Form-Sache: Das Audi-Design unter der Lupe

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Passenderweise zeigte er sich in einer Schweizer Eishalle zum ersten Mal: der Audi quattro von 1980. Der Wagen ist nicht wirklich schön, aber Auto-Fans haben ihn längst in ihr Herz geschlossen. Kantig, kubisch und gradlinig galt damals als aerodynamisch günstig. Allradantrieb wurde durch den quattro salonfähig und seine 200 PS aus dem Fünfzylinder-Turbo reichen für Drifts und Sprints. Besonders auffällig sind die kantig verbreiterten Kotflügel – Audi nennt diese Kästen „Blister“. Wiederentdeckt wurden diese Blister für die Performance-Modelle Audi RS 6 und RS 6 Avant.

1991 war er der Aufreger der IAA: Der erste reine Sportwagen von Audi, ein quattro Spyder. Wegen seiner Aluminium-Karosserie wiegt der Wagen gerade mal 1100 Kilogramm. Aber hier hatten die Audi-Designer ein Problem: Der Wagen war in knalligem Orange lackiert und somit nicht als Aluminium-Renner zu erkennen. So mussten ein paar Alu-Applikationen für den Innenraum her, um das Leichtbau-Thema sichtbar zu machen. Auch die Leichtmetall-Felgen des Sportlers waren alles andere als unauffällig: 18-Zoll-Dimensionen fielen 1991 noch auf. Audi plante sogar eine Serienproduktion, aber die Planungen kamen in der Automobil-Flaute Anfang der 90er zum Erliegen. Später wurde der Audi TT aus diesem Konzept geschält.

Ebenfalls 1991, aber erst auf der Tokio Motor Show gleißt der Audi AVUS quattro vor dem Publikum. Hier ist die Alu-Karosserie präsent: Unlackiert und blankpoliert erinnert der Wagen an alte Flugzeuge, man spürt beinahe das Propeller-Dröhnen. 152 Kilogramm bringen Rahmen und Karosserie auf die Waage, zusammen mit dem 509-PS-W12-Triebwerk kommt die 340 km/h schnelle Flunder auf 1250 Kilogramm. Lang, vorn angeordnete Fahrkanzel, 2,80 Meter Radstand und 20-Zoll-Räder – der AVUS quattro schlägt die Brücke zwischen dem Stromlinien-Rennwagen Auto Union Typ D aus den 30ern und dem mit V12-Diesel ausgerüsteten R8 TDI Le Mans von 2008.