Daniel hat 2001 als Volontär bei der Zeitschrift PC Direkt angefangen. Nach seiner Ausbildung testete er vor allem PC- und IT-Produkte wie WLAN, DVD-Brenner und neue Technologien wie Web Pads, die Vorgänger der Tablets. Darauf folgte noch ein Ausflug in die Redaktion der Multimedia-Zeitschrift AVDC, bevor er in den Online-Journalismus wechselte.
Los ging's im Newsroom von VNUnet, kurze Zeit später verantwortete er die deutsche Ausführung des Gadget-Blogs Gizmodo. Dann baute er den deutschen Ableger von CNET auf, bevor er 2013 zur Gründung von TechStage zu heise medien wechselte. Im Laufe der Zeit entwickelte er TechStage zur Kaufberatungs-Webseite weiter, die 2024 in heise bestenlisten aufgegangen ist.
Ab dem 15. März gibt es bei Aldi Süd wieder ein Marken-Smartphone zum Schnäppchenpreis: Das Lenovo Moto E4 (Motorola E4) für 80 Euro. Ist der Preis gut und sollte man das nicht mehr ganz frische Smartphone kaufen?
Im August 2017 haben wir das Lenovo Moto E4 ausführlich getestet . Endergebnis: Gut. Positiv aufgefallen sind uns das gute Preis-Leistungsverhältnis sowie die gute Verarbeitung, gestört hat uns die vergleichsweise niedrige Auflösung von Display und Kamera.
1280 × 720 Pixel auf 5 Zoll entspricht einer Pixeldichte von 294 ppi. Im Vergleich zu aktuellen High-End-Smartphones ist das wenig; auf der anderen Seite sind die Retina-Displays der teuren iPhones auch „nur“ um 11 Prozent schärfer (326 Pixel pro Zoll).
Letztlich hat sich an dieser Einschätzung nichts getan, allerdings ist das Gerät natürlich nun sechs Monate älter. Um so wichtiger ist der Punkt Software: Auf dem Moto E4 läuft Android 7 Nougat, also nicht die aktuelle Version 8.1 Oreo. Es ist nicht davon auszugehen, dass Lenovo noch ein Upgrade bringt – Käufer des Moto E4 sitzen also auf Android 7 fest. Nur Bastler, die sich gut mit der Technik auskennen und bereit sind, selbst Hand anzulegen, kommen mit alternativen ROMs wie Lineage 15 auf Android 8.
Ist der Preis gut? Werfen wir einen Blick in den Preisvergleich:
Aktuell liegen die günstigsten Angebote bei etwa 96 Euro plus Versandkosten respektive bei 98 Euro inklusive Versand. Der Aldi-Deal – es soll 79,95 Euro kosten – liegt somit um ungefähr 18 Prozent niedriger als derzeit günstige Händler. Der Blick in den Preisverlauf des Moto E4 zeigt, dass das Gerät aber schon mal billiger war als derzeit. Ende Februar war es für 89 Euro zu haben. Immer noch mehr als bei Aldi.
Dazu kommt allerdings noch, dass der Discounter – wie üblich – eine Aldi-Talk-SIM-Karte mit 10 Euro Startguthaben beilegt. Das Smartphone ist SIM-Lock-frei, man kann also auch jede andere Karte verwenden, aber wer sich für Aldi entscheidet, bekommt letztlich noch einmal 10 Euro Nachlass – das wären dann knapp 29 Prozent im Vergleich zum aktuell günstigsten Angebot.
Um es klar zu sagen: Der Preispunkt von 80 Euro ist heiß. Wirklich groß ist die Auswahl an Alternativen nicht. Andere Smartphones in dieser Preisklasse haben allesamt so starke Einschränkungen, dass wir sie nicht guten Gewissens empfehlen würden.
Da gibt es das Wiko Sunny 2 Plus, dessen Display-Auflösung mit 854 × 480 Pixeln noch weit unter der des Moto E4 liegt, auf der anderen Seite bietet es aber auch keine Vorteile wie ein aktuelles Android 8 oder mehr Speicher. Gleiches gilt für die Archos-Modelle Access 45 und Access 55 oder das TP-Link Neffos C5A sowie das größere Wiko-Modell Jerry 2. Interessant ist bis zum Preis von 80 Euro maximal das Wiko Lenny 4 Plus, das zum gleichen Preis immerhin ein 5,5 Zoll großes LCD mit HD-Auflösung und ebenfalls eine 8-Megapixel-Kamera mitbringt, im Gegensatz zum Moto E4 aber kein LTE beherrscht.
Wenn's ein bisschen mehr kosten darf, können China-Smartphones eine Alternative sein. Wer wirklich sparen möchte, bestellt die Geräte direkt bei chinesischen Versendern. Der Preis dafür ist aber der Verzicht auf Verbraucherrechte: Gewährleistung? Rückgaberecht? Vergiss es. Von den technischen Daten her können Modelle wie das Xiaomi Redmi 5a, Redmi Note 5a oder die frisch von uns getesteten Modelle Leagoo T5c (Testbericht) oder Neffos X1 Lite (Testbericht) durchaus überzeugen.
Wer Wert auf eine Marke legt, muss etwas tiefer in die Tasche greifen. Für einen geringen Aufpreis gibt es Modelle wie das Gigaset GS170 (Testbericht) oder das Moto C Plus (Testbericht) . Beide Modelle sind nicht schlecht, aber softwaretechnisch ebenfalls nicht up-to-date. Wer ein aktuelles Android 8 möchte, bekommt im Einsteigersegment derzeit das Nokia 1 oder das Nokia 5; beide sind allerdings so neu, dass wir sie noch nicht testen konnten. Das Nokia 1 ist für unter 100 Euro zu haben und hat ein kleineres, niedriger auflösendes Display als das Moto E4. Das Nokia 5 macht vieles besser, kostet mit etwa 150 Euro aber auch schon fast doppelt so viel. Erwähnenswert sind ansonsten noch das LG K8 (Testbericht) , das Honor 6A (Testbericht) und unser heimlicher Favorit, das Moto G5 (Testbericht) .
Das Lenovo Moto G5 steht zwar aktuell auch bei Android 7, ein Upgrade auf Android 8 ist aber angekündigt. Außerdem gibt es ein Full-HD-Display und eine deutlich höhere Auflösung der Kamera.
Der Preis ist wirklich gut. Für 80 Euro gibt es kein Smartphone, das dem Moto E4 auch nur ansatzweise gerecht wird. Wer noch dazu Verwendung für die mitgelieferte SIM-Karte hat, kommt noch 10 Euro billiger weg. Ist der Preis wirklich das Hauptkriterium für den Kauf, heißt es: Auf zu Aldi Süd und ab dem 15. März gleich morgens anstellen.
Auf der anderen Seite tun wir uns schwer damit, Smartphones zu empfehlen, auf denen noch nicht einmal zum Zeitpunkt des Kaufs aktuelle Software läuft – denn von einem offiziellen Android-Upgrade ist nicht auszugehen. Wer es sich leisten kann, sollte mit dem Moto G5 liebäugeln. Das Produkt ist zwar spürbar teurer, in fast allen Punkten aber auch deutlich besser. Und für ein so gutes Smartphone immer noch ein Schnäppchen.
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