Balkonkraftwerke: GĂĽnstige Speicher lohnen sich

Lange Zeit waren Speicher für Balkonkraftwerke wirtschaftlich unsinnig. Mit Preisen unter 400 Euro für 2 kWh ändert sich das.

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Balkonkraftwerk mit Akkus davor

Speicher für Balkonkraftwerke können sich inzwischen amortisieren.

(Bild: heise medien)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Balkonkraftwerke dienen nur der Unterstützung und ermöglichen, einen Teil des Stromverbrauchs mit selbst erzeugtem Strom zu bedienen. Allerdings lässt sich praktisch nur ein Teil des erzeugten Stroms selbst nutzen, ein signifikanter Teil geht mangels zeitgleichen Verbrauchs als Geschenk an den Netzbetreiber kostenlos ins Stromnetz. Das lässt sich mit Akkus für das steckerfertige Solarkraftwerk ändern. Dank niedriger Anschaffungskosten lohnt sich das sogar.

Derartige Systeme gibt es bereits seit längerem – jedoch in der Regel zu hohen Preisen. Und darin lag das Problem: Die Speicher haben sich über eine angenommene Lebenszeit von 10 Jahren oder gar bis zu 15 Jahren schlicht nicht amortisiert.

Ein nicht optimal aufgestelltes Balkonkraftwerk mit zwei Solarmodulen mit zusammen mehr als 800 Watt in der Spitze an einem Mikrowechselrichter mit 800 Watt Ausgangsleistung liefert im Jahr in Norddeutschland grob um die 500 kWh Strom. Ohne zeitgesteuerte und gezielt zu sonnenstarken Zeiten eingeschaltete Verbraucher landen davon nicht selten mehr als 200 kWh als Spende an den notleidenden Netzbetreiber. Die Eigenverbrauchsquote liegt also grob bei 60 Prozent, ein tatsächlich praxisnaher und üblicher Wert.

Selbst mit einem günstigen Stromtarif mit rund 24 Cent je Kilowattstunde ist das ein jährliches Geschenk von rund 50 Euro. Ein Speicher kann die Selbstnutzungsquote nicht ganz auf 100 Prozent bringen, aber 85 Prozent sollten sich realistisch erreichen lassen. Etwas gerundet lassen sich also dadurch 40 Euro im Jahr sparen. Halten die Akkus 10 Jahre durch, was Hersteller mit 10-jährigen Garantien so versprechen, müssen sie also weniger als 400 Euro kosten, um sich in jedem Fall zu rechnen. Und seit vergangenem Dezember liegen die Preise für günstige Speicher mit mehr als 2 kWh Kapazität nur noch knapp über 300 Euro.

Inzwischen sind Speicher wie der Marstek B2500-D für rund 320 Euro erhältlich, in ähnlichen Preisregionen liegt auch der Growatt NOAH 2000; mit 1,6 kWh ist von Anker der Solix-Akku mit etwas weniger Kapazität inzwischen günstig erhältlich. Einige Angebote liefern für einen geringen Aufschlag zudem ein Smart Meter mit, das den Verbrauch im Sicherungskasten messen und damit die bedarfsgenaue Stromabgabe aus dem 2-kWh-Speicher (in der Regel mit mehreren Geräten auf bis zu 6 oder 8 kWh skalierbar) und damit eine optimale Eigenverbrauchsquote erreichen.

Der Einbau solcher Speicher ist einfach. Die Solarmodule aus dem Mikrowechselrichter in den Speicher und die Ausgänge des Akkus an die Eingänge des Mikrowechselrichters stecken, fertig ist die Einrichtung. Die Speicher werden also zwischen Solarpaneelen und Wechselrichter eingeschliffen. Eine IP65- oder gar IP66-Zertifizierung ermöglicht die Außenaufstellung in Wind und Wetter.

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In dieser Konfiguration lassen sich bei diesen Speichersystemen manuelle Einspeiseregeln vorgeben. So lässt sich die Einspeisung ins Heimnetz tagsüber etwa auf 200 W begrenzen, um abends zur üblichen Fernsehzeit etwa 400 W abzugeben.

Mit dem Einbau eines vernetzten Zwischenzählers, etwa dem bei vielen Marstek-Angeboten beiliegenden CT-002 oder einem im Smart Home bekannten Shelly Pro 3EM, in den Schaltschrank wird es jedoch richtig flexibel und optimal. Diese Zähler greifen die einzelnen Phasen aus den Sicherungsautomaten ab, um die Spannung zu messen, während induktive Messklemmen auf die Zuleitungen der Phasen geklipst werden. Derartige Einbauten erfordern nach den Regeln in Deutschland professionelle Hände des ausgebildeten Elektrikers. Hierfür ist also meist noch ein kleiner Aufpreis einzurechnen – je nach Strompreis geht das dann jedoch wieder an die Amortisationsgrenze zur Akku-Lebenszeit.

In den Apps zu den Speichern lassen sich die Smart Meter einbinden und dann die Einspeisung automatisch an den aktuellen Bedarf bis zum Maximum von 800 Watt anpassen. Die bedarfsgerechte Einspeisung hilft, den Eigenverbrauch bestmöglich zu optimieren. Aufgrund der längeren Amortisationszeiten ist das möglicherweise ein Nullsummenspiel, jedoch ist wegen der anhaltend hohen Strompreise auch damit eine Amortisation inzwischen möglich. Das bringt dann sogar mehr als nur das gute Gefühl, möglichst viel Strom als erneuerbare Energie selbst zu erzeugen und zu nutzen.

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