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Russischer Spammer ermordet

Andreas Wilkens

Die Moskauer Polizei geht davon aus, dass Vardan Kushnir, der intensiv per E-Mail fĂŒr seine Unternehmen geworben hatte, Opfer eines Raubmordes geworden ist.

Vardan Kushnir, der in Moskau unter anderem das "American Language Center [1]" besaß und dafĂŒr sowie fĂŒr andere Unternehmungen massiv Spam verschickte [2], wurde am Wochenende tot in seiner Wohnung aufgefunden. Den Reaktionen der russischen Medien nach hatten nicht wenige Anlass gehabt, Kushnir wegen seiner Internet-MarketingaktivitĂ€ten zumindest nicht wohlgesinnt zu sein. In jĂŒngsten Berichten geht die Polizei allerdings davon aus, dass der GeschĂ€ftsmann Opfer eines Raubmordes geworden ist.

Das Verschicken unverlangter E-Mails ist in Russland nicht verboten, daran arbeitet momentan der Gesetzgeber. So sah sich Kushnir nicht daran gehindert, besonders in den Jahren 2002 und 2003 in Millionen elektronischer Botschaften an möglichst jeden Internet-Anschluss in Russland fĂŒr seine Unternehmen zu werben. Die Opfer griffen zur Selbsthilfe und veröffentlichten Telefonnummern von Kushnirs Unternehmungen im Internet beispielsweise als "Sex-Hotline", um Anrufe zu provozieren. Doch diese Aktionen [3] oder auch juristische Schritte sollen Kushnir nicht von seiner Meinung abgebracht haben, ein Recht auf Spammen zu haben.

Die Polizei geht nun davon aus, dass der 35-JÀhrige am Wochenende Besuch von drei Frauen in seiner Wohnung hatte. Diese hÀtten vermutlich versucht, ihn zu betÀuben und zu bestehlen. Das verabreichte Schlafmittel sei aber möglicherweise zu gering dosiert gewesen, so dass Kushnir aufwachte, wÀhrend der Besuch dabei war, die Wohnung auszurÀumen. Im darauffolgenden Handgemenge sei Kushnir durch mehrere SchlÀge auf den Kopf getötet worden.

Siehe dazu in Telepolis: (anw [4])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-118215

Links in diesem Artikel:
[1] http://en.wikipedia.org/wiki/American_English_Center
[2] https://www.heise.de/news/Unerwarteter-Spam-Erfolg-82855.html
[3] https://www.heise.de/news/Unerwarteter-Spam-Erfolg-82855.html
[4] mailto:anw@heise.de
[5] http://www.heise.de/tp/r4/artikel/20/20594/1.html