zurück zum Artikel

OpenOffice 2.0 ist fertig

Nachdem die Entwickler vergangene Woche die geplante Freigabe des Open-Source-Office-Pakets kurzfristig verschoben hatten, steht die Version 2.0 jetzt fĂŒr Windows und Linux zum Download bereit.

UrsprĂŒnglich wollte das Projektteam des Open-Source-Office-Paketes OpenOffice den fĂŒnften Jahrestag der Freigabe [1] des StarOffice-Quelltextes mit Veröffentlichung der Version 2.0 gebĂŒhrend feiern. Doch die Vorbereitungen nahmen ein jĂ€hes Ende, als sich die Entwickler kurzfristig entschieden, einen vorher unterschĂ€tzten Fehler beim Speichern von PrĂ€sentationen zu beseitigen und den Termin um eine Woche zu verschieben [2]. Dieser Fehler sei so gravierend gewesen, da OpenOffice ein fehlerhaftes OpenDocument-Dateiformat erzeugt hatte, das andere Programme nicht hĂ€tten korrekt lesen können.

Jetzt steht die Version 2.0 des Office-Pakets fĂŒr Windows und Linux auf diversen Servern zum Download bereit, die man ĂŒber die Download-Seiten [3] der PrOOo-Box-CD-Distribution erreichen kann. Die deutschsprachige OpenOffice-Website [4] sollte die Downloads im Laufe des Tages ebenfalls anbieten.

Eine Übersicht ĂŒber die Neuerungen gibt die Seite OpenOffice.org 2.0 Features [5]. Mit OpenOffice 2.0, das zusĂ€tzlich zu Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, PrĂ€sentations- und Zeichnen-Software nunmehr auch eine Datenbank mitbringt, verspricht sich die Open-Source-Gemeinde eine weitaus grĂ¶ĂŸere Akzeptanz des kostenlosen Office-Pakets. Zu den Neueurungen gehört auch eine modifizierte OberflĂ€che, die sich jetzt stĂ€rker an die von Microsofts Office-Paket anlehnt, sowie zahlreiche neue Funktionen, sodass sich Alltagsaufgaben genau so gut wie mit Microsofts teurer Software erledigen lassen. Dies zeigt auch ein Test in der aktuellen c't 22/05 [6], die derzeit im Handel erhĂ€ltlich ist.

Durch konsequente Nutzung des auf XML beruhenden offenen OpenDocument-Formats [7] erwartet das Projekt eine weitaus stĂ€rkere Verbreitung des freien Office-Pakets auch in Firmen und Behörden. Dieses Dokumentformat wird derzeit auch von Suns kommerziellem OpenOffice-Derivat StarOffice 8 sowie von Programmen wie KOffice, Textmaker 2005 und AbiWord unterstĂŒtzt. Seit einiger Zeit verstĂ€rken aber auch Behörden, etwa in Massachusetts [8], und Firmen wie IBM [9] den Druck, damit auch andere Hersteller sich von proprietĂ€ren Formaten verabschieden und stattdessen OpenDocument in ihre Office-Anwendungen integrieren. Damit könne der Benutzer frei entscheiden, welche Software er einsetzen möchte. ()


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-139748

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/StarOffice-Quelltext-als-Open-Source-freigegeben-30175.html
[2] https://www.heise.de/news/Kein-Geburtstagsgeschenk-OpenOffice-2-0-verzoegert-sich-noch-einmal-Update-137562.html
[3] http://www.prooo-box.org/ooo-download.html
[4] http://de.openoffice.org
[5] http://www.openoffice.org/dev_docs/features/2.0/index.html
[6] http://www.heise.de/ct/
[7] http://www.oasis-open.org/committees/tc_home.php?wg_abbrev=office
[8] https://www.heise.de/news/Massachusetts-verpflichtet-Behoerden-zur-Nutzung-des-OpenDocument-Formats-127690.html
[9] https://www.heise.de/news/IBM-Vizepraesident-will-OpenDocument-durchsetzen-139165.html