Sony BMG steigt in den Online-Verkauf DRM-freier Musik ein
Ab Mitte Januar sollen Kunden in den USA eine Plastik-Karte kaufen können, auf der sie einen Download-Code freirubbeln mĂŒssen. ZunĂ€chst sollen 37 Alben zum Download bereit stehen.
Sony BMG [1] hat wie erwartet [2] als letzter groĂer Musikkonzern seinen Widerstand gegen legale Downloads ohne DRM aufgegeben. Das Unternehmen hat sich dabei aber fĂŒr ein ungewöhnliches Verfahren entschieden, bei dem die Kunden zunĂ€chst im Handel eine Plastik-Karte namens "Platinum Musicpass" kaufen mĂŒssen. Auf der Karte wird dann ein Code freigerubbelt, mit dem das entsprechende Album auf einer Website heruntergeladen werden kann. Von Mitte Januar an sollen in den USA und ab Ende des Monats in Kanada auf diese Weise zunĂ€chst 37 Alben zum Download stehen, teilte Sony BMG heute mit [3]. Darunter sind die Alben "I'm Not Dead" von Pink, "Taking Chances" von Celine Dion, "Dylan" von Bob Dylan, "Elvis 30 #1 Hits" und "The Greatest Songs of the Seventies" von Barry Manilow.
Der Preis einer Karte entspricht mit 12,99 Dollar in etwa dem einer CD. FĂŒr 19,99 Dollar soll man bei einigen Titeln zusĂ€tzlich Bonus-Material bekommen sowie das Recht, ein weiteres Album des KĂŒnstlers herunterzuladen. Mit dem musicpass.com [4] des Marketing-Unternehmens InComm entschied sich Sony bei dem MP3-Angebot gegen etabliertere VertriebskanĂ€le wie den iTunes-Store von Apple. Musik anderer Konzerne gibt es in den USA zum Teil bereits ab 7,99 Dollar pro Album als Internet-Downloads ohne Kopierschutz zu kaufen. Sony-BMG-Manager Thomas Hesse sieht den Musicpass als einen "wichtigen Teil" der Unternehmenskampagne, die Musik auf innovativen Wegen zu den Fans zu bringen und neue GeschĂ€ftsmodelle zu entwickeln.
Die vier groĂen Musikkonzerne Universal Music, Sony BMG, Warner Music und EMI kontrollieren mehr als drei Viertel des Musikmarktes. Erst Ende Dezember hatte Warner Music angekĂŒndigt [5], in den USA Songs ohne Kopierschutz ĂŒber den Online-HĂ€ndler Amazon.com anzubieten, DRM-freie EMI-Musik ist bei iTunes seit Ende Mai 2007 erhĂ€ltlich [6]. Die Konzerne verzeichnen stark rĂŒcklĂ€ufige CD-VerkĂ€ufen [7], das Wachstum des Internet-GeschĂ€fts konnte die RĂŒckgĂ€nge bisher nicht ausgleichen. Die Industrie hatte lange auf dem Kopierschutz bestanden, dabei war Sony BMG Ende 2005 durch einen CD-Kopierschutz mit Rootkit-Funktionen [8] in die Schlagzeilen geraten. (anw [9])
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[1] http://www.sonybmg.com/
[2] https://www.heise.de/news/Bericht-Sony-BMG-will-DRM-freie-Songs-verkaufen-175203.html
[3] http://prnewswire.com/cgi-bin/stories.pl?ACCT=104&STORY=/www/story/01-07-2008/0004731639&EDATE=
[4] http://www.musicpass.com
[5] https://www.heise.de/news/Warner-Music-MP3s-ab-sofort-kopierschutzfrei-bei-Amazon-173954.html
[6] https://www.heise.de/news/iTunes-startet-Musikverkauf-ohne-digitalen-Kopierschutz-133917.html
[7] https://www.heise.de/news/Verkauf-von-Musikalben-in-den-USA-stark-ruecklaeufig-175411.html
[8] https://www.heise.de/news/Sony-Chef-entschuldigt-sich-fuer-Kopierschutz-per-Rootkit-163399.html
[9] mailto:anw@heise.de
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