Ein Blick hinter die Kulissen von c’t uplink und #heiseshow
Wir werfen einen Blick hinter die Kulissen des c’t-Videostudios und verraten Ihnen, wo Sie günstige Technik für eigene kleine Projekte finden.
Wenn Achim Barczok Sie zu c’t uplink begrĂĽĂźt, muss niemand die Klappe halten: Dank ausgefeilter Technik braucht es keine Filmklappe oder andere Hilfsmittel, um Bild und Ton zu synchronisieren. Auch bei Live-Streams unserer LAN-ÂPartys von c't zockt aus dem Studio gibt es keinen Zeitversatz – das ist nicht selbstverständlich, wenn man sich einmal auf Streaming-Plattformen wie Twitch oder Mixer umsieht. Möglich macht das ein ausgefeiltes Setup, das den Zuschauern normalerweise Âverborgen bleibt, wir aber im Folgenden Âdetailliert erklären. AuĂźerdem verraten wir, wo Sie gĂĽnstigere Alternativen finden.
Dass wir keine Filmklappe zum Synchronisieren von Bild und Ton benötigen, liegt an der Art, wie wir die verschiedenen Videoformate für c’t produzieren. Beim Interview-Format „nachgehakt“ zum Beispiel gibt es nur eine Kameraeinstellung, bei der lediglich der Gast zu sehen und Moderator und Gast zu hören sind. Dafür verwenden wir die Systemkamera Panasonic GH5 mit XLR-Mikrofon-Adapter und zwei externen Mikrofonen. Bild und Ton werden von der Kamera in derselben Videodatei auf einer SD-Karte aufgezeichnet und sind so automatisch synchron.
Voll synchron
Die klassische Herangehensweise ist hingegen, das Bild mit einer Videokamera und den Ton mit einem Mehrspur-Aufnahmegerät aufzuzeichnen, sodass man jede Signalquelle einzeln nachbearbeiten kann. Dabei sorgt eine Filmklappe dafĂĽr, dass Bild und Ton später am Schnittplatz Frame-genau synchronisiert werden können. Indem wir bei unserer Kamera gleichzeitig mit dem Bild die Signale beider ÂMikrofone als einzelne Monospur aufzeichnen, können wir ebenfalls am Schnittplatz die Signalquellen getrennt anpassen, ohne eine Filmklappe zu benötigen.
Eine gĂĽnstige Alternative zur der von uns verwendeten, rund 2000 Euro teuren GH5 ist ein einfacher Camcorder mit externem Stereo-Mikrofoneingang, etwa der Panasonic HC-V777 fĂĽr rund 360 Euro, der sich wie die GH5 zwischen 50 und 60 Bilder pro Sekunde umstellen lässt. Ăśber ein zusätzliches Y-Kabel können Sie die Sprache von Moderator und Gast wie bei der GH5 getrennt als Monospur aufzeichnen und haben so ebenfalls die Möglichkeit, die ÂAudiopegel beider Interviewpartner am Schnittplatz getrennt anzupassen.
Bei den Aufzeichnungen von c’t uplink verwenden wir typischerweise drei bis vier Kameraperspektiven, dazu drei bis vier Mikrofone für Moderator und Gäste. Auch hier wäre der klassische Ansatz, wie bei Filmproduktionen die Videos jeder einzelnen Kamera und den Ton jedes einzelnen Mikrofons getrennt aufzuzeichnen, um nachträglich am Schnittplatz alle Signale einzeln bearbeiten und die optimalen Einstellungen zusammenschneiden zu können. Dabei fallen riesige Datenmengen an und die Nachbearbeitung erfordert zudem sehr viel Zeit: Die Daten müssen erst auf den Schnittrechner übertragen und alle Videos und Tonspuren miteinander synchronisiert werden, bevor dann per MultiCam-Schnitt das fertige Video entsteht. Der Zeitaufwand beträgt oft ein Vielfaches der späteren Laufzeit des Videos.
Live produziert
Deshalb ähneln Aufbau und Ausstattung unseres Videostudios dem eines Fernsehstudios, wie es auch für Sendungsformate wie „Wetten dass?“ oder die Tagesschau benutzt wird: Die Videos aller Kameras und alle Mikrofone landen bei einem Bildmischer im Regie-Pult, wo dann in Echtzeit zwischen den Kameras umgeschaltet wird. Auch Einblendungen wie Name oder E-Mail-Adresse erfolgen wie beim Fernsehen in Echtzeit durch die Regie.
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Der Vorteil dieses Ansatzes ist, dass am Ende der Aufzeichnung praktisch das sendefähige Video vorliegt – am Schnittplatz werden allenfalls noch Anfang und Ende nachbearbeitet. Es gibt aber auch erhebliche Nachteile: Die Bildauswahl lässt sich später nicht mehr ändern, denn es wird lediglich das Ausgabesignal des Bildmischers nebst Ton aufgezeichnet. Hat die Regie einen Einstellungswechsel verschlafen, gibt es keine Möglichkeit, den Fehler nachträglich auszubügeln.
Als Kameras verwenden wir überwiegend Blackmagic Studio Cameras von Blackmagic Design. Die semiprofessionellen Kameras sind für kleinere Studios konzipiert und übertragen das Bild per SDI (Serial Digital Interface, praktisch HDMI über Koax-Kabel) an den Bildmischer – selbst aufzeichnen können die Kameras nicht. Ihr Aufbau ähnelt einem Tablet mit Objektivanschluss auf der Rückseite. Der große Bildschirm dient nicht nur zur Ausrichtung der Kamera, sondern auch zur Fokussierung, wenn man herkömmliche Objektive verwendet.
Über den SDI-Eingang der Kameras lassen sich fast alle Parameter auch aus der Ferne steuern, bei motorisierten Objektiven sogar Zoom und Fokus. So können wir bei c’t uplink mit der an der Decke des Studios montierten Detailkamera, eine kompakte Blackmagic Micro Studio Camera 4K ohne Bildschirm, auf Gegenstände auf dem Tisch zoomen. Ein direkt an der Kamera montierter motorisierter Stativkopf erlaubt es uns außerdem, die Kamera vom Regiepult aus nachzuführen.
Sammelbilder
Beim Bildmischer, ein Blackmagic Atem 4 M/E Broadcast Studio 4K, laufen dann die Bild- und Tonsignale aller Kameras zusammen. Insgesamt verfĂĽgt er ĂĽber 20 SDI-ÂEingänge, sodass wir auch selten genutzte Bildquellen wie ein MacBook Pro, mit dem wir bei der #heiseshow externe Gäste via Skype einblenden, ständig angeschlossen lassen können. Das spart Umbauzeit und reduziert die Fehleranfälligkeit. Neben Kameras und Notebooks ist auch ein einfacher Medienplayer mit dem Bildmischer verbunden, der bei c’t uplink das Logo mit der Pixelanimation auf dem TV im Hintergrund zuspielt. Dessen Signal wird ĂĽber einen der sechs SDI-Ausgänge des BildÂmischers an den Fernseher geschickt.
NatĂĽrlich könnten wir den Medienplayer auch direkt an den Fernseher anschlieĂźen. Indem wir den Bildmischer zwischenschalten, kann man aus der Regie heraus dem Fernseher auch ein beliebiges anderes Signal zuteilen, etwa das der ÂDetailkamera oder des Notebooks. Dabei wandeln Blackmagic MicroConverter von HDMI auf SDI um und umgekehrt.
Generell setzen wir bei der SignalĂĽbertragung in unserem Studio auf SDI, entsprechend zahlreich sind die HDMI-SDI-Konverter. Die SDI-Konverter sind durchaus erschwinglich und eignen sich beispielsweise auch, um ein langes HDMI-Kabel zum Beamer an der Decke zu ersetzen – so wie bei unserem Beamer im Studio. Hat die Bildquelle anders als unser Bildmischer keinen SDI-Ausgang, schlieĂźt man dort einfach einen HDMI-ÂSDI-Konverter fĂĽr knapp 50 Euro an. Der Beamer bekommt einen SDI-HDMI-ÂKonverter fĂĽr knapp 60 Euro vorgeÂschaltet. Die Standard-Konverter mit Â3G-SDI von Blackmagic Design ĂĽberÂtragen bis zu Full HD, Mini-Konverter mit 4K-UnterstĂĽtzung (6G-SDI) sind mit 150 bis 200 Euro deutlich teurer.
Der Bildmischer Atem 4 M/E Broadcast Studio 4K enthält keine Konverter, weshalb alle Zuspieler die bei ihm ausgewählte Videonorm einhalten müssen. Standard ist in unserem Studio 1080p59.94, also Full HD mit 59,94 fps. Geräte, die sich nicht darauf einstellen lassen, schalten wir vor einen Cross-Konverter MD-HX von Decimator Design, der die Framerate in Echtzeit konvertiert. In der Vergangenheit war das vor allem bei Linux-Notebooks erforderlich.
Fernbedient
Die Bedienung des Bildmischers erfolgt fast ausschließlich via Ethernet mit der Software Blackmagic Atem Control. Das Gerät besitzt nämlich nur ein Tastenfeld für die Steuerung der Aux-Ausgänge, außerdem ein Display, auf dem eins der Bildsignale der Aux-Ausgänge angezeigt wird. Atem Control stellt ein virtuelles Sendepult mit Dutzenden Tasten zur Signalauswahl und -umschaltung dar. Auch die Steuerung der HyperDeck-Rekorder, der Mediaplayer des Bildmischers und Effekte wie Einblendungen, Bild-in-Bild, Greenscreen und Umschaltanimationen werden mit Atem Control gesteuert.
Mit ĂĽber 5000 Euro ist der Atem 4 M/E fĂĽr kleine Studios und Privatanwender unerschwinglich, es gibt aber gĂĽnstigere Alternativen. Der neue Atem Mini ist mit 300 Euro geradezu ein Schnäppchen: Er hat vier HDMI-Eingänge mit inteÂgrierten Cross-Konvertern und einen HDMI-Ausgang fĂĽr das Mastersignal. Man kann also problemlos und ohne jegliche Konverter jeden Rechner, jeden Camcorder, jede Digitalkamera und jedes Smartphone mit HDMI-Adapter direkt mit dem Atem Mini verbinden. Das integrierte Bedienpult erlaubt auĂźerdem die Steuerung des Atem Mini ohne einen Rechner mit Atem Control – das Programm benötigt man nur fĂĽr komplexere Setups mit Greenscreen oder Einblendungen. AuĂźerdem hat der Atem Mini einen USB-C-Anschluss, ĂĽber den er sich als Webcam beim Rechner anmeldet und sich leicht etwa in OBS Studio oder jede andere Streaming- und Recording-Software einbinden lässt.
Die zweite gĂĽnstige Alternative ist der Atem Television Studio HD fĂĽr rund 900 Euro. Er bietet vier HDMI- und vier SDI-Eingänge, auĂźerdem vier SDI-Ausgänge zur Steuerung von Kameras, einen Aux-Ausgang und eine MultiView-Anschluss fĂĽr einen Monitor, der alle Eingangssignale sowie Preview- und Mastersignal verkleinert in einer Ăśbersicht anzeigt. Der Atem Studio lässt sich weitestgehend ohne Software ĂĽber das Frontpanel bedienen. Das Mastersignal selbst wird wie auch beim Atem 4 M/E ĂĽber SDI ausgegeben, ein Webcam-Interface wie beim Atem Mini gibt es beim Atem Studio aber nicht. Man benötigt hier also zusätzlich einen SDI-HDMI-Konverter und einen USB-ÂFramegrabber, um das Mastersignal in OBS oder eine andere Software zu importieren, oder einen dedizierten Streaming-Server mit HDMI- oder SDI-Eingang.
Das Mastersignal unseres Bildmischers landet zunächst bei einem Recorder, einem Blackmagic HyperDeck Mini, mit dem wir die Sendungen auf SD-Karten aufzeichnen. Wir haben gleich zwei ÂHyperDecks: Den zweiten benutzen wir vorwiegend als Mediaplayer, er kann aber auch ĂĽber einen der Aux-Ausgänge des Bildmischers als Rekorder benutzt werden. Ein Vorteil des HyperDeck Mini ist, dass er als Mediaplayer den Alphakanal eines entsprechend kodierten Videos ĂĽber einen zweiten SDI-Ausgang an den Bildmischer ĂĽbertragen kann – so lassen sich transparente animierte Logos in Videos einblenden.
Animierte Logos
FĂĽr statische Logos und sonstige Einblendungen mit oder ohne Alphakanal haben die Atem-Bildmischer eine integrierte Mediathek. FĂĽr Adobe Photoshop gibt es ein spezielles Plug-in, ansonsten können Grafiken ĂĽber Atem Control in die Mediathek hochgeladen und dann eingeblendet werden. Um komplexe Einblendungen wie den Countdown zur #heiseshow zu generieren, benutzen wir seit einem halben Jahr das Programm Mimo Live auf unserem iMac aus 2013. Das Programm kann mehr, es könnte ähnlich wie OBS auch mehrere ÂSignale und Einblendungen verarbeiten und sogar konvertieren und streamen. ÂAllerdings gab es damit Stabilitätsprobleme auf unserem iMac, sodass wir aktuell nur Einblendungen ĂĽber einen HDMI-Adapter und einen SDI-Konverter an den BildÂmischer ĂĽbertragen, der Schwarz per ÂAlpha-Blending transparent darstellt. FĂĽr transparente mehrfarbige Logos mĂĽsste Mimo einen zweiten HDMI-Ausgang als separaten Alphakanal ansteuern, so wie es das HyperDeck Mini tut.
Eine kostengünstige Variante zum HyperDeck Mini sind ein USB-Framegrabber und ein Rechner mit OBS oder einer beliebigen anderen Recording-Software. Wir nutzen diese Konfiguration gelegentlich als Backup. Der HyperDeck Mini dient uns gleichzeitig als SDI-HDMI-Cross-Konverter, am HDMI-Ausgang betreiben wir einen Teradek VidiU Pro Streaming-Server. Dieser verarbeitet das Full-HD-Eingangssignal mit maximal 30 fps zu einem H.264-Stream und überträgt ihn ins Internet.
Mit fast 1000 Euro ist der VidiU Pro für Privatanwender und kleine Studios ziemlich teuer. Die Alternative ist wieder einmal OBS. Allerdings muss der Rechner respektive dessen Grafikkarte ziemlich leistungsfähig sein, um das Signal des Atem Mini oder eines USB-Framegrabbers in Echtzeit mit 30 oder 60 fps konvertieren zu können. Viele YouTuber und Twitcher installieren OBS deshalb auf einem separaten Rechner und nicht auf ihrem Spiele-PC.
Meist lassen wir unseren Streaming-ÂServer die Daten an den Streaming-Dienst Restream.io senden. Dort können wir den Stream parallel an mehrere Plattformen wie YouTube, Twitch oder Facebook zu verteilen. AuĂźerdem erlaubt uns Restream in der kostenpflichtigen ÂVariante, den ÂStream vorab zu begutachten – das ist vor allem bei der Fehlersuche ÂäuĂźerst wertvoll.
Guter Ton
Während die Bildsignale beim Bildmischer zusammenlaufen, landet der Ton ganz klassisch bei einem großen Mischpult – einem Behringer X32. Das Digitalpult besitzt 32 Eingänge und 8 Ausgänge, sodass wir auch hier alle Quellen und Ziele dauerhaft verkabelt lassen können.
Digitale Mischpulte haben den Vorteil, dass sich die Signalwege einfach umkonfigurieren lassen, ohne die Verkabelung ändern zu mĂĽssen. Das ist besonders praktisch, wenn mehrere Ein- und Ausgänge gleichzeitig betroffen sind. Bei der #heiseÂshow zum Beispiel darf vor Beginn der Sendung fĂĽr die Zuschauer nur die PausenÂmusik zu hören sein. Der Moderator und die Gäste, die möglicherweise auch per Skype zugeschaltet werden, sollen sich aber vorab bereits unterhalten können – ohne störende Musik im Hintergrund. Dazu wird allein der Skype-Ton auf einen Studiolautsprecher Âgelegt. Der Skype-Gast wiederum soll sich nicht selbst zurĂĽck hören, er bekommt nur das Signal der Studiomikrofone. Fängt die Sendung an, soll das Intro aber fĂĽr alle zu hören sein. Das ist nur leistbar, weil sich die Signalwege auf Knopfdruck respektive per Makro dynamisch ändern lassen.
Wer auf solch komplexe Szenarien Âverzichten kann, kommt aber mit einem analogen Mischpult ab 50 Euro aus. FĂĽr etwas mehr Geld findet man auch Modelle mit USB-Anschluss, ĂĽber den sich etwa der Spiele-Sound auf das Mischpult ĂĽberÂtragen oder das Mastersignal abgreifen und etwa in OBS einbetten lässt. Eine Âandere Alternative ist, ganz auf ein Mischpult zu verzichten und stattdessen mit einem USB-Mikrofon oder einem USB-ÂAudio-Konverter zu arbeiten. Die Pegel stellen Sie dann direkt in OBS ein. Der Nachteil von USB-Audiogeräten ist aber, dass es stets zu Latenzen kommt, die Sie etwa in OBS korrigieren mĂĽssen, damit Bild und Ton wieder synchron sind.
Statt der bei Podcasts ĂĽblichen GroĂźmembranmikrofone verwenden wir NackenbĂĽgelmikrofone. Das lässt mehr Platz auf dem Tisch und ist einfacher zu handhaben als typische Studiomikrofone, bei denen man darauf achten muss, den ÂAbstand zwischen Sprecher und Mikro möglichst konstant zu halten.
Neben den Mikros laufen im Mischpult auch die Wartemusik, bei den LAN-Partys von c’t zockt der Spiele-Sound und andere Audioquellen zusammen. Wo nötig, werden die Signale mit Kompressoren, Limitern und Equalizern bearbeitet; zu den jeweiligen Zielen gelangt nur die Audiosumme. Das Mastersignal des Audiomischers, das im Stream zu hören sein soll, läuft zum Bildmischer und wird von diesem synchron zum Bild in den Masterausgang des Bildmischers eingefügt.
Geräteübergreifende Makros
Nicht nur der Bildmischer, auch das Mischpult, der Intro-Zuspieler und sogar die Studio-Uhr lassen sich ĂĽber das Netzwerk steuern. Dazu gibt es fĂĽr jedes Gerät entsprechende Software oder ein Web-FrontÂend, doch mehrere Fenster parallel lassen sich von einer Person am Regiepult kaum bedienen. Deshalb setzen wir seit einigen Wochen Bitfocus Companion erfolgreich ein: Das Open-Source-Projekt beherrscht die Protokolle verschiedener Geräte und Programme, darunter die der Bildmischer von Blackmagic Design, der HyperDeck Recorder, des Mischpults Behringer X32 und der Streaming-Software OBS. Damit lassen sich hochkomplexe, geräteĂĽberÂgreifende Makros programmieren. Auch wenn die Entwickler derzeit noch vom produktiven Einsatz der Version 2.0 abraten, hat sie sich bei uns als stabil und Âalltagstauglich erwiesen. Die Bedienung erfolgt ĂĽber frei programmierbare Tastenfelder Elgato Stream Deck XL mit jeweils 32 mit Displays ausgestatteten Tasten.
Mit rund 250 Euro ist das Stream Deck XL ziemlich kostspielig, die kleinere ÂVersion mit 15 Tasten gibt es schon fĂĽr 150 Euro. Wer privat streamt, kommt Âvielleicht aber auch mit der kleinsten Version mit 6 Tasten fĂĽr 100 Euro aus. Der groĂźe Vorteil gegenĂĽber einem virtuellen Tastenfeld etwa auf einem Tablet ist, dass sich die Tasten des Stream Deck auch zuverlässig blind bedienen lassen, wenn man etwa bei Spiele-Streams schnell zwischen den ÂKameraeinstellungen umschalten muss.
Apropos Kameraeinstellungen: In der Regel filmen wir #heiseshow, c’t uplink und c’t zockt mit drei Kameras: Eine fĂĽr die Totale, eine fĂĽr die Gäste auf der linken und eine fĂĽr die auf der rechten Seite. Das Hintergrundbild der #heiseshow, ein ÂLeiterbahnmuster, entsteht dabei nicht wie oft vermutet in Greenscreen-Technik durch Ăśberblendung und Chroma-Keying. Bei drei Kameraeinstellungen mĂĽssten wir sonst auch drei miteinander synchronisierte, an den jeweiligen Blickwinkel angepasste Hintergrundanimationen verwenden. Deshalb wird der Hintergrund mittels Kurzdistanzbeamer, der ĂĽber einen SDI-HDMI-Adapter mit dem Bildmischer verbunden ist, an eine weiĂźe Wand hinter den Gästen projiziert. Ein solcher Beamer Âeignet sich mit einem einfarbig grĂĽnen Bild auch gut als Greenscreen-Ersatz, denn die Ausleuchtung ist sehr gleichmäßig, was ein sauberes Chroma-Keying ermöglicht. AuĂźerdem lässt sich der Greenscreen so leicht in einen Bluescreen verwandeln, falls ein Gast etwas GrĂĽnes tragen sollte.
c’t uplink und c’t zockt haben wir Âbislang traditionell an einem einfachen Holztisch mit einer blau hinterleuchteten Gardine, einem Fernseher und einem alten Flipper als Deko im Hintergrund gefilmt. Nach ĂĽber 300 Folgen c't uplink und ĂĽber 50 Folgen c’t zockt steht hier ein Neubau auf dem Plan, den Sie in den nächsten ÂWochen auf dem YouTube-Kanal von heise online begutachten können.
c’t auf YouTube
Auf dem YouTube-Kanal von heise online unter youtube.com/heiseonline finden Sie immer samstags neue Folgen von c’t uplink, außerdem veröffentlichen wir unter „nachgehakt“ Interviews zu einigen Themen aus c’t. Ein Mal im Monat streamen wir zusätzlich eine LAN-Party live aus dem Studio auf unserem c’t-zockt-Kanal unter youtube.com/ctzockt und veröffentlichen dort auch Let's Plays und Neuvorstellungen.
Dieser Artikel stammt aus c't 6/2020.
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