Erste Gutachterrunde für neue Top Level Domains abgeschlossen

Die Bewerbungen um neue Top Level Domains haben nur noch sehr unterschiedliche Chancen.

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Lesezeit: 2 Min.
Von
  • Monika Ermert

Zwei Bewerber um neue Top Level Domains (TLD) können sich nach der ersten Gutachterrunde der "Internet Corporation for Assigned Names and Numbers" (ICANN) kaum noch Hoffnungen auf einen Zuschlag machen, obwohl die ICANN laut Vizepräsident Kurt Pritz noch keine Bewerbung abgelehnt hat. Bisher habe man nur die von externen Gutachtern erstellten Beurteilungen in technischer, rechtlicher und betriebswirtschaftlicher Hinsicht an die Bewerber weitergeleitet und um Stellungnahmen gebeten

Dennoch bezeichnete VoIP-Experte Jeff Pulver seinen Vorschlag für eine .tel-Domain als "tot". Er nannte den aus Sicht der Domainverwalter bestehenden Konflikt mit ENUM-Adressen den Hauptgrund für die erwartete Absage. Auch einer der an der .mail-Bewerbung beteiligten Experten ließ durchblicken, dass man nach der ersten Beurteilung wenig Hoffnung auf eine Anerkennung der geplanten Anti-Spam-Domain habe.

Aus dem Kreis der zehn Bewerber heißt es, grundsätzlich seien drei Arten von Bewertungen möglich gewesen: grün, gelb, rot. Die meisten Bewerber liegen offensichtlich irgendwo auf gelb, das heißt, sie müssen mehr oder weniger Zusatzfragen beantworten.

Ziemlich optimistisch dagegen ist die Universal Postal Union (UPU). Sie hat nach eigenen Angaben grünes Licht für .post bekommen. Zuversichtlich gaben sich auf Anfrage von heise online auch die Bewerber für .asia und die katalonische .cat-Domain. Ähnlich sieht es laut US-Berichten bei Tralliance aus, einem Zusammenschluss von Verbänden der Reisebranche. Die Gruppe bewirbt sich erneut um .travel. Das mächtige .mobi-Konsortium, das von Nokia angeführt wird, gab keine Stellungnahme ab.

In den anstehenden Gesprächen mit der ICANN dürften auf die .asia-Bewerber Fragen nach den Multilingualisierungs-Ideen zukommen. Bei .cat könnten politische Empfindlichkeiten eine Rolle spielen. In den zu den Bewerbungen eingerichteten Foren spiegeln sich diese bereits wieder. Ob sich ICANN um derart politisch-weltanschauliche Fragen kümmern oder nur auf technische und betriebswirtschaftliche Solidität achten sollte, ist immer wieder Gegenstand von Diskussionen. Die ICANN erwartet die ersten Zuschläge noch in diesem Jahr. (Monika Ermert) / (mw)