Analyse: Weshalb die Forderung nach der Rückkehr der Atomenergie Unsinn ist
Ursula von der Leyen hat den Atomausstieg als Fehler bezeichnet und hohe Strompreise kritisiert. Mit Atomkraft werden diese steigen, analysiert Werner Pluta.
Stillgelegtes Atomkraftwerk in Stade: wirtschaftlicher Unsinn?
(Bild: Werner Pluta / heise medien)
Ein Gespenst geht um in Europa. Dieses Mal ist es jedoch nicht das des Kommunismus. In der vergangenen Woche hat Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, den Atomausstieg als einen strategischen Fehler für Europa bezeichnet und sich für eine Rückkehr der umstrittenen Energieform starkgemacht.
Von der Leyen begründete, dass Europa „weder ein Öl- noch ein Gasproduzent“ sei. „Bei fossilen Brennstoffen sind wir komplett abhängig von teuren und volatilen Importen“, sagte sie. Insgesamt seien die Strompreise „strukturell zu hoch“. Sogenannte Small Modular Reactors (SMR), kleine, modular aufgebaute Atomkraftwerke – sie liefern nach der Definition der Internationale Atomenergieorganisation (IAEO) etwa bis zu 300 Megawatt, bei Biblis waren es etwa 2,5 Gigawatt – sollen in Zukunft einen Teil der Energieversorgung übernehmen. In den USA ist der Hype um entsprechende Start-ups wie das von Bill Gates finanzierte Terrapower in vollem Gang.
Zuspruch kam unmittelbar aus den Reihen ihrer Partei: „Ursula von der Leyen hat recht – der Ausstieg aus der Kernkraft war ein Fehler“, etwa sekundierte Gitta Connemann, Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT), im Nachrichtenmagazin Der Spiegel. Da wollte CSU-Chef Markus Söder nicht zurückstehen und kündigte im Boulevard-Blatt Bild vollmundig an: „Bayern ist bereit für ein Pilotprojekt“ – genauer: für den Bau eines solchen neuartigen Kleinatomkraftwerks.
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