befehl Alt-Klick auf die Miniatur zeigt die Maske zum Bearbeiten in voller GrĂ¶ĂŸe.

Der gezeigte Ebenenaufbau hellt ĂŒber Gradationskurven die Tiefen auf und dunkelt die Lichter ab. Maskierungen legen fest, wo die Effekte im Einzelenen wirken.

Der gezeigte Ebenenaufbau hellt ĂŒber Gradationskurven die Tiefen auf und dunkelt die Lichter ab. Maskierungen legen fest, wo die Effekte im Einzelenen wirken.

Dupliziert man die Einstellungsebene samt Maske, lassen sich die im jeweils entgegengesetzten Helligkeitsspektrum liegenden Bildanteile auf elegante Weise separat bearbeiten. Der MenĂŒbefehl Bild/Anpassen/Negativbild invertiert die Maske einer der Anpassungsebenen. Die Ebene mit der invertierten Maske dient zum Bearbeiten der dunklen Bildbereiche (im Beispiel die untere); die erste, ursprĂŒngliche Anpassungsebene kĂŒmmert sich um die hellen Bereiche des darunter liegenden Originals. Nach dem Ausblenden jeweils einer der Ebenen kann man sich mit den Gradationskurven beschĂ€ftigen und separat Lichter absenken und die Tiefen aufhellen.

Durch Ziehen der beiden Ă€ußeren Reglerdreiecke zur Mitte lĂ€sst sich per Tonwertkorrektur der Kontrast in den Masken erhöhen

Durch Ziehen der beiden Ă€ußeren Reglerdreiecke zur Mitte lĂ€sst sich per Tonwertkorrektur der Kontrast in den Masken erhöhen

Alles Weitere hĂ€ngt von der Einstellung der Gradationskurven und der Nachbearbeitung der Masken ab. In der Regel sind diese zu kontrastarm. Das Tonwertkorrekturwerkzeug kann den Kontrast erhöhen, bis die abzudeckenden Bildbereiche in der Maske wie in der Abbildung tiefschwarz, die zu verĂ€ndernden Bereiche hingegen weiß sind. Grauwerte lassen die Korrekturen halb durch und sind fĂŒr unsichtbare ÜbergĂ€nge wichtig, können aber auch zu unschönen RĂ€ndern und grauen Flecken fĂŒhren.

Besonders bei stark strukturierten Masken lohnt der Einsatz des Weichzeichners. Er verhindert, dass bei der Angleichung von Schatten und Lichtern der Detailkontrast verwischt. Andererseits kann er an großflĂ€chigen Hell-Dunkel-ÜbergĂ€ngen, im Beispiel vom Himmel zum Waldrand, zu störenden LichtkrĂ€nzen fĂŒhren. Letztere verhindert entweder ein sehr geringer Weichzeichnungsradius von einem bis fĂŒnf Pixeln oder ein sehr großer von 100 Pixeln oder mehr.

Über den Dialog Kanalberechnungen lĂ€sst sich aus einem Farbkanal (hier aus dem Rotkanal) ein Graustufenbild gewinnen, das als Vorlage fĂŒr eine Maske dienen kann.

Über den Dialog Kanalberechnungen lĂ€sst sich aus einem Farbkanal (hier aus dem Rotkanal) ein Graustufenbild gewinnen, das als Vorlage fĂŒr eine Maske dienen kann.

Fehlstellen in den Masken haben zuweilen unerwĂŒnschte Nebeneffekte; beispielsweise können Details und Spitzlichter zu stark abdunkeln. Solchen Fehlern rĂŒckt man per Malpinsel mit weich eingestelltem Rand, verringerter Deckkraft und schwarzer beziehungsweise weißer Farbe wirksam zu Leibe. Oftmals besser geeignet sind die Pinselwerkzeuge „Abwedeln“ und „Nachbelichten“ – diese lassen sich aber zumindest in PhotoPlus 10 nicht auf Masken anwenden.

Mit Masken erzielt man auch bei zunÀchst langweilig erscheinendne Bildern beeindruckende Ergebnisse, ohne dass dabei Bildinformationen verloren gehen.

Mit Masken erzielt man auch bei zunÀchst langweilig erscheinendne Bildern beeindruckende Ergebnisse, ohne dass dabei Bildinformationen verloren gehen.

FĂŒr die Masken sollte man nicht unbedingt das komplette Originalbild nehmen. Ein Farbauszug des Rot-, GrĂŒn- oder Blaukanals besitzt hĂ€ufig den besseren Kontrast fĂŒr den beabsichtigten Zweck. Der Dialog Bild/Kanalberechnungen reduziert das Bild auf einen gewĂŒnschten Kanal – er sollte daher nur auf einer Bildkopie angewandt werden. Auch mit dem Kanalmixer lĂ€sst sich ein Farbauszug erstellen, indem man „monochrom“ wĂ€hlt und die beiden nicht erwĂŒnschten KanĂ€le auf Null einstellt. Er wartet mit der zusĂ€tzlichen Möglichkeit auf, KanĂ€le zu mischen.

Beim Maskieren einzelner Helligkeits- oder Farbbereiche hilft die Auswahl mit dem Zauberstab oder ĂŒber den Dialog Auswahl/Farbbereich. Legt man anschließend eine Anpassungsebene an, wandelt PhotoPlus die Auswahl automatisch in eine Ebenenmaske um.

Die Maskierung der Tiefen und Lichter erlaubt Kontrastkorrekturen, die mit den eingangs beschriebenen Werkzeugen undenkbar sind. Doch auch sie kann nur mit dem vorhandenen Pixelmaterial arbeiten. Gegen komplett ausgefressene Lichter oder abgesoffene Schatten ist sie machtlos.

Belichtet man richtigerweise auf die Lichter, besteht bei kontrastreichen Motiven immer die Gefahr, dass die Schatten wegen des begrenzten Kontrastumfangs einer Kamera absaufen. Das passierte im Bildbeispiel unter den AlleebÀumen. Solche Bereiche lassen sich nicht mit befriedigenden Ergebnissen aufhellen, da sie stark verrauscht sind. Das muss allerdings auch nicht in jedem Fall sein. Im Beispiel der AlleebÀume verstÀrken die dunklen Schatten den dramatischen Effekt.

Rauschen stellt fĂŒr die Schattenaufhellung ein generelles Hindernis dar. Die Rauschentfernung guter Filter kann hier zu einem geringen Grad helfen. Auch Kompressionsartefakte treten bei der KontrastverstĂ€rkung deutlicher zutage. Deshalb sollte man beim Fotografieren immer die höchste JPEG-QualitĂ€tsstufe wĂ€hlen.

Beherrscht die Kamera ein Raw-Dateiformat, empfiehlt sich dieses mindestens fĂŒr Fotos, wo es auf hohen Kontrastumfang ankommt. JPEG-Artefakte kommen hier nicht vor, auch der erfassbare Kontrastumfang vergrĂ¶ĂŸert sich. Es ist möglich, zwei unterschiedlich bearbeitete AbzĂŒge eines Fotos per maskierter Überlagerung zu einem Bild mit höherem und ausgeglichenem Kontrast zusammenzufĂŒhren. Noch besser sind zwei unterschiedlich belichtete Aufnahmen, um daraus ein HDR-Foto mit hohem Dynamikumfang zu gewinnen [1, 2].

Bei SchĂ€rfe und Kontrast handelt es sich im Grunde um das gleiche Thema. Ein als scharf empfundenes Bild hat kontrastreiche ÜbergĂ€nge zwischen unterschiedlich hellen Details, dagegen ist bei einem unscharfen Bild der Helligkeitsverlauf an diesen Stellen ĂŒber mehrere Pixel verschmiert. Einfache Scharfzeichnungsfilter heben den Kontrast zwischen Nachbarpixeln an. Vorhandenes Bildrauschen können sie jedoch verstĂ€rken, trotzdem bleibt der visuelle SchĂ€rfungseffekt recht gering.

Das Modell zeigt, wie der USM-Filter eine Kante mit ansteigendem Kontrast schÀrft (Original im Hintergrund)

Das Modell zeigt, wie der USM-Filter eine Kante mit ansteigendem Kontrast schÀrft (Original im Hintergrund)

Unser Auge betrĂŒgt uns, wenn man es mit dem SchĂ€rfen ĂŒbertreibt. Eine Überhöhung des Kantenkontrastes fĂŒhrt dazu, dass wir solche Bilder subjektiv als schĂ€rfer empfinden, als höher aufgelöste und deshalb objektiv schĂ€rfere Bilder mit geringerem Kantenkontrast. Trotzdem sollte man darauf achten, dass die Überhöhung gerade noch nicht als dunkler oder heller SchĂ€rfungsrand ins Auge fĂ€llt.

Der Filter „Unscharf maskieren“ (USM) eignet sich besser fĂŒr diese Aufgabe. Trotz seines Namens handelt es sich bei USM um einen SchĂ€rfungsfilter. Mit ihm lĂ€sst sich sowohl festlegen, wie stark der Kontrast ausfallen soll, als auch der Radius, innerhalb dessen sich dies auswirkt. Intern verknĂŒpft die Funktion eine unscharfe Bildversion mit dem Original. Der Radius regelt die Breite der SchĂ€rfung in Pixeln. Als Richtwerte kann man mit 0,5 bis 2 Pixeln experimentieren. Mit dem Regler „Schwellenwert“ lassen sich kontrastarme Bereiche von der SchĂ€rfung ausschließen.

Viele Kameras schĂ€rfen Fotos bereits bei der Aufnahme, um sie fĂŒr die Darstellung auf dem Monitor zu optimieren. ZusĂ€tzlich zu schĂ€rfen empfiehlt sich höchstens fĂŒr den Ausdruck, vor allem, wenn man das Foto vergrĂ¶ĂŸern oder nur einen Ausschnitt drucken möchte. Allerdings bewirkt auch der USM-Filter keine Wunder: Grobe UnschĂ€rfe durch falsche Fokussierung und verwackelte Bilder kann er nicht wieder korrigieren.

Der USM-Filter kann LichtkrĂ€nze erzeugen (ganz oben rechts). Beim Hochpass-Filter (Mitte) treten sie kaum auf. Durch Überlagern mit dem Original (Unten) schĂ€rft er auf schonende Weise.

Der USM-Filter kann LichtkrĂ€nze erzeugen (ganz oben rechts). Beim Hochpass-Filter (Mitte) treten sie kaum auf. Durch Überlagern mit dem Original (Unten) schĂ€rft er auf schonende Weise.

Der USM-Filter kann unerwĂŒnschte weiße und schwarze LichtkrĂ€nze erzeugen. Das liegt daran, dass dieser Filter auch solche Kanten schĂ€rft, die bereits einen hohen Kontrast besitzen. Eine als Hochpass-SchĂ€rfen bekannt gewordene Methode vermeidet diesen Effekt und schĂŒtzt zudem geringe Kontraste vor der SchĂ€rfung und damit auch vor einem ungewollten Anstieg des Rauschens. Der Hochpass-Filter erzeugt ein Kantenbild auf grauem Grund.

Hier dupliziert man zunĂ€chst die zu schĂ€rfende Bildebene und wendet auf das Duplikat den Filter an (Effekte/Andere/Hochpass). Der Radius kann etwas höher liegen als die fĂŒr den USM-Filter empfohlenen Werte. Die Ebenen-Mischmodi „Überlappen“ oder „Sanftes Licht“ fĂŒgen die graue Version mit den geschĂ€rften Kanten und das Original zusammen. „Überlappen“ bewirkt etwas schĂ€rfere Kanten. LichtkrĂ€nze treten bei dieser Methode kaum auf, allerdings erreicht man krĂ€ftigere SchĂ€rfungen nur mit mehrmaliger Anwendung.

Der Filter "Unscharf maskieren" kann nicht nur schÀrfen, sondern auch lokale Kontraste erhöhen (links das Original, rechts das Ergebnis).

Der Filter "Unscharf maskieren" kann nicht nur schÀrfen, sondern auch lokale Kontraste erhöhen (links das Original, rechts das Ergebnis).

Die Wirkung lokaler KontrastĂ€nderung erstreckt sich ĂŒber einige Dutzend bis einige hundert Pixel. Sie schĂ€rft nicht, sorgt aber fĂŒr lebendige Bildfarben und fein herausgearbeitete Details, ohne dass der globale Kontrast zu stark ansteigt und damit Schatten noch dunkler sowie Lichter noch heller werden. Das gesamte Bild wirkt klarer, so als hĂ€tte gerade ein Regen die Farben aufgefrischt.

Dazu dient wiederum der USM-Filter, angewendet auf ein Duplikat des Bildes – allerdings mit eher selten verwendeten Einstellungen: Die IntensitĂ€t bleibt unter 50, der Radius darf dagegen hohe Werte von mindestens 30 annehmen. Bilder mit stark abgegrenzten Hell-Dunkel-FlĂ€chen mĂŒssen noch höhere Radien erhalten, sonst erscheinen Halos.

Erscheint ein Bild nicht bunt genug, greift man gern zum SĂ€ttigungsregler. Doch dabei tritt das gleiche Problem zutage wie beim SchĂ€rfen per USM-Filter: Der Regler wirkt ausnahmslos auf alle Pixel. Wenn die gewĂŒnschten Bildbereiche endlich die richtige SĂ€ttigung haben, erscheinen andere bereits ĂŒbersĂ€ttigt. Da kein Schwellenwert-Regler existiert, erhalten auch Bereiche einen Farbstich, die farblos bleiben sollen.

Das Simpelfilter-Plug-in Maskerade erstellt eine SĂ€ttigungsmaske. Der gewĂŒnschte SĂ€ttigungsbereich lĂ€sst sich ĂŒber Bereichsregler genau eingrenzen.

Das Simpelfilter-Plug-in Maskerade erstellt eine SĂ€ttigungsmaske. Der gewĂŒnschte SĂ€ttigungsbereich lĂ€sst sich ĂŒber Bereichsregler genau eingrenzen.

Im Dialog Farbton/SĂ€ttigung/Helligkeit ist lediglich die EinschrĂ€nkung auf bestimmte Farbbereiche möglich. Sie hilft jedoch nicht weiter, denn statt auf Farbbereiche soll die SĂ€ttigungskorrektur RĂŒcksicht auf die vorhandene SĂ€ttigung nehmen. Dazu dient eine SĂ€ttigungsmaske, deren Herstellung mit den Bordmitteln der meisten Bildbearbeitungsprogramme nicht möglich ist. Das Plug-in „Maskerade“ aus der Simpelfilter-Sammlung [2] assistiert PhotoPlus dabei. Zur Installation kopiert man es im Programmverzeichnis Serif/PhotoPlus in den Plug-ins-Ordner und startet danach die Bildbearbeitung.

Plug-ins funktionieren in PhotoPlus nur auf der Hintergrundebene. Damit das Plug-in alle Bildteile erfasst, muss man zuerst alle Ebenen auf die Hintergrundebene reduzieren. Daher sollte man vor der Bearbeitung unbedingt eine Kopie des Bildes anlegen. Nach Aufruf des Plug-in ĂŒber Effekte/Plugins/SimpelFilter steht die Maske „SĂ€ttigung“ zur Auswahl. Sie lĂ€sst sich aus einem Farbkanal erstellen, um spĂ€ter mit der Maske nur diese eine Farbe zu beeinflussen. In diesem Fall sollen alle KanĂ€le berĂŒcksichtigt werden.

Die Plug-in-Voreinstellung erzeugt eine SĂ€ttigungsmaske, die Bildbereiche hoher SĂ€ttigung weiß und geringer SĂ€ttigung schwarz zeigt. Die schwarzen wĂŒrden bei der spĂ€teren SĂ€ttigungskorrektur ausgelassen. Zieht man beide Bereichsregler nach links, erscheinen die ungesĂ€ttigten Bereiche hell. Durch Auseinanderziehen beider Regler erweitert sich der Bereich, mit dem Kontrastregler lĂ€sst er sich nach beiden Seiten einschrĂ€nken. Ziel ist es, die mittelmĂ€ĂŸig gesĂ€ttigten Bereiche zwischen beiden Extremen auszuwĂ€hlen. Je nach Bild muss man etwas mit den Reglern experimentieren.

Nach dem Klick auf OK sollte das Bild in Bereichen, in denen die zu korrigierenden Farben liegen, hell erscheinen und in voll gesÀttigten beziehungsweise entsÀttigten Zonen schwarz. So kann es als SÀttigungsmaske dienen.

Über das Originalbild kommt nun eine Anpassungsebene „Farbton/SĂ€ttigung/Helligkeit“, in deren Dialog man die SĂ€ttigung auf einen recht hohen Wert verschiebt. Die Anpassungsebene erhĂ€lt eine Ebenenmaske, in die man die eben erstellte Maske kopiert. Wichtig dabei ist wiederum, die Ebenenmaske komplett auszuwĂ€hlen und dann erst das Bild aus der Zwischenablage per Strg-Umschalt-L einzufĂŒgen.

Bei erhöhter SĂ€ttigung wirkt das Ausgangsbild grell (Mitte), ohne flau (links). Eine SĂ€ttigungsmaske (Mitte oben) beschrĂ€nkt die Korrektur auf mittelmĂ€ĂŸig gesĂ€ttigte Bereiche.

Bei erhöhter SĂ€ttigung wirkt das Ausgangsbild grell (Mitte), ohne flau (links). Eine SĂ€ttigungsmaske (Mitte oben) beschrĂ€nkt die Korrektur auf mittelmĂ€ĂŸig gesĂ€ttigte Bereiche.

In weißen Maskenbereichen schlĂ€gt die SĂ€ttigungserhöhung nun voll durch, in den schwarzen gar nicht, in grauen Bereichen je nach Helligkeit. Die Maske lĂ€sst sich noch, wie zuvor beschrieben, per Tonwertkorrektur und Pinsel nachbearbeiten (siehe Blumen im Beispiel). Den Weichzeichner benötigt man in der Regel nicht. Da das menschliche Auge auf Farbunterschiede weniger empfindlich reagiert als auf Helligkeitsunterschiede, muss man den Pinsel nicht allzu exakt schwingen. Abschließend stellt man den SĂ€ttigungsregler fein ein.

Eine zweite, auf die gleiche Weise eingefĂŒgte Anpassungsebene verringert bei Bedarf die SĂ€ttigung in zu bunten Bereichen. Dazu kopiert man die eben erstellte Anpassungsebene samt Ebenenmaske und kehrt die Ebenenmaske per Negativ-Befehl um. Der Ebenenaufbau entspricht damit dem Beispiel zum Kontrastausgleich mit Gradationskurven.

Im Bildbeispiel sollen alle Farben krÀftiger erscheinen. Daher ist die zweite Anpassungsebene zur SÀttigungsverringerung eigentlich nicht nötig. Es lohnt sich aber, bei anderen Motiven damit zu experimentieren. Wenige krÀftige Farben kommen hÀufig besser zur Geltung, wenn sie mit einer relativ farblosen Umgebung kontrastieren.

Die Kamerahersteller ĂŒberbieten sich mit immer höheren Auflösungen, allerdings sind Bilder in voller Detailzeichnung nicht immer gewĂŒnscht. Das Gehirn selektiert beim Sehen und blendet störende Details aus. Um die Aufmerksamkeit auf ein Motiv wie die Person in einem PortrĂ€t zu lenken, empfiehlt es sich, mit weit geöffneter Blende zu fotografieren, damit der Hintergrund in UnschĂ€rfe verschwimmt. Leider erlauben digitale Kompaktkameras mit ihren kleinen Sensoren diese Art der Gestaltung per TiefenunschĂ€rfe nur begrenzt.

Es gibt aber andere Möglichkeiten, den Informationsgehalt eines Bildes einzuschrĂ€nken und damit den Blick des Betrachters auf Wesentliches zu konzentrieren. Dabei ist Abstraktion kein Notbehelf, in Form des Schwarzweißfotos ist sie sogar sehr gelĂ€ufig. Der Verzicht auf Farbe hebt die grafischen Strukturen eines Bildes deutlicher hervor. Die Konvertierung in Graustufen ist jedoch keineswegs trivial.

Je nach Farbinterpretation kann ein Schwarzweißbild unterschiedlich wirken (rechts einzelne FarbauszĂŒge, links unten das Ergebnis der Standard-Graustufenumsetzung).

Je nach Farbinterpretation kann ein Schwarzweißbild unterschiedlich wirken (rechts einzelne FarbauszĂŒge, links unten das Ergebnis der Standard-Graustufenumsetzung).

Die Graustufenumsetzung sollte man nicht der Digitalkamera ĂŒberlassen, auch wenn sie so einen Modus besitzt. Man verschenkt damit fast alle kreativen Eingriffsmöglichkeiten. Profis benutzen fĂŒr Aufnahmen auf Schwarzweißfilm seit jeher Farbfilter, um beispielsweise Wolken vor blauem Himmel kontrastreicher abzubilden. Das Gleiche gelingt heute einfacher mit nahezu jeder Bildbearbeitung. Einzige Voraussetzung: Das Foto muss als RGB-Farbbild vorliegen.

Ein Blick in die einzelnen FarbkanĂ€le zeigt, wie stark die Wirkung eines Graustufenbilds von der Farbinterpretation abhĂ€ngt. Die einfache Graustufenumsetzung (Bild/Anpassen/Graustufen) gewichtet die Farben nach ihrer empfundenen Helligkeit, ist aber fĂŒr die Bildwirkung selten die beste Lösung.

Viele Fotos wirken als Schwarzweißbild interessanter. Die beiden Graustufenumsetzungen mit dem Kanalmixer zeigen wie unterschiedlich das Ergebniss ausfallen kann.

Viele Fotos wirken als Schwarzweißbild interessanter. Die beiden Graustufenumsetzungen mit dem Kanalmixer zeigen wie unterschiedlich das Ergebniss ausfallen kann.

Wer die Farbinterpretation selbst steuern möchte, öffnet den Kanalmixer, wĂ€hlt „monochrom“ und mischt das Bild nach Belieben aus den einzelnen FarbkanĂ€len. Die Summe aller Werte sollte 100 Prozent betragen, da man sonst Tonwerte abschneidet (Clipping). Das SimpelFilter-Plugin GrayMixer berechnet diese Summe selbststĂ€ndig und schĂŒtzt auf Wunsch einzelne KanĂ€le. Das Plug-in Virtual Photographer [3] bietet darĂŒber hinaus voreingestellte Korncharakteristiken sowie Tönungen fĂŒr Schwarzweißfilme. Auch hier gilt, dass PhotoPlus 10 sie nur auf die Hintergrundebene anwendet.

Das Plug-in Virtual-Photographer tönt Graustufenbilder, ergÀnzt Körnung und gibt ihnen damit einen interessanten Charakter.

Das Plug-in Virtual-Photographer tönt Graustufenbilder, ergÀnzt Körnung und gibt ihnen damit einen interessanten Charakter.

Auch Schwarzweißfotos können durchaus ein wenig Farbe vertragen. Die sogenannte Tönung ist eine klassische Dunkelkammertechnik zum chemischen EinfĂ€rben von Schwarzweißbildern. Mit digitaler Technik stehen nicht nur ein paar ausgewĂ€hlte, sondern alle möglichen Farben zur VerfĂŒgung. Bilder wirken dadurch oft verblĂŒffend edel. Virtual Photographer stellt klassische Farben zur VerfĂŒgung, erlaubt dem Nutzer aber auch eigene Farbkreationen. Letztlich kann die richtige Menge Körnung dem Gesamteindruck den letzten Schliff verpassen und einem allzu glatten Digitalfoto im Druck oder bei der Belichtung professionellen Charakter verleihen.

Literatur

[1] Uwe SteinmĂŒller, Lichtkunst, High-Dynamic-Range-Komposition fĂŒr die kĂŒnstlerische Fotografie, c't 13/07, S.144

[2] André Kramer, High Dynamic Ranger, HDR-Programme erzeugen Fotos in nie gekanntem Detailreichtum, c't 13/07, S. 150 (tho [4])


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