Tablets für alle Fälle
Von Arbeitstier bis Unterhaltungskünstler: Das richtige Tablet finden
Die Auswahl an Tablets ist zuletzt deutlich gewachsen, auch weil Google wieder ein Wörtchen mitredet. Wir helfen dabei, den Überblick zu behalten und das passende Modell zu finden.
Das Tablet, der Totengräber des PCs. Das dachten nicht wenige im Jahr 2010, als das erste Apple iPad auf den Markt kam. Neu und aufregend, stets in Sekunden einsatzbereit, viel schneller in der Bedienung als die damals angesagten Netbooks – Windows-Notebooks im Mini-Format –, da sieht der klassische PC alt aus. Nun, es sollte anders kommen, der „richtige“ Computer ist noch immer unverzichtbar. Trotzdem haben sich Tablets einen festen Platz im Hardwaredschungel erobert, und das für ganz unterschiedliche Zwecke.
Das Hauptspielfeld, auf dem ein Tablet sich abarbeiten muss, ist Entertainment: Filme, Serien, Musik, Surfen im Web, einfache Spiele, dafür eignen sich die großen Flachmänner besser als kleine Smartphones. Die benötigte Rechenleistung liefern bereits Prozessoren der Mittelklasse, stromhungrige High-End-Chips und massenweise Arbeitsspeicher sind nicht nötig – wohl aber ein ordentliches Display. Als goldene Mitte dafür hat sich der Bereich rund um 11 Zoll, also 28 cm Diagonale etabliert. Umrundet mit meist etwa einem Zentimeter Rand zum Festhalten, stellt sie einen guten Kompromiss zwischen Größe und Tragbarkeit dar. Die besseren und teureren Modelle besitzen OLED- oder Mini-LED-Displays mit stärkeren Kontrasten und schärferen Farben als LCD-Panels, die meist etwas günstiger sind.
Mainstream: mit 11 Zoll
Kein Wunder, dass Apple und Samsung als größte Tablet-Hersteller ihre Basismodelle um diese Diagonale herum einsortieren. Das Standard-iPad wuchs in der zehnten Generation auf die 10,9 Zoll Diagonale des iPad Air. Das iPad 9 bringt es auf 10,2 Zoll. Samsungs rund 650 Euro teures Galaxy Tab S8 und das neue S9 (ab 900 Euro) treffen die 11 Zoll genau, das rund 200 Euro günstigere Galaxy Tab A8 bleibt mit 10,5 Zoll nur knapp darunter. In Samsungs S-Klasse macht das S9 bei der Bildschirmtechnologie einen Sprung nach vorne, ein OLED-Panel ersetzt das LCD im S8. Alternativen im Android-Bereich in dieser Größe, Preis- und Leistungsklasse kommen als Allrounder von Lenovo, Xiaomi und Honor. Das Lenovo P11 Pro (520 Euro), Xiaomi Pad 6 (360 Euro) und Honor Pad X9 (250 Euro) haken die wichtigen Anforderungen auf der Entertainment-Liste ab. Das Xiaomi Pad 6 hat von denen den schnellsten Prozessor, nämlich einen Qualcomm Snapdragon 870. Sein Display erreicht außerdem bis zu 144 Hertz Bildwiederholfrequenz. Lenovo und Honor schaffen nur 120 Hertz, dafür besitzt das Lenovo P11 Pro einen hochwertigen OLED-Bildschirm. Alle drei laufen mit Android 13. Mit nur 3 Gigabyte RAM, langsamerem Prozessor und 10,4-Zoll-Display etwas schlechter ausgestattet ist das 270 Euro teure Nokia T21. Das Tablet läuft noch unter Android 12, Nokia bietet es auch im Abo für 15 Euro monatlich an.
Spezieller: Google und Amazon
Mit Googles Comeback, dem 650 Euro teuren Pixel Tablet (Test in c’t 16/2023, S. 42), konzentriert sich auch der Suchmaschinenriese auf den Konsum von Medien auf dem Gerät, allerdings auf eine eigene Art und Weise. Das Pixel Tablet wird im Paket mit einem Lautsprecher-Dock verkauft, an dem das Tablet magnetisch haftet. Das Dock versorgt das Tablet mit Strom und enthält größere Lautsprecher. Damit wird aus dem Flachmann ein smartes Display. Die Idee, die vor einigen Jahren auch Lenovo bereits mit den Smart-Tab-Modellen verfolgt hatte, entfaltet ihren Charme beispielsweise in der Küche, wo man sich vom Tablet unterhalten lässt, während man alle Hände voll zu tun hat. Das Pixel macht auch alleine einen guten Job bei Filmen, Videos und dergleichen, vor allem der bessere Sound am Dock spricht aber für die stationäre Verwendung.
Komplett auf den Konsum von Medien aller Art ausgelegt sind die Fire Tablets von Amazon, allerdings auch auf das Ökosystem des Onlinehändlers. Fire OS ist ein Android-Derivat, bei dem Google-Dienste ebenso draußen blieben wie der Play Store. Apps bezieht man aus dem eigenen Store, auf dem Homescreen wird allerhand feilgeboten, was man bei Amazon kaufen könnte. Zahlt man nicht den Aufpreis von 15 Euro, bekommt man auf diesen Tablets sogar auf dem Sperrbildschirm allerhand Werbung angespült. Ohne Amazon-Konto funktionieren die Fire-Tablets nicht. Selbst das neue Fire Max 11 als Topmodell reiht sich nur in die untere Mittelklasse ein, die anderen Modelle sind noch etwas schwächer. Die Preise für die Amazon-Tablets sind jedoch verlockend niedrig, das kleinste Modell kostet gerade einmal 75 Euro, die Skala endet derzeit bei knapp 440 Euro für das werbefreie Fire Max 11 mit komplettem Zubehör und 128 GByte Speicher. Wer ein günstiges Tablet zum Filmeschauen und Surfen sucht, ist hier richtig, und Apps für Netflix, Disney Plus und viele andere Streamingdienste gibt es auch.
Übrigens: Die Reflexionen der durch die Bank spiegelnden Displays, die beim Filmschauen manchmal stören, können Sie mit matten Schutzfolien kontern. Die gibt es für ein paar Euro, sie sind leicht anzubringen und wieder zu entfernen. Solche Folien schlucken zwar ein wenig Helligkeit und verkleinern den seitlichen Betrachtungswinkel, schützen jedoch auch das Bildschirmglas vor Kratzern.
Tablets zum Arbeiten und für die Schule
Mit Tablets lässt es sich auch arbeiten wie mit einem herkömmlichen Computer, wenn die Ausstattung stimmt. Im Apple-Sortiment ist das iPad Pro als Arbeitstier interessant: Es hat mit dem Apple M2 den stärksten Prozessor, den Apple auf Lager hat sowie den größtmöglichen Speicher und dazu das beste sowie größte Display innerhalb seines Tablet-Portfolios: Apple bietet das Gerät mit 11 oder 12,9 Zoll an. Nur das größere Modell besitzt ein teures Mini-LED-Display, das kleinere ein – immerhin hochwertiges – LCD. Allerdings sind die Pro-iPads auch besonders teuer, die Preise reichen von 1049 bis über 3000 Euro – ohne Netzteil und sonstiges Zubehör, versteht sich. Kaum schlechter, aber deutlich günstiger ist das iPad Air, das es auf 10,9 Zoll Displaydiagonale bringt und ebenfalls mit der Tastatur, dem sogenannten Magic Keyboard und dem Stift Apple Pencil 2 kompatibel ist. Es ist eine sinnvolle Alternative, wenn seine Bildschirmgröße und sein Speicher von maximal 256 GByte Speicher reichen. Da Fotos, Videos und Dateien auch in Clouds abgeschoben werden können, braucht man eher selten mehr.
Auch mit Android-Tablets kann man arbeiten und auch hier sind es die Topmodelle, die sich zuvorderst anbieten. Samsungs Galaxy Tab S8 Ultra (Vergleichstest in c’t 10/2022, S. 102) aus dem Vorjahr führt auch 2023 noch ein verlockendes Gesamtpaket ins Feld, vor allem das mit 14,6 Zoll Diagonale riesige OLED-Display begeistert. Der Nachfolger Galaxy Tab S9 Ultra führt das Erbe fort, er kommt in diesen Tagen zu Preisen zwischen 1339 und 1909 Euro auf den Markt, das S8 Ultra bekommt man bereits ab etwa 950 Euro. In derselben Liga spielt das Lenovo Tab Extreme (Test in c’t 17/2023, S. 92): viel Power, XXL-Display, Tastatur, Stift, Case mit Ständer, alles dabei. Die Kosten sind deutlich vierstellig, das Tablet reißt ein 1300 Euro tiefes Loch in die Kasse.
Hüllen, Tastaturen, Stifte
Ohne das passende Zubehör macht das Produzieren von Texten, Bildern oder Videos mit einem Tablet wenig Spaß. Während man am Schreibtisch allein mit gängigen Universalteilen wie Bluetooth-Maus oder USB-Tastatur zurechtkommt, muss man dem Tablet zuerst eine passende Hülle verpassen, mit denen man die Geräte aufstellen kann. Damit ein Tablet zum Notebookersatz werden kann, muss man ihm noch ein Case mit Tastatur und Trackpad anhäkeln. Viele Hersteller bieten solche Tastenhüllen mittlerweile an, lassen sie sich aber auch teils teuer bezahlen. Apples technisch aufwendiges Magic Keyboard beispielsweise kostet knapp 430 Euro und selbst das einfachere Magic Keyboard Folio belastet das Budget mit 300 Euro. Samsungs Book Cover für das große Galaxy Tab S8 Ultra war zum Start mit 350 Euro ähnlich teuer, mittlerweile bekommt man es bereits für rund 200 Euro. Wollen Sie statt mit einem Notebook lieber mit dem Tablet unterwegs arbeiten, sollten Sie diese Mehrkosten einkalkulieren – und sich informieren, welches Zubehör es überhaupt gibt. Mit Tastaturhülle wiegen die großen Tablets kaum weniger als Notebooks – ihr Vorteil ist aber, dass man das Zubehör leicht abnimmt und nicht jedes Mal mitschleppen muss.
Neben Tastaturen ergänzen vor allem Stifte ein Tablet sinnvoll. Mit ihnen arbeitet es sich präziser als mit den Fingern. Die Stifte agieren überdies als Klicker für Präsentationen oder als Kameraauslöser, erleichtern handschriftliche Eingaben, ermöglichen einigermaßen natürliches Zeichnen und helfen bei Screenshots.
Zwischen den verschiedenen Herstellern sind die Stifte mit wenigen Ausnahmen nicht austauschbar, einige Hersteller wechseln sogar zwischen den Tablet-Modellen die Stifttechnik. Bei Apple müssen Sie beispielsweise aufpassen, denn es gibt derzeit zwei Versionen des Apple Pencils. Der ältere, der 120 Euro kostet, ist mit dem Standard-iPad sowie älteren iPad-Pro- und -Mini-Modellen kompatibel, während der 30 Euro teurere Apple Pencil 2 nur mit den neueren Pro-, Mini- und Air-Modellen funktioniert.
Für einige Tablets gibt es Stifte von Fremdherstellern (für iPads siehe c’t 13/2021, S. 108). Zudem gibt es universelle Stifte, die mit vielen Tablets kompatibel sind. Sie bieten allerdings nur Grundfunktionen oder taugen mit dicker Gummispitze gar nur als Tipphilfe.
Die App-Welten
Unverzichtbar für ein Tablet ist eine gute App-Auswahl. Es ist ratsam, vor dem Tablet-Kauf in den jeweiligen Stores nach den gewünschten Apps zu suchen. Dabei sollten Sie auch eventuell notwendige In-App-Käufe im Blick haben. Im App Store von Apple finden sich weitaus mehr Apps, die für die großen Tabletscreens optimiert wurden, als im Play Store für Android. Das ist angesichts der jahrelangen Vernachlässigung der Tablets durch Google kaum verwunderlich. Immerhin: Mittlerweile nutzen zumindest die meisten der offiziellen Google-Apps große Displays aus und passen die Anzeige an. So bekommt etwa Gmail eine mehrspaltige Ansicht, die das Rangieren mit vielen Mails und unterschiedlichen Konten angenehmer macht. Insgesamt hat Googles Play Store jedoch noch nicht ganz aufgeholt, auch was die unzähligen Anwendungen von Fremdanbietern betrifft.
Auch wenn sie verlockend günstig sind: Mit einem Amazon-Fire-Tablet ist produktives Arbeiten weitaus komplizierter, denn der App-Store ist auf diesen Geräten klar auf Entertainment ausgelegt –lediglich Bastler mögen ihre Fires rooten und den Google Play Store aufspielen (siehe c’t 19/2019, S. 160). Da hilft es auch nichts, dass Amazon für das neue Modell Fire Max 11 ein zweiteiliges Tastatur-Case und einen Stift anbietet. Beide sind nicht besonders leistungsfähig: Der Stift dockt zwar magnetisch am Tablet an, wird dort aber nicht geladen, sondern verlangt alle sechs Monate nach einer neuen AAAA-Batterie. Das Keyboard war im Test ziemlich klapprig und vermittelte kein angenehmes Tippgefühl. Das Trackpad ist zu klein geraten, was jedoch für viele Tablet-Tastaturen gilt. Kurzum: Tastatur, Ständer und Stift sind zwar praktisch, wenn man mal etwas längere Mails schreiben oder kleine Skizzen anfertigen möchte, gehobenen Ansprüchen genügen sie jedoch nicht. Das kann man bei unter 500 Euro vielleicht auch nicht erwarten; die echten Arbeitspferde unter den Tablets kosten schließlich das Doppelte und mehr.
Windows-Tablets
Windows-Tablets ermöglichen es, die Software zu nutzen, die man vom PC gewohnt ist – sie sind ja auch schlicht und einfach ein PC, nur in anderem Gewand. Ob sich jede Anwendung allerdings gut per Finger bedienen lässt, steht auf einem anderen Blatt. Tastatur und Maus/Touchpad gehören daher bei Windows-Tablets zum Pflichtprogramm, wenn man PC-Software nutzen möchte.
Die Surface-Tablets von Microsoft sind schick und mit eingebautem Ständer und viel Zubehör praktisch. Das zwischen 1300 und 3000 Euro teure Surface Pro 9 richtet sich an ambitionierte Benutzer. Sollten Sie darauf ein Auge geworfen haben, kann sich Geduld lohnen: Zu Shopping-Events wie dem Black Friday oder den Amazon Prime Days waren die Surface-Tablets bei vielen Händlern bislang oft kräftig rabattiert und einige hundert Euro günstiger. Erste Alternative zum Surface Pro ist der Dell XPS13 2-in-1, der ebenfalls gängige Notebooktechnik in einem Tablet mit abnehmbarer Tastatur und Stift verpackt. Er kostet zwischen 1600 und 1800 Euro.
Doch Achtung, denn Windows-Tablet ist nicht gleich Windows-Tablet. Ob eine Software darauf läuft, entscheidet auch die Prozessorbestückung: Modelle wie das Xiaomi Book S 12.4 nutzen ARM-Prozessoren, beispielsweise einen Snapdragon von Qualcomm anstelle eines in der PC-Welt verbreiteten x86-Prozessors; beim Surface Pro 9 wechselt Microsoft zum ARM-Prozessor SQ 3, wenn man ein Modell mit Mobilfunk wählt. Zu den Pluspunkten der ARM-CPUs zählen schnellere Startzeiten und eine lange Akkulaufzeit. Der wichtigste Nachteil betrifft die Software, denn nicht alle Windows-Anwendungen und -Spiele laufen auf diesen Geräten. Spiele und Apps, die eine OpenGL-Version über 3.3 verwenden, laufen oft nicht. Programme lassen sich prinzipiell auch von außerhalb des Microsoft Store installieren. Peripheriegeräte und Geräte funktionieren nur, wenn die Treiber, von denen sie abhängen, in Windows 11 integriert sind oder wenn der Hardwareentwickler Arm64-Treiber für das Gerät veröffentlicht hat. Informationen zu den jeweiligen Voraussetzungen und Treibern finden Sie beim Hersteller.
Das günstigste Microsoft-Tablet mit Intel-Chip, das Surface Go 3 für unter 500 Euro, wird mit Windows 11 Home im S-Modus ausgeliefert. Damit lassen sich ausschließlich Anwendungen aus dem Microsoft Store installieren. Durch den Verzicht auf die Installation aus anderen Quellen soll die Sicherheit erhöht werden, unserer Meinung nach gelingt das aber nur bedingt. Den S-Modus können Sie mit wenigen Klicks verlassen, das ist jedoch eine Einbahnstraße: Der Rückweg ist nicht möglich.
Lesen und musizieren
Der dritte wichtige Zweck für ein Tablet erfordert wenig Rechenleistung, keinen großen Speicher, aber ein ordentliches Display: Lesen. Egal ob Romane, Magazine wie die c’t, Sachtexte oder Comics, viele Menschen lesen mittlerweile digital. Dazu braucht es einen ansehnlichen Bildschirm. Lese-Apps gibt es für die meisten Plattformen. Bücher aus der Kindle-Bibliothek von Amazon etwa kann man nicht nur auf Fire-Tablets oder den Kindle-E-Book-Readern schmökern, sondern auch auf Android-Tablets und dem iPad. Ebenfalls wichtig: Ein Lese-Tablet sollte möglichst leicht sein, damit man es lange bequem halten kann.
Beide Aspekte erfüllen Tablets mit E-Ink-Display besonders gut, sie kombinieren sie außerdem mit enorm langen Akkulaufzeiten. Seit einigen Jahren bedeutet „E-Ink“ zudem nicht mehr automatisch schwarz-weiß, längst sind zumindest blassfarbige Displays auf dem Markt. Welche Modelle sich besonders gut für langes Schmökern eignen und was diese E-Ink-Tablets noch alles können, lesen Sie im Vergleichstest direkt nach diesem Artikel.
Ein Spezialfall in Sachen Lesen auf Tablets ist musikalischer Natur. Musiker ersetzen damit Notenblätter aus Papier. Mit Apps wie MobileSheets oder Songbook begleiten die Geräte Proben und Konzerte. Es ist auch möglich, zwei Tablets miteinander zu koppeln und so Doppelseiten groß darzustellen. Zum Umblättern gibt es Bluetooth-Fußschalter und -Fernbedienungen. Wichtig dabei neben der Kompatibilität der Apps: eine lange Akkulaufzeit und ein gut ablesbares Display, das ruhig ein bisschen größer sein darf. Originalnoten auf DIN-A4-Seiten kommen als PDF am besten auf einer Diagonale mit gut 14 Zoll. Etwas kleiner gehts natürlich auch, doch für diesen Zweck sollten eher die großen Tablets in der Auswahl sein. Der Akku sollte eine Kapazität jenseits der 10.000 mAh aufweisen. Damit stehen die Chancen gut, dass Sie auch lange Auftritte mit voller Tablet-Beleuchtung absolvieren können.
Spielen auf dem Tablet
Soll das Tablet intensiv für Spiele genutzt werden, geht nichts über einen schnellen Prozessor und viel Speicher, sowohl Arbeitsspeicher als auch Massenspeicher für Daten. Apple Chips der M-Serie, egal ob M1 oder M2, in den aktuellen iPads haben mehr als genug Power für alle Spiele, die bislang auf mobilen Plattformen entwickelt wurden. Bei Android-Tablets gehen Sie mit einem Snapdragon-Prozessor der 8er-Serie auf Nummer sicher, selbst etwas betagtere Prozessoren wie der Snapdragon 870 sind noch stark genug. Auch der Mediatek Dimensity 9000, der im Lenovo Tab Extreme seinen Dienst verrichtet, macht mächtig Dampf. 8 Gigabyte Arbeitsspeicher sollten es auf einem Android-Tablet für Gamer aber schon sein. Beim iPad hat Apple den Arbeitsspeicher erst mit den aktuellen Pro- und Air-Modellen auf diesen Wert aufgestockt, zuvor waren es vier oder sechs Gigabyte. Weil Hard- und Software bei Apple besonders eng verflochten sind, laufen aber auch ältere iPads schnell und flüssig.
Für Windows gibt es nur wenige spieletaugliche Tablets. In der Windowswelt geht richtig viel Leistung oft nur zusammen mit einem leistungshungrigen Prozessor und einer nicht weniger raumgreifenden und stromdurstigen Grafikeinheit, die schlecht zusammenpasst mit der Forderung, dass ein Tablet superleicht und kompakt sein soll. Einige Spezialgeräte wie das Asus ROG Flow Z13 (Test in c’t 8/2022, S. 84) versuchen den Spagat. Das über 2000 Euro teure Tablet beherbergt Intel-Core-Prozessoren bis hin zum Core i9-13900H und eine NVIDIA GeForce RTX 4060 Grafikkarte, dazu bis zu 16 Gigabyte RAM und eine 1 Terabyte große SSD. Damit lässt sich schon allerlei anstellen. Gamer, die gerne unterwegs spielen möchten, sollten jedoch auch die deutlich günstigeren mobilen Konsolen Steam Deck von Valve (siehe Test in c’t 9/2022, S. 112) oder Asus ROG Ally (Test in c’t 14/2023, S. 86) im Blick haben. Das sind zwar keine Tablets, aber der Spielspaß dürfte damit höher sein.
Die Kompaktklasse hat Seltenheitswert
Es fällt auf: Kompakte Tablets gibt es kaum noch. Das am besten ausgestattete kleine Tablet ist das Apple iPad Mini, derzeit in der sechsten Generation erhältlich. Es kostet zwischen 650 und 1050 Euro und damit kaum weniger als das iPad Air und mehr als das Standard-iPad. Mit seinem Bionic-A15-Prozessor bleibt es aber hinter dem Air mit dem M1-Chip zurück. Das iPad Mini ist stifttauglich und funkt wie seine großen Schwestern mithilfe einer eSIM auch in 5G-Netzen, wenn man den Aufpreis für das Modem zahlt. Die fast schon einzigen Alternativen sind die drei Amazon-Tablets Fire 7, Fire HD 8 und HD 8 Plus. Sie kosten zwischen 75 und 180 Euro, sind aber eher Amazon-Medien-Konsumgeräte. Mit richtigem Android-Betriebssystem sieht es in der Kompaktklasse denkbar schlecht aus, namhafte Hersteller bieten durch die Bank keine Mini-Tablets mehr an.
Übrigens: Viele, aber nicht alle Tablets sind neben der reinen WLAN-Version auch als Variante mit LTE- oder 5G-Modem erhältlich. Die Mobilfunkschnittstelle erhöht, wenig verwunderlich, den Preis, und das teils deutlich. Apple beispielsweise verlangt dafür 200 Euro mehr als für das gleiche Tablet als WLAN-only-Modell. Darüber hinaus fallen monatliche Kosten für den Datentarif an, entweder für eine Partnerkarte zum Smartphonetarif oder eine eigene Daten-SIM beziehungsweise eSIM für das Tablet.
Sie sollten sich daher überlegen, in welchen Situationen Sie darauf angewiesen sind, etwa weil kein WLAN nutzbar ist und sie das Tablet auch nicht mithilfe des gekoppelten Smartphones mittels Tethering ins Internet bringen können. Das belastet zwar den Akku des Smartphones kräftig, schont jedoch den Geldbeutel gleich zweimal: bei der Anschaffung des Tablets und bei den laufenden Kosten.
Fazit
Wer seine Ansprüche kennt und ein realistisches Budget anlegt, findet im Tablet-Dschungel das passende Modell. Multitalente wie die iPads oder Samsungs Galaxy Tabs der mittleren Leistungsklassen eignen sich bereits mit Preisen zwischen 300 und 500 Euro für die meisten Aufgaben. Als Arbeitsgerät oder für Spiele brauchen Tablets mehr Power und größere, bessere Displays, das schlägt sich im Preis nieder. Solche High-End-Tablets kosten 1000 Euro und mehr, können aber sogar das Notebook zumindest für manche Aufgaben ersetzen. Leseratten, die sich zudem digitale Notizen machen, sollten sich vor allem die federleichten E-Ink-Tablets anschauen, die wir Ihnen im kommenden Artikel vorstellen. Zubehör sollten Sie bei allen Tablets mit kalkulieren, seien es Stift und Tastatur oder zumindest eine schützende Hülle. (sht@ct.de)