Daniel hat 2001 als Volontär bei der Zeitschrift PC Direkt angefangen. Nach seiner Ausbildung testete er vor allem PC- und IT-Produkte wie WLAN, DVD-Brenner und neue Technologien wie Web Pads, die Vorgänger der Tablets. Darauf folgte noch ein Ausflug in die Redaktion der Multimedia-Zeitschrift AVDC, bevor er in den Online-Journalismus wechselte.
Los ging's im Newsroom von VNUnet, kurze Zeit später verantwortete er die deutsche Ausführung des Gadget-Blogs Gizmodo. Dann baute er den deutschen Ableger von CNET auf, bevor er 2013 zur Gründung von TechStage zu heise medien wechselte. Im Laufe der Zeit entwickelte er TechStage zur Kaufberatungs-Webseite weiter, die 2024 in heise bestenlisten aufgegangen ist.
Updates für Android-Smartphones? Bei diesem Thema stellen sich bei vielen Handy-Nutzern die Nackenhaare auf, denn längst nicht alle Smartphones bekommen die Aktualisierungen – und spätestens nach zwei Jahren ist es ohnehin bei fast allen Geräten vorbei.
Aber welcher Hersteller ist eigentlich der Zuverlässigste? Wo gibt es die meisten Updates, und wo die wenigsten? Unsere Kollegen Achim Barczok und Christian Wölbert von der c't sind dem Thema auf die Spur gegangen.
Bereits seit Monaten ist die Android-Version 4.2 alias Jelly Bean aktuell. Doch gerade mal zwei Smartphone-Modelle laufen damit. Die Hälfte aller von Google jüngst erfassten Android-Geräte hat sogar noch Android 2.3 oder älter installiert. Zumindest softwareseitig sind sie damit spätestens seit Herbst 2011 veraltet – also fast schon eineinhalb Jahre.
Die Android-Gemeinde schiebt Frust. Wer heute ein solches Smartphone kauft, kann sich noch nicht einmal darauf verlassen, überhaupt jemals ein einziges großes Update zu bekommen. Von 73 zwischen 2009 und 2011 in Deutschland erschienenen Smartphones machten 23 Stück keinen einzigen dieser großen Versionssprünge mit. Für fast ein Drittel der Geräte gab es also nur Bugfixes und kleine Optimierungen. Minimale Versionssprünge also, etwa von Android 2.3.3. auf 2.3.7.
Apple hat das Problem besser im Griff. Wer ein iPhone direkt zum Verkaufsstart erwirbt, kommt in der Regel für mindestens drei Jahre in den Genuss der aktuellen Betriebssystemversion. Bei Android spätestens nach zwei Jahren Schluss. Und selbst das ist die Ausnahme: Nur die Nexus-Serie von Google sowie Spitzenmodelle wie Galaxy Note und Galaxy S II von Samsung oder das Motorola Razr werden so lange mit Updates versorgt. Bei günstigeren Modellen muss man sich schon über 12 Monate freuen – ab dem Zeitpunkt der Markteinführung, wohlgemerkt. Wer ein Jahr nach dem Verkaufsstart ein Schnäppchen schießt, bekommt unter Umständen gar kein Update mehr.
Auf einigen Geräten läuft sogar schon bei Auslieferung ein veraltetes Android. Das LG Optimus Speed und das Motorola Razr beispielsweise haben seit ihrem Erscheinungstermin bis zum heutigen Tag noch nie eine aktuelle Version gesehen.
Die Kollegen von c't haben überprüft, wie oft und wie verspätet Smartphones von HTC, LG, Motorola, Samsung und Sony Android-Updates erhalten haben (Ausgabe 9/2013 ). Dabei wurden alle Geräte berücksichtigt, die zwischen 2009 und 2011 in Deutschland auf den Markt kamen. Im Vorjahr haben die Kollegen alle Modelle von 2009 bis 2010 untersucht (c't 9/2012, Seite 80 ). Die Nexus-Serie rechneten wir dabei nicht den Hardware-Herstellern zu. Stattdessen tauchen sie unter "Google" auf, da sie als Referenzmodelle vom Android-Entwickler selbst mit Updates beliefert werden.
| Hersteller | Update-Zeit in Monaten |
| HTC | 5,9 |
|---|---|
| Sony (Ericsson) | 7,3 |
| Samsung | 7,8 |
| Motorola | 10,2 |
| LG | 11,7 |
Wie schon im Jahr zuvor hat allein Google für seine eigene Smartphone-Serie Nexus zügig Updates ausgeliefert. Im Schnitt waren neue Software-Versionen einen Monat nach der Vorstellung auf der Hardware verfügbar. Kein Wunder, schließlich bilden die Nexus-Modelle ja die Referenz für Android: Auf diesen Smartphones testet Google seine neuen Android-Versionen, bevor sie veröffentlicht werden.
Von den fünf großen Smartphone-Herstellern schafft dieses Update-Tempo keiner auch nur ansatzweise. Wie im Vorjahr war HTC noch am schnellsten mit der Update-Versorgung. Neue Android-Versionen brauchten im Schnitt knapp sechs Monate, bis sie für Desire, Sensation und Co. zur Verfügung standen. Das ist deutlich schneller als die Konkurrenten, aber für viele Anwender immer noch zu lahm. Die nächste gute Nachricht bei HTC: Auf immerhin einem Drittel aller Geräte bis 2011 läuft inzwischen Android 4.0.
Den größten Sprung machten Sony beziehungsweise Sony Ericsson im vergangenen Jahr: War das Unternehmen 2012 noch Vorletzter in unserem Update-Check, so kämpfte es sich in diesem Jahr auf Platz zwei vor. Besonders bei Modellen aus dem Jahr 2011 hat Sony vorbildlich gearbeitet. Fast alle erhielten noch ein Update auf Android 4.0, und das nach ähnlich kurzer Zeit wie bei HTC.
Am Schluss der Tabelle hat sich indes nichts getan. LG bleibt mit durchschnittlich knapp einem Jahr Wartezeit das Schlusslicht. Noch schlimmer: Über die Hälfte der Geräte erhielt nicht ein einziges der großen Aktualisierungen.
Nicht viel besser sieht es bei Motorola aus. Zehn Monate Wartezeit sind der Durchschnitt, und wie bei LG blieben 55 Prozent der Geräte für immer im Ausgangszustand. Wer ein Smartphone von LG oder Motorola kauft, darf nicht mit Updates rechnen.
Der derzeitige Android-Marktführer Samsung liegt übrigens im Mittelfeld. Unterm Strich ist das Ergebnis trist: Die Koreaner liefern wenig Updates und brauchen dafür ziemlich lange. Und nur zwei von den 15 Geräten vor 2012 haben Android 4.0 oder höher bekommen.
| Hersteller | Android-Smartphones 2009-2011 | 0 Updates | 1 Update | 2 Updates | Phones mit Android 4.x |
| HTC | 20 | 6 (30 %) | 11 (55%) | 3 (15%) | 7 (35%) |
|---|---|---|---|---|---|
| LG | 11 | 6 (55%) | 3 (27%) | 2 (18%) | 2 (18%) |
| Motorola | 11 | 6 (55%) | 3 (27%) | 2 (18%) | 1 (9%) |
| Samsung | 16 | 4 (25%) | 9 (56%) | 3 (19%) | 2 (13%) |
| Sony (Ericsson) | 15 | 1 (7%) | 13 (87%) | 1 (7%) | 10 (67%) |
Seit Jahren bekommen wir dieselben Antworten, wenn wir die Hersteller nach den Gründen für die Update-Flaute fragen. Zum Einen ist der Update-Zyklus kurz: Neue Versionen kommen häufig wenige Monate nach alten Versionssprüngen, und die Änderungen sind – wie bei Android 4.2 zu Android 4.1 – marginal.
Und erst wenn Google den Quellcode von Android ausliefert, können sie ihn für ihre Handys anpassen und die eigenen Android-Oberflächen aufsetzen. Diese Anpassung, so erklärte uns HTC beispielsweise, dauere in der Regel nur wenige Wochen. Den großen Teil der Wartezeit machten die anschließenden Optimierungen und Tests aus, die sich über Monate hinziehen würden.
Danach haben auch die Netzbetreiber noch ein Wörtchen mitzureden. Teilweise passen sie die Software ebenfalls noch an; auf jeden Fall gibt es interne Tests. Und schließlich will auch Google noch einmal einen Blick auf die Veränderungen werfen.
Unterm Strich erklärt das zwar, warum ein Update mehrere Monate braucht. Aber es ist weder eine Begründung dafür, warum LG im Schnitt doppelt so lange dafür benötigt wie HTC, noch dafür, warum ältere und günstigere Geräte so selten Updates sehen.
Meist seien neuere Software-Versionen leistungshungriger als ihre Vorgänger, argumentiert LG. Doch ist das nur die halbe Wahrheit: Oft sind es insbesondere die Software-Anpassungen und zusätzlichen Oberflächen der Hersteller, die so viel Leistung einfordern und Probleme machen. Entwickler von Android-Mods wie Cyanogenmod beweisen immer wieder, dass man auch auf schwachbrüstigeren Geräten neue Android-Versionen flüssig zum Laufen bringt.
Seit Jahren gelobt Google Besserung. Im Mai 2011 kündigte Google eine Update-Initiative an, laut der neue Geräte für mindestens 18 Monate mit Updates versorgt werden. Der Verpflichtung kam bisher kein einziger Hersteller nach. Ein gutes Jahr später, im Juni 2012, will Google den Herstellern früher Zugriff auf Teile des Android-Quellcodes geben, um die Updates zu beschleunigen. Tatsächlich hat sich die Update-Geschwindigkeit seit unserem Check vor einem Jahr von 7,7 Monaten auf 8,2 Monate im Schnitt sogar verschlechtert.
Und auch der Umstand, dass inzwischen fast jeder Hersteller gemeinsam mit Google Android-optimierte Nexus-Geräte entwickelt hat, hat nichts geändert: Das aktuelle Nexus-Smartphone stammt von LG, trotzdem ist der Hersteller der schlechteste Update-Versorger.
Wer Updates schnell und über einen möglichst langen Zeitraum nutzen möchte, wird auf absehbare Zeit wohl mit dem iPhone am besten fahren. Wenn es Android sein soll, empfehlen wir einen Blick auf die Nexus-Geräte zu werfen. Dort gibt es nicht nur "echtes" Android, sondern auch flotte Systemaktualisierungen.
Wer lieber ein anderes Gerät haben möchte, sollte beim Smartphone-Kauf ganz genau auf die Marke achten. Denn sechs Monate Wartezeit wie bei HTC und Sony sind zwar lang, aber zwölf Monate wie bei LG eine Frechheit.
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