NASA-Chef Jared Isaacman: „Dafür den Pluto wieder zum Planeten zu machen“
Vor nicht einmal 100 Jahren wurde der Pluto entdeckt, seit 20 Jahren gilt er nicht mehr als Planet. Der NASA-Chef will das ändern und einen US-Amerikaner ehren.
Eine Aufnahme des Pluto von New Horizons
(Bild: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Southwest Research Institute/Alex Parker)
Knapp 20 Jahre nachdem dem Pluto sein Status als Planet aberkannt wurde, will sich die NASA, angeführt von ihrem neuen Chef, angeblich dafür einsetzen, dass diese Entscheidung rückgängig gemacht wird. Das hat Jared Isaacman ganz am Ende einer Anhörung im US-Senat gesagt. Damit würde auch der einzige US-Amerikaner, der einen Planeten im Sonnensystem entdeckt hat, „die Anerkennung erhalten, die ihm einst zuteilwurde und die er zu Recht wieder verdient“, meint Isaacman. In der US-Weltraumagentur arbeite man dazu an Veröffentlichungen, die man der Wissenschaft bekannt machen wolle, „um die Debatte wieder aufzunehmen“. Er persönlich gehöre jedenfalls ganz klar zu jenen, die Pluto wieder zu einem Planeten machen wollen.
Wechselvolle Geschichte
Die überraschende und insgesamt nur wenige Worte lange Stellungnahme ist am Dienstag in einer Anhörung des US-Senats gefallen, in der es eigentlich um das Budget für die NASA ging. Der Senator Jerry Moran (Republikaner) aus dem US-Bundesstaat Kansas hatte Isaacman gefragt, welches Interesse die NASA an Pluto hat. Dabei hat er darauf verwiesen, dass Clyde Tombaugh, der Entdecker des Pluto, aus seiner Heimat stammte. Der NASA-Chef versichert, dass er das Thema auch noch habe anbringen wollen. Was genau die NASA jetzt vorhat und wie ernst es ihr mit dem Ansinnen tatsächlich ist, geht aus der kurzen Stellungnahme von Isaacman aber nicht hervor. Die letzte große Debatte über den Status von Pluto ist inzwischen auch schon wieder rund zehn Jahre her.
Der ursprünglich aus Illinois stammende, aber als Jugendlicher nach Kansas umgezogene Clyde Tombaugh hat den Pluto am 18. Februar 1930 am Lowell-Observatorium in Flagstaff in Arizona entdeckt. Über den Vergleich von Hunderten Fotoplatten war Tombaugh auf Aufnahmen vom 23. und 29. Januar 1930 unter zahlreichen Fixsternen fündig geworden. Damit hat er bestätigt, was der Begründer des Observatoriums 25 Jahre zuvor anhand von Bahndaten des Neptun und Uranus vorhergesagt hatte. Tombaugh hat zum Zeitpunkt der Entdeckung erst wenige Wochen an dem Observatorium gearbeitet, das vorher jahrelang wegen eines Rechtsstreits lahmgelegt gewesen war. Der Weltöffentlichkeit wurde der neunte Planet am 13. März vorgestellt – auf den Tag genau 149 Jahre nach der Entdeckung des Uranus durch William Herschel.
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76 Jahre später hat die Internationale Astronomische Union (IAU) dann eine neue Definition für Planeten angenommen, die zur Folge hatte, dass Pluto seitdem nur noch als Zwergplanet gilt. Viele der bei der entscheidenden Abstimmung Unterlegenen haben diese Entscheidung aber nie akzeptiert. Auftrieb haben sie bekommen, als New Horizons 2015 spektakuläre Bilder vom Vorbeiflug an dem Himmelskörper zur Erde geschickt hat. Die NASA-Sonde war Anfang 2006 gestartet worden, wenige Monate bevor Pluto der Status als Planet aberkannt wurde. Ihre Beobachtungen haben der Menschheit einen unerwartet komplexen Pluto offenbart, woraufhin die Rufe nach einer Rücknahme der Degradierung wieder lauter wurden. Eine wirklich große Bewegung dafür gab es aber nie.
(mho)