Jahresgutachten Mobilfunk: Mangelhafte Verbraucherinformation, zu wenig strahlungsarme Handys

Eine Untersuchung ruft die Mobilfunkbetreiber zu Verbesserungen im Umgang mit kleinen Kommunen und bei der Verbraucherinformation in Handyshops auf.

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Von
  • Frank Möcke

Verbraucherschutz und -information sind in den letzten Jahren von Seiten der Mobilfunkbetreiber in weiten Teilen kontinuierlich verbessert wurden. Das gilt auch für die Information über die Strahlungswerte von Mobiltelefonen in Broschüren oder im Internet. Allerdings ist der Informationsstand der Shop-Mitarbeiter in Hinblick auf den Bereich "Mobilfunk – Gesundheit – Umwelt" trotz einer leichten Verbesserung seit 2004 weiterhin nicht zufriedenstellend.

Das folgt aus dem Jahresgutachten Mobilfunk, das die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, das Deutsche Institut fĂĽr Urbanistik und das Wissenschaftliche Institut fĂĽr Kommunikationsdienste (WIK) erstellt haben. Die Evaluationen sind Bestandteil der seit Dezember 2001 bestehenden freiwilligen Selbstverpflichtung der Mobilfunknetzbetreiber gegenĂĽber der Bundesregierung, MaĂźnahmen zur Verbesserung von Sicherheit und Verbraucher-, Umwelt- und Gesundheitsschutz sowie zur Information und zu vertrauensbildende MaĂźnahmen beim Ausbau der Mobilfunknetze zu treffen.

Insgesamt erscheinen den Gutachtern Maßnahmen zur Verbesserung der Verbraucherinformation in den Shops zwingend erforderlich. Auch das Angebot an strahlungsarmen Mobiltelefonen konnte entgegen der Selbstverpflichtung nicht ausgebaut werden. Im Gegenzug ist sogar in den letzten zwei Jahren ein Anstieg bei Mobiltelefonen mit hohen SAR-Werten festzustellen. In den Bereichen Forschungsförderung und Monitoring sind die Netzbetreiber den aus der Selbstverpflichtung resultierenden Pflichten in vollem Umfang nachgekommen.

Im untersuchten Zeitraum von 2001 bis 2007 hat sich die Zahl der Konflikte im Zusammenhang mit neuen Mobilfunkstandorten kontinuierlich verringert. Dies ist zum einen auf die zurückgegangene Zahl der neuen Standortentscheidungen zurückzuführen. Zum anderen ist aber auch die Konflikthäufigkeit relativ zur Zahl der neuen Standorte gesunken, was darauf hinweist, dass in der Kommunikation zwischen Betreibern und Kommunen Fortschritte erzielt worden sind. Das insgesamt positive Bild der immer stärker einvernehmlichen Abstimmung zwischen Kommunen und Betreibern findet sich in den kleineren kreisangehörigen Gemeinden seltener als in den größeren Städten. Hinter dem guten Gesamtbild etwas verborgen ist, dass 14 Prozent der Gemeinden (und fünf Prozent der Betreiber) angeben, dass sich die Zahl der Konflikte in den letzten Jahren erhöht habe.

Das hinsichtlich des Gutachtens federführende Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) in Berlin ist als größtes Stadtforschungsinstitut im deutschsprachigen Raum die Forschungs-, Fortbildungs- und Informationseinrichtung für Städte, Kommunalverbände und Planungsgemeinschaften. Das unabhängige Institut bearbeitet ein umfangreiches Themenspektrum und beschäftigt sich auf wissenschaftlicher Ebene mit Aufgaben- und Problemstellungen, die die Kommunen heute und in Zukunft zu bewältigen haben. (fm)