Docker einrichten unter Linux, Windows, macOS
Mit Docker ist es einfach, Server-Software auszuprobieren und zu betreiben. So installieren Sie die Container-Plattform für gängige Betriebssysteme.
Um in die Welt von Docker einzusteigen, muss man die Container-Software erst einmal installieren. Die offizielle Docker-Dokumentation ist leider nicht unbedingt fĂĽr Docker-Neulinge optimiert. Wir haben zusammengefasst, welche Versionen der Software es gibt, wo sie zu finden ist und wie Sie die aktuelle Ausgabe auf Ihrem System zum Laufen bringen.
Dieser Artikel wird regelmäßig aktualisiert, weil sich rund um Docker immer mal wieder etwas ändert – im Folgenden lesen Sie den Stand vom Januar 2026.
Community oder Desktop
Die Firma hinter Docker, die Docker Inc., hat zwei Versionen im Angebot: Die Community-Edition (docker-ce) ist Open-Source-Software. Sie bringt alle zum Betrieb von Containern nötigen Funktionen mit und kann auf Servern und auf Entwicklungs- und Testmaschinen unter Linux genutzt werden. Die Open-Source-Lizenz macht keine Einschränkungen, Sie dürfen die Software auch im Produktivbetrieb einsetzen.
Für Windows, macOS und Linux gibt es eine weitere Variante, ausgerichtet auf Entwickler: Docker Desktop. Gedacht ist sie ausdrücklich zum Entwickeln und Testen. Docker Desktop ist nicht gänzlich Open Source, aber kostenlos für den privaten Gebrauch, für Bildungszwecke, für unkommerzielle Open-Source-Projekte und für Mitarbeiter in kleineren Unternehmen (weniger als 250 Angestellte und weniger als 10 Millionen US-Dollar Jahresumsatz).
Docker Desktop laden Sie auf der Website von Docker herunter. Zur Installation gibt es nicht viel zu beschreiben, der Installer ist selbsterklärend. Unter Windows wird bei der Installation Windows Subsystem for Linux (WSL2) eingerichtet, in dem Docker die Linux-Container ausführt. Für Linux-Systeme stellt Docker fertige Pakete für Ubuntu, Debian, Fedora und Arch Linux mit Docker Desktop bereit. Achtung: Diese Software ist für Entwicklermaschinen mit Linux gedacht, nicht für Server, die ohne grafische Oberfläche betrieben werden. Um die geht es im Folgenden.
Docker Engine unter Linux
Unter Linux gibt es neben Docker Desktop noch docker-ce, das für den Serverbetrieb gemacht ist. Die offiziellen Paketquellen der Distributionen sind meist kein geeigneter Anlaufpunkt für eine aktuelle Docker-Version. Docker entwickelt sich schneller weiter als die Zeitpläne der Distributionen es vorsehen.
FĂĽr Docker-Einsteiger gibt es ein bequemes Installations-Skript. Wer kein Problem damit hat, ein fremdes Skript auszufĂĽhren, kommt damit schnell zur laufenden Docker-Umgebung. Heruntergeladen wird es per curl:
curl -fsSL https://get.docker.com -o get-docker.sh
Um sicherzugehen, dass das Skript nicht manipuliert ist, können Sie den Inhalt mit einem Texteditor öffnen. Zum Abgleich können Sie das zugehörige GitHub-Repository heranziehen. Führen Sie anschließend das Skript mit Root-Rechten aus:
sudo sh get-docker.sh
Das Skript lädt Docker herunter und installiert es. Anschließend sollten Sie den aktuellen Benutzer zur Gruppe docker hinzufügen, damit Sie auch als normaler Benutzer auf den Docker-Daemon und die laufenden Container einwirken können.
sudousermod-aG docker $USER
Damit die Änderung wirkt, müssen Sie sich einmal ab- und wieder anmelden. Anschließend ist Docker einsatzbereit.
Das Updaten von Docker ist einfach, weil Docker eigene Paketquellen fĂĽr den Paketmanager einrichtet. Unter Ubuntu und Debian beispielsweise wird Docker mit sudo apt update und sudo apt upgrade auf den neuesten Stand gebracht.
Wer sich nicht auf ein Skript verlassen möchte, kann die Schritte auch per Hand durchführen – für Produktivsysteme ist das der empfohlene Weg. In der Docker-Dokumentation gibt es Anleitungen für CentOS, Debian, Fedora und Ubuntu.
Docker-Compose
Für Container-Zusammenstellungen ist Docker-Compose das Mittel der Wahl. Mit diesem Programm können Sie Ihre Zusammenstellung als YAML-Datei speichern und mit dem Befehl docker compose up hochfahren. Lange Zeit war Docker-Compose eine parallel entwickelte Software neben Docker. Auf der Kommandozeile hat man es mit docker-compose (mit Bindestrich) aufgerufen. Seit 2021 hat Docker die Arbeit an einem großen Integrationsprojekt abgesschlossen und Compose als Subcommand in die Docker-CLI eingebaut (docker compose). Wenn Sie noch alte Anleitungen finden, können Sie den Bindestrich einfach weglassen, das neue Compose funktioniert nahezu identisch.
In allen aktuellen Docker-Varianten ist Compose bereits eingebaut und aktiviert. docker compose funktioniert also ĂĽberall.
Docker testen
Nach der Installation von Docker können Sie Programme schnell auf allen Betriebssystemen testen. Ob der Docker-Daemon läuft, verrät docker version.
(jam)