Daniel hat 2001 als Volontär bei der Zeitschrift PC Direkt angefangen. Nach seiner Ausbildung testete er vor allem PC- und IT-Produkte wie WLAN, DVD-Brenner und neue Technologien wie Web Pads, die Vorgänger der Tablets. Darauf folgte noch ein Ausflug in die Redaktion der Multimedia-Zeitschrift AVDC, bevor er in den Online-Journalismus wechselte.
Los ging's im Newsroom von VNUnet, kurze Zeit später verantwortete er die deutsche Ausführung des Gadget-Blogs Gizmodo. Dann baute er den deutschen Ableger von CNET auf, bevor er 2013 zur Gründung von TechStage zu heise medien wechselte. Im Laufe der Zeit entwickelte er TechStage zur Kaufberatungs-Webseite weiter, die 2024 in heise bestenlisten aufgegangen ist.
Philipp hat seinen beruflichen Werdegang als Praktikant in einer Werbeagentur begonnen und ist mit verantwortlich für das Design von Bierdeckeln, Werbetafeln und einem Fan-Bus eines großen Fußballvereins. Danach folgte der erste Schritt zum Journalismus: Ein Volontariat bei PC-Zeitschriften, die heute kaum noch jemand kennt - PC Direkt und PC Professionell. Dann folgte ein mehrjähriger Ausflug in die Welt des Marketings, PR-Arbeit und Qualitätsmanagement in einem mittelständischen Handelsunternehmen.
Seit 2015 ist Philipp bei Heise im Team von Bestenlisten aktiv. Hier bringt er auch seine privaten Interessen ein und deshalb für Drohnen, Laser, Balkonkraftwerke, Powerstations und zahlreiche China-Gadgets wie Handwärmer, USB-Lötkolben oder Mini-Taschenlampen zuständig.
Ein Balkonkraftwerk ist eine simple Möglichkeit, Strom selbst herzustellen und so Kosten zu reduzieren – ganz ohne Bürokratie. Dieser Ratgeber zeigt, worauf Käufer achten sollten.
Der Einsatz eines Balkonkraftwerks reduziert Stromkosten erheblich. Aktuellen Berechnungen zufolge amortisiert sich eine kleine Solaranlage bereits nach drei Jahren. Dieser Ratgeber zeigt, wie viel man ausgeben sollte, was es zu beachten gibt – und wann sich ein Batterie-Speicher lohnt.
Wer den hohen Stromkosten entgegenwirken will, kann den eigenen Verbrauch reduzieren. Das funktioniert etwa durch den Tausch alter elektronischer Haushaltsgeräte (Ratgeber) oder durch einen sparsameren Umgang mit Energie, bei der Energiekostenmessgeräte und smarte Zwischenstecker (Ratgeber) helfen können. Aber wer bereits auf seinen Stromverbrauch achtet, seine Großgeräte ausgetauscht und die Beleuchtung auf LED (Themenwelt) umgestellt hat, wird seinen Verbrauch kaum noch nennenswert senken können. Eine effektive Möglichkeit, die Energiekosten unabhängig von den Verbrauchern zu senken, ist die Nutzung von selbst produziertem Strom.
Hier kommen die Balkonkraftwerke oder Balkon-PV-Anlagen ins Spiel. Die kleinen steckerfertige Solaranlagen produzieren zwar weniger Energie als großflächige PV-Lösungen auf Dächern oder Feldern, sind dafür aber schon für ein paar hundert Euro zu haben und amortisieren sich in wenigen Jahren.
Bei einem Balkonkraftwerk sollte man den erzeugten Strom optimalerweise sofort verbrauchen: Eine Einspeisevergütung gibt es nur in seltenen Fällen. Da seit Januar 2023 keine Mehrwertsteuer mehr für PV-Anlagen bis 30 kWp (bezahlt werden muss, sind die Preise erheblich günstiger als im letzten Jahr. Zudem hat sich die Liefersituation deutlich entspannt und so gibt es sowohl PV-Module als auch Mikro-Wechselrichter zum guten Preis.
In diesem Ratgeber vermitteln wir die Grundlagen rund ums Thema Balkonkraftwerke. Welche Mini-PV-Anlagen in unseren Tests am meisten überzeugt haben, zeigt unsere Top 6: Die besten Balkonkraftwerke – Fachhandel besser als Discounter.
Der Name Balkonkraftwerk ist auf den geringen Platzbedarf der Anlagen zurückzuführen. Ein Balkon ist für die Nutzung nicht nötig, allerdings etwas Platz mit möglichst viel Sonneneinstrahlung. Der kann auch auf dem Dach, dem Gartenhaus, der Terrassenüberdachung oder im Garten sein. Die kleinen Solarkraftwerke bestehen lediglich aus einem bis zwei Solarpanels (PV-Module) und einem Wechselrichter (Inverter oder auch Drehrichter), welcher den selbst erzeugten Strom ins heimische Netz einspeist. Das komplette Equipment passt in der Regel auf den Balkon. Wo die Solarmodule aufgestellt oder gehängt werden, ist aber egal – solange sie nur ausreichend Sonne abbekommen.
Mini-Balkonkraftwerke sind anders als große Solaranlagen weitestgehend frei von bürokratischen Auflagen in Form von Abrechnungen. Um Steuern & Co. muss man sich hier ebenso wenig kümmern wie um Baugenehmigungen. Nötig sind lediglich die Anmeldung beim Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister. Einige Anbieter übernehmen das sogar für den Kunden. Ein Beispiel dafür ist etwa Priwatt, der Hersteller bietet diesen Service etwa beim Kauf eines Priflat Duo an. Im Gegensatz zu großen Anlagen dauert es hier nicht Monate, bis der Strom fließt. Vielmehr lautet die Devise: kaufen, aufbauen, anstecken und sofort sparen. Die meisten Stromnetzbetreiber verlangen allerdings, dass man ein Balkonkraftwerk bei ihnen registriert.
Auch ein Elektro-Fachbetrieb ist zur Installation solcher Mini-PV-Anlagen nicht zwingend erforderlich. Wer etwas handwerkliches Geschick und Grundkenntnisse in Elektronik mitbringt, kann die Mini-Solaranlage im Online-Shop bestellen und anschließend selbst aufbauen und in Betrieb nehmen. Um den Strom einzuspeisen, wird der Inverter in der Praxis einfach per AC-Kabel an eine klassische Schuko-Steckdose angeschlossen. Eine spezielle Wieland-Steckdose wird empfohlen, für deren Installation benötigt man aber einen Elektriker. Die Verwirrung um die Pflicht zum Wieland-Stecker ist groß, dazu kommen wir später noch.
Doch nicht jeder hat einen Balkon oder Garten. Mittlerweile sind deshalb auch noch kleinere Mini-Photovoltaik-Anlagen speziell für die Installation auf der Fensterbank erhältlich. Die Komplett-Sets bestehen in der Regel ebenfalls aus Wechselrichter plus Solarpanel. Allerdings sind hier bedingt durch den beschränkten Platz nur sehr schwache PV-Module und ein entsprechend schwächerer Wechselrichter (300 Watt) enthalten.
Wie unsere Kollegen von Heise im Test eines solchen Sets herausgefunden haben, funktionieren diese Kleinkraftwerke, allerdings ist der Ertrag im Verhältnis zu den Anschaffungskosten zu gering. In der Praxis dauert es mit so einer Mini-Anlage deutlich länger, bis man die Kosten für die Anschaffung hereingeholt hat, um dann tatsächlich Geld zu sparen. Während bei großen Balkonkraftwerken etwa zwei bis drei Jahre vergehen, bis sich die Kosten amortisieren, dauert es bei Mini-Anlagen, wie dem schwachen Lidl-Balkonkraftwerk (Testbericht) sieben bis acht Jahre.
Für Balkonkraftwerke ab einer Höhe von 4 Metern gibt es besondere Regeln, die es zu beachten gibt. Denn sollte je eines der Solarpanels mit Glasbeschichtung brechen, könnte das aufgrund der Höhe schnell zur Gefahr für Menschen oder Dinge darunter werden. Hinterlegt ist das in der Norm DIN 18008 für Glas im Bauwesen. Darunter fallen auch die klassischen Solarmodule. Diese besitzen einen Rahmen aus Alu und eine Verglasung auf der Frontseite, was zu einem hohen Gewicht führt. Die bei Balkonkraftwerken mitgelieferten Panels wiegen in der Regel zwischen 15 und 20 Kilogramm.
Wer ein Balkonkraftwerk in einer Höhe von mehr als 4 Metern über dem Boden anbringen will, benötigt deshalb andere Panels oder eine allgemeine Bau- oder Einzelfallgenehmigung.
Die Lösung für diesen Sonderfall sind Solarpaneele, die ohne Glas und Metall auskommen. Flexible oder halb flexible Photovoltaik-Modelle, wie sie auch etwa auf Boot, Caravan oder Wohnmobil zum Einsatz kommen, sind zwar teurer als Standard-Panels, sie wiegen allerdings auch deutlich weniger. Das hat den Vorteil, dass sie sich einfacher montieren und sich auch in über 4 Metern Höhe genehmigungsfrei anbringen lassen.
Auch wenn die klassischen Solarmodule mit Alurahmen und Glasscheibe belastbarer und widerstandsfähiger sind als glasfreie Panels, die Leichtbauvariante ist speziell für die Montage in großer Höhe ausgelegt und ebenfalls ausreichend stabil. Im Testbetrieb haben die flexiblen 100-Watt-Solarpanels von Ecoflow zwei starke Hagelschauer und starkes Unwetter problemlos überstanden. Auch der Hersteller Priwatt bietet mit seinem Set Prilight Duo ein Balkonkraftwerk speziell für größere Höhen an. Die hier enthaltenen 310-Watt-Panels wiegen trotz der Abmessungen von 201 × 89 Zentimeter gerade einmal 5 Kilogramm. Mit dem Code SONNE125 spart man sich 125 Euro auf diverse Sets bei Priwatt.
Mobile Solarpanels, welche etwa für Powerstations (Bestenliste) verwendet werden, verzichten ebenfalls auf Glas und Alurahmen. Für den regelmäßigen Transport sind diese Solarmodule allerdings robuster als flexible Module, was wieder zu einem höheren Gewicht führt. Das mobile 400-Watt-Panel von Ecoflow ist mit 106 × 237 Zentimetern zwar nur etwas größer als das zuvor genannte 310-Watt-Panel, das Gewicht von rund 16 Kilogramm ist allerdings dreimal so hoch.
Neben den klassischen, flexiblen und mobilen Panels gibt es noch zwei Sonderformen, auf die wir kurz eingehen wollen. Bifaziale Solarpanels sind eine spezielle Art von PV-Modulen, die auf beiden Seiten Solarzellen tragen und somit Strom aus direktem und reflektiertem Licht erzeugen. Die Lichtreflexion von Mauer oder Boden wird hier zusätzlich genutzt, um die Effizient des Moduls zu steigern. Im Vergleich zu herkömmlichen einseitigen Solarpanels ist die Energieausbeute um 10 bis 25 Prozent höher – zumindest, wenn ausreichend Licht reflektiert wird.
Um die beidseitigen Solarmodule sinnvoll einzusetzen, ist grundsätzlich ein heller Untergrund hinter dem Panel nötig. Bifaziale Solarmodule benötigen außerdem spezielle Montagesysteme und ausreichend Abstand zur reflektierenden Oberfläche, um das volle Potenzial auszuschöpfen. Das kann die Installationskosten erhöhen und die Montage komplizierter gestalten, weshalb man sich das Investment gut überlegen muss.
Transparente Solarmodule haben einen ganz anderen Zweck. Hier geht es darum, unauffälliger zu sein und Licht durchzulassen, um etwa Carport oder Terrasse nicht komplett zu verdunkeln. Zwar gibt es tatsächlich teiltransparente Solarzellen, bei den meisten transparenten Modulen sind aber nur die Zwischenräume zwischen den einzelnen Photovoltaikzellen durchsichtig. Auch hier sind die Kosten höher als beim Standard-Modul. Wer trotz Panels auf dem Carport noch Sonnenlicht haben will, findet hier aber grundsätzlich eine gute Lösung.
Letztlich ist der Betreiber eines Balkonkraftwerks dafür verantwortlich, für Sicherheit und Schutz von sich selbst und Dritten zu sorgen. Zur Vereinfachung gibt es Normen; bei Elektroinstallationen vor allem die VDE-Normen. Die besagen, dass ein Wieland-Stecker erforderlich ist. Hauptgrund dafür: Er ist verpolungssicher und gegen versehentliches Anfassen der Kontakte geschützt, während man einen normalen Schuko-Stecker in beide Richtungen einstöpseln und die Kontakte problemlos berühren kann. Wer ihn einsetzt, braucht sich nichts vorwerfen zu lassen.
Aber die Tatsache, dass der Betrieb einer Mini-Solaranlage mit Schuko-Stecker nicht VDE-normgerecht ist, heißt nicht automatisch, dass es verboten oder unsicher sei. Wer sein Balkonkraftwerk in Deutschland kauft, bekommt höchstwahrscheinlich einen Wechselrichter mit Netz- und Anlagenschutz – oder sollte zumindest darauf achten. Bei entsprechenden Geräten findet sich der Hinweis auf den NA-Schutz in der Konformitätserklärung. Sie schalten sofort ab, wenn der Stecker aus der Dose gezogen wird. Auch dann kann man keinen Stromschlag bekommen, obwohl der Stecker keinen Berührungsschutz hat. Der Betreiber der Anlage hat seine Schutzpflicht in diesem Punkt dennoch erfüllt. Wer auf Nummer sicher gehen will, fragt beim Netzbetreiber nach – muss aber dann auch damit leben, wenn er eine klare Auskunft in Richtung Wieland-Stecker bekommt.
Die rechtliche Grundvoraussetzung für den anmeldefreien Betrieb einer Stecker-Solaranlage ist eine begrenzte Einspeisung ins Hausnetz. In der Praxis bedeutet das, dass die Anlagen maximal 600 Watt ausgeben, obwohl die Panels eigentlich mehr Strom produzieren. Ab 1. Januar 2024 ist dann eine Einspeisung bis 800 Watt zulässig. Viele Hersteller haben bereits reagiert und bieten Inverter, die 800 Watt einspeisen, sich aber auf die aktuell zulässigen 600 Watt begrenzen lassen.
Grundsätzlich sollten die Leistung der Panels immer höher ausfallen als die des Wandlers. Warum? Die Antwort ist einfach: Je länger die Module mehr als 600 Watt erzeugen, umso länger kann der Inverter 600 Watt ausgeben. Während der Wintermonate oder bei Tagen mit geringer Sonneneinstrahlung fällt die Energieernte damit höher aus. Aber auch eine nicht optimale Ausrichtung eines Moduls – in Winkel, Südausrichtung oder mit Teilbeschattung – senkt den Ertrag. Mehr zu dem Thema erklären wir im Ratgeber Balkonkraftwerk kaufen: Abverkauf bei 600 Watt oder auf 800 Watt warten?
Bei einer solchen Solaranlage handelt es sich üblicherweise um anschlussfertige Sets. Zumindest theoretisch kann man damit direkt loslegen. In der Praxis fehlen dann aber oft einige benötigte Teile. Los geht es mit Halterungen für die Panels, die meistens nicht enthalten sind. Auch die mitgelieferten Kabel sind häufig zu kurz. Wer seine Solarmodule etwa auf dem Dach oder im Garten platziert, sollte an eine ausreichend lange Zuleitung zum Inverter denken. Zudem sollte man darauf achten, dass das mitgelieferte Anschlusskabel auch in die vorhandene Dose passt. In der Regel kommen die Mini-Kraftwerke mit einem Anschlusskabel für die weitverbreiteten Schukosteckdosen, manche Anbieter legen ihrer Solaranlage allerdings ein Kabel für die Wieland-Steckdose bei.
Die meisten Stecker-Solargeräte liefern theoretisch 600 oder 800 Watt, dies aber natürlich nur bei ausreichend Sonnenschein. Für eine komplette Versorgung eines ganzen Hauses oder dem Laden vom E-Auto reicht das nicht. Um den Verbrauch von Kühlschrank, Kühltruhe oder Router zu senken, sind 600 oder 800 Watt aber schon einwandfrei.
Je nach Lichtausbeute und Wetterlage sollte die jährliche Ersparnis unserer Anlage (2x 410 Watt) zwischen 200 und 250 Euro liegen. Bei Kosten von aktuell 600 Euro wäre die Anlage damit bereits nach knapp drei Jahren abbezahlt, zumal sich die Zahlen auf die aktuellen Stromkosten beziehen. Bei einem steigenden Strompreis lohnen sich die Anlagen noch schneller. Zumindest bei einer maximalen Leistung von 600 oder 800 Watt. Winzige Anlagen, wie das 220-Euro-Balkonkraftwerk von Lidl (Testbericht), benötigen mit etwa acht Jahren deutlich länger.
Um ein Balkonkraftwerk betreiben zu können, benötigt man neben einem (mehr oder weniger exakt) nach Süden ausgerichteten Aufstellort mit genügen Platz für die Module eine freie Außensteckdose. Bei Mehrfamilienhäusern und Mietwohnungen sollte man sich vor dem Kauf informieren, ob das Balkonkraftwerk etwa außen an der Balkonbrüstung angebracht und genutzt werden darf – insbesondere in Innenstädten gibt es hier regelmäßig Probleme. Wer als Mieter ein Balkonkraftwerk installieren möchte, sollte daher die Zustimmung seines Vermieters respektive der Eigentümergemeinschaft einholen.
Bei alten Häusern mit alten Stromzählern ist es sinnvoll, mit dem Stromnetzbetreiber Rücksprache zu halten. Eine Anmeldung ist zwar nicht überall nötig, allerdings kann man so Ärger vermeiden.
Wer sich für den Kauf entscheidet, sollte genau planen, damit im Nachhinein keine Mehrkosten anfallen. Folgende Fragen sollte für eine vernünftige Planung beantworten:
Das Angebot an Balkonkraftwerken ist groß und die Sets unterscheiden sich nicht nur beim Preis. Wo also liegen die Unterschiede und was muss man beim Kauf beachten?
Die meisten Anbietern bieten zwischen 12 und 25 Jahre Leistungsgarantie auf die Solarmodule. Die Garantie der Drehrichter ist mit zwei bis maximal fünf Jahren deutlich geringer. Eine WLAN-Funktion zur Überprüfung der Leistungsdaten ist zwar häufig, aber nicht immer vorhanden.
Der größte Unterschied bei den erhältlichen Balkonkraftwerken betrifft die Leistung der im Set enthaltenen Panels. So ist etwa beim Set Balkonkraftwerk Klimaworld BS-SET-300K für 345 Euro lediglich ein Panel mit einer Leistung von 320 Watt enthalten. Die maximale Einspeisung von 600 Watt erreicht diese Anlage auch bei bestem Sonnenwetter nicht. Bei bewölktem Himmel fällt die Leistung dann noch weiter ab. Noch extremer sieht es beim Balkonkraftwerk von Lidl (Testbericht) für 119 Euro aus. Hier gehört nur ein einziges 150-Watt-Panel zum Lieferumfang. Allerdings kann hier auch der Wechselrichter maximal 300 Watt einspeisen.
Besser ist es deshalb, auf Sets mit mehr Leistung zu setzen. Zwei Panels ab 400 Wp und ein Wechselrichter mit 800 Watt Leistungsabgabe halten wir für sinnvoll. Sets mit zwei Paneelen und Wechselrichter gibt es bei Anbietern wie Priwatt immer wieder in Sonderaktionen ab 549 Euro – mit dem Rabattcode SONNE125 gibt es nochmals 125 Euro Nachlass.
Außer den Panels unterscheiden sich auch die im Lieferumfang enthaltenen Befestigungsmittel. Neben einfachen Aufstellern für Boden und Flachdach gibt es Halterungen für Balkongeländer, Wand oder Ziegeldach. Zusätzlich zu den Halterungen zur flachen Montage gibt es diese auch in aufgeständerter Form. Dann können die Panels angewinkelt aufgestellt/aufgehängt werden, um effektiver zu arbeiten. Und hier sollte man genau hinsehen und nachrechnen, denn die Kosten für die Halterungen sind nicht unerheblich.
So kam etwa unser Netto-Balkonkraftwerk (Testbericht) komplett ohne Halterungen für die Solarmodule. Nicht so schlimm, haben wir gedacht, sind doch ein paar Metallstreben. Doch weit gefehlt. Wer auf Amazon, Ebay und Co. nach Halterungen für Solarpanels sucht, wird von mitunter unverschämt hohen Preisen überrascht. Ein paar Streben und eine Handvoll Schrauben zur Befestigung des Solarpanels am Balkongeländer kosten hier mal eben 40 bis 150 Euro – und das pro Panel! Wer Kostenüberraschungen vermeiden will, sollte sich schon im Vorfeld schlaumachen, oder ein Set mit passender Befestigung kaufen. Das Set Anker Solix (Testbericht) ist etwa wahlweise mit verschiedenen Befestigungsmöglichkeiten erhältlich. Diese sind zwar teurer, unterm Strich spart man aber häufig im Vergleich zum Einzelkauf. Mehr zum Thema zeigen wir im Ratgeber Richtig planen und Geld sparen: Solarpanels für Balkonkraftwerke aufstellen und befestigen.
Die in den Sets enthaltenen Inverter unterscheiden sich zwar in der Bauform, arbeiten aber letztlich alle fast identisch. Der Hauptunterschied ist die Frage, ob der Wechselrichter WLAN integriert hat oder nicht. Wechselrichter mit WLAN lassen sich sehr bequem per Rechner oder Smartphone überwachen – sowohl von zu Hause als auch unterwegs. Die aktuelle Stromproduktion ist so immer sofort ersichtlich. Wechselrichter ohne WLAN lassen sich aber auch problemlos und kostengünstig per Zwischenstecker mit integriertem Strommesser (Ratgeber) überwachen. Vorteil dieser Variante: eine höhere Datensicherheit. Die ist etwa beim Discounter-Wechselrichter Deye SUN600G3-EU-230 ab Werk nur mangelhaft, wie unsere Kollegen berichten. Wer sich absichern will, sollte deshalb unbedingt die Firmware aktualisieren. Eine deutsche Anleitung zum Update gibt es etwa hier. Auch der Hersteller Deye hat mittlerweile reagiert und ein Tutorial online gestellt.
Bei den Balkonkraftwerken handelt es sich, wie erwähnt, um eine Sammlung fertiger Komponenten. Aufgrund von Lieferproblemen oder Produkteigenschaften kommt es vor, dass Händler die Zusammenstellung der Sets verändern.
Konkret ist dies kürzlich erst beim Anker Solix (Testbericht), Priwatt Priflat Duo (Testbericht) sowie dem Set von Netto (Testbericht) passiert. Grund hierfür waren die ursprünglich enthaltenen Wechselrichter, welche sich wegen eines fehlenden Schutzrelais als nicht zulässig herausgestellt haben. Die Anbieter haben mittlerweile reagiert und die Kits mit anderen, zulässigen Wechselrichtern ausgestattet. Kunden, die einen solchen Wechselrichter bekommen haben, erhalten entweder einen Adapter zum Zwischenstecken und Nachrüsten des NA-Schutzrelais oder gleich ein Austauschgerät einer anderen Baureihe.
Doch wann ist der beste Zeitpunkt für den Kauf? Lohnt es sich zu warten, bis eine Einspeisung bis zu 800 Watt legal ist? Diese Frage ist berechtigt, aber für uns privat haben wir sie mit Nein beantwortet. Jeden Tag, den man abwartet, fließt kein Strom vom Dach. Also heißt es zulangen.
Schon jetzt kann man guten Gewissens Sets mit 800-Watt-Wechselrichter kaufen – zumindest, wenn sich dessen Leistung begrenzen lässt. Die Anbieter Priwatt und Yuma bieten solche Balkonkraftwerke, deren Wechselrichter bis zu 800 Watt ausgeben können und sich per Software auf 600 Watt begrenzen lassen.
Das Priwatt Priflat Duo mit zwei 410-Watt-Panels und der Halterung für Flachdach oder Garten kostet rund 799 Euro. Das für die Dachmontage geeignete Priroof Duo kommt ebenfalls mit dem 800-Watt-Wechselrichter. Und mit dem Code SONNE125 spart man sich zusätzlich 125 Euro. Bei den Balkonkraftwerken von Yuma ist der 800-Watt-Wechselrichter in allen Pro-Sets enthalten.
Die Stiftung Warentest empfiehlt außerdem, sich wegen einer möglichen Förderung zu informieren. So subventionieren einige Kommunen, Bundesländer und Regionalverbände Mini-Solaranlagen mit 100 Euro oder mehr. Nachfragen, ob es eine Förderung gibt, lohnt sich auf jeden Fall.
Der Markt ist in Bewegung. Neben Balkonkraftwerken vom Fachhändler oder Discounter bietet nun auch Zubehör-Hersteller Anker eine eigene Solarkraftwerks-Serie für Balkon oder Terrasse an. Anker positioniert sich hier ganz nach dem Ikea-Prinzip: Einmal kaufen und direkt loslegen. Neben Verlängerungskabeln und Befestigungslösung gehört hier sogar das für die Montage benötigte Werkzeug zum Lieferumfang. Ärger mit fehlenden Komponenten und teurem Zubehör hat man somit nicht zu befürchten. Das erklärt auch den etwas höheren Preis im Vergleich zum Discounter-Modell. Beim billig gekauften Set fehlen etwa Befestigungsmöglichkeiten für die Solarpanels und die sind mit Kosten von 70 bis 150 Euro (pro Panel!) nicht zu unterschätzen.
Verfügbar ist das Komplett-Set Anker Solix (Testbericht) in verschiedenen Varianten. Für 799 Euro gibt es eine maximale Solarleistung von 830 Watt und einen Wechselrichter mit 800 Watt – eine Halterung für die Panels ist hier aber bisher nicht dabei. Mit Halterung ist im Kit für rund 989 Euro enthalten. Das Set mit zwei fast schwarzen 445-Watt-Panels für 1389 Euro liefert theoretisch sogar bis zu 880 Watt. Der ursprünglich im Set enthaltene 600-Watt-Wechselrichter von Anker wurde mittlerweile durch ein Exemplar mit 800 Watt ersetzt. Die tatsächlichen Leistungsdaten sind per App ablesbar. In unserem Testbericht erreicht das Komplett-Set von Anker 4,5 von 5 Sternen.
Aldi hat seit 1. Juni ebenfalls eine All-in-One-Lösung für 469 Euro im Angebot. Auch wenn der Preis zunächst attraktiv wirkt – wirklich überzeugen kann das Set nicht, wie auch unsere Kollegen von Heise Online festgestellt haben. Hauptgrund hierfür sind die im Kit enthaltenen Solarmodule, die jeweils nur 175 Watt liefern. Die 350 Wp an Spitzenleistung ist damit nicht mal halb so hoch wie beim Anker Solix. Immerhin existiert für den im Paket enthaltene Inverter ein Konformitätszertifikat nach VDE-AR-N 4105:2018 des TÜV-Süd. Die VDE-AR-N 4105 ist die derzeit in Deutschland gültige Anschlussrichtlinie für Energieerzeugungsanlagen – darunter auch Solarwechselrichter.
Ebenfalls nicht überzeugen konnte das Lidl-Balkonkraftwerk (Testbericht) trotz seines niedrigen Preises von mittlerweile nur noch 119 Euro – ursprünglich lagen die Kosten bei rund 220 Euro. Der 300-Watt-Wechselrichter und das 150-Watt-Panel sind einfach zu schwach und so dauert es ewig, bis sich die Kosten eingespielt haben.
Wer es günstiger will, bekommt vergleichbare Sets mit zwei Paneelen und Wechselrichter auch bei deutschen Anbietern wie Priwatt ab 549 Euro. Die Sets mit dem 800-Watt-Wechselrichter sind mit 848 Euro allerdings deutlich teurer. Mit dem Code SONNE100 gibt es zusätzlich 100 Euro Rabatt.
Das bei Netto angebotene Set für 599 Euro kommt ebenfalls ohne Halterung, weshalb wir diese nachgekauft haben. Das Kit enthält zwei 410-Watt-Panels, einen Inverter mit WLAN-Funktion und Schuko-Stecker.
Und es gibt noch eine Möglichkeit: Man stellt sich ein Balkonkraftwerk selbst zusammen (Ratgeber). Aktuell sinken die Preise für einzelne Komponenten wie Solarpanels und Wechselrichter. Kabel und Halterungen (Ratgeber) sind ebenfalls meist günstiger als in einem Komplettpaket. Allerdings bieten einige Händler Solarmodule nur im 10er-Set oder sogar nur als ganze Paletten an und auch die Versandkosten sind anders als beim Komplettanbietern häufig sehr hoch, sodass man nur bei sorgfältiger Auswahl durch den Kauf von Einzelkomponenten noch etwas sparen kann.
Lohnt sich ein Akku beziehungsweise eine Batterie als Speicher fürs Balkonkraftwerk? Theoretisch könnte man eine beträchtliche Menge Energie einspeisen. Könnte man tagsüber genug Strom speichern, um 24 Stunden täglich 600 Watt ins Stromnetz zu bringen, käme man auf ordentliche 14,4 kWh pro Tag. Bei 40 Cent pro kWh, wie sie derzeit beispielsweise im Grundversorger-Tarif von Eon anfallen, könnte man 160 Euro pro Monat sparen.
Diverse Hersteller bieten Speicher für Balkonkraftwerke an, darunter Ecoflow, Zendure und Anker. Die Zendure Solarflow (Testbericht) haben wir bereits ausprobiert. Der Clou dieses Geräts: Es lässt sich bei jedem neuen oder vorhandenen Balkonkraftwerk anschließen – einfach zwischen Wechselrichter und PV-Panels. Per App stellt man ein, wie viel Energie das Kraftwerk ins Netz einspeisen soll. Beim Autoren dieser Zeilen bleibt im normalen Alltag der Stromzähler bei 300 Watt Einspeiseleistung stehen. Alles darüber hinaus wäre also ein Geschenk ans Stromnetz – zumindest, wenn nicht gerade Wasch- oder Spülmaschine laufen. Das Solarflow liefert also 200 Watt ins Netz, wann immer die PV-Module 200 Watt oder mehr erzeugen. Alles, was darüber liegt, fließt in den Akku, der in der kleinen Ausbaustufe 1 kWh speichert. Kommt eine Wolke oder geht die Sonne unter, fließen weiterhin die eingestellten 200 Watt ins Netz – dann aber aus der Batterie.
An sonnigen Tagen hat das Balkonkraftwerk im Test mit dem Zendure-Stromspeicher Solarflow zwischen 11:30 und 23:30 durchgehend 200 Watt einspeisen können – also noch drei Stunden nach Sonnenuntergang und auch bei kurzen Unterbrechungen durch Wolken. Insgesamt sind das allerdings nur 2,4 kWh, also ein knapper Euro am Tag – unter optimalen Bedingungen.
Hauptproblem hier ist nicht das Konzept des Batteriespeichers, sondern die Ausrichtung der Panels: Obwohl maximal 800 Watt möglich wären, kommt die Installation auch bei perfektem Sonnenschein gerade mal auf die Hälfte. Entsprechend wenig landet im Akku. Mehr Panels oder eine bessere Ausrichtung könnten helfen, um die Bilanz zu verbessern – mehr Panels kosten allerdings auch mehr.
Kurz und knapp: Damit sich der Mini-Speicher fürs Balkonkraftwerk wirtschaftlich rechnet, müssen die Rahmenbedingungen noch besser stimmen als bei einer Lösung ohne Batterie. Die Technik dahinter ist aber faszinierend, und jeder Blick auf die App sorgt für mehr Bewusstsein beim Umgang mit dem Strom. Eine Alternative dazu sind portable Powerstations, die sich ebenfalls mit PV-Panels laden lassen. Die gespeicherte Energie kann man dort einsetzen, wo man sie gerade benötigt.
Der Wechselrichter Ecoflow Powerstream (Testbericht) ermöglicht die Integration einer solchen mobilen Powerstations ins Hausnetz. Am Balkonkraftwerk angeschlossen dient dann etwa die Ecoflow Delta 2 Max (Testbericht) als Akku Speicherlösung. Der Clou bei diesem Paket sind die WLAN-Zwischenstecker. Mit denen wird der tatsächliche Strombedarf abgefragt und die Einspeisung dementsprechend dynamisch gesteuert. Tagsüber gewonnener Strom kann so auch nachts abgerufen werden. Finanziell lohnen kann sich das System wegen der hohen Speicherkosten kaum – wer aber bereits eine Powerstation des Herstellers nutzt, kann sie so auch im Alltag sinnvoll einsetzen.
Wer zusätzlich Geld sparen will, sollte derzeit Strompreise vergleichen. Zum Dezember 2023 fällt die Strompreisbremse. Erwartungsgemäß werden dann die Strompreise wieder anziehen. Wir selbst wechseln daher gerade jetzt unsere Stromtarife. Hier kann man sich derzeit für 2024 Angebote mit einem Arbeitspreis ab 23 Cent statt 48 Cent pro kWh sichern – im Vergleich zu den Preisen im Januar 2023.
Gleiches gilt für Gastarife. Diese gibt es derzeit ab 9 Cent pro kWh statt zuletzt 20 Cent im Januar 2023. Auch hierfür bieten wir ein entsprechendes Vergleichsangebot im heise Tarifvergleich.
Die Preise für Balkonkraftwerke haben sich in den vergangenen Monaten wegen des steigenden Angebots und dem Verzicht auf die Mehrwertsteuer für PV-Anlagen bis 30 kWp seit Jahresbeginn im Vergleich zum letzten Jahr erheblich reduziert.
Ab dem 1. Januar 2024 sind dann auch endlich 800 Watt Einspeisung legal möglich. Wer das schon jetzt beim Kauf in Betracht ziehen möchte, achtet sollte zu einem Wechselrichter greifen, den man per Software auf die aktuell gültigen 600 Watt begrenzen kann. Die Sets von Priwatt (Testbericht) und Yuma (Testbericht) sind mit einem solchen Wechselrichter ausgestattet.
Speichern lässt sich der Strom mit einem herkömmlichen Balkonkraftwerk allerdings nicht. Hier kommen dann optionale Speicherlösungen wie die Zendure Solarflow (Testbericht) infrage. Empfehlenswerte Produkte aus unseren Tests zeigt die Top 6: Die besten Balkonkraftwerke – Fachhandel besser als Discounter. Wer eine autarke Stromversorgung in Form einer Inselanlage sucht oder eine Notstromversorgung für Stromausfälle wünscht, der sollte sich in der Themenwelt Powerstations umsehen.
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