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Bei Hochwasser und Unwetter: Tauchpumpen, Wassersperren, Notstrom & Co.

pumpe

Die richtige Ausstattung hilft Unwetter mit Starkregen und Überflutung besser zu überstehen. Wir zeigen, welche Notfallausrüstung bei Überflutung im Keller hilfreich ist.

Extremwettersituationen treten in den vergangenen Jahren immer häufiger auf. Neben Trockenheit, die vorwiegend starke Auswirkungen auf die Natur und Schifffahrt hat, stellt für die Allgemeinheit eher Hochwasser eine realistische Gefahr dar – auch für den Spätsommer 2024 sind wieder heftige Hochwasserlagen angekündigt. Das betrifft mittlerweile längst nicht nur klassische Überschwemmungsgebiete. Immer wieder werden aufgrund von starken und lang anhaltenden Regenfällen beschauliche Bächlein zu reißenden Strömen, die ganze Landstriche unter Wasser setzen. Aber selbst bei örtlichen Überschwemmungen kann der Schaden für Betroffene sehr hoch sein.

Gänzlich schützen kann man sich nicht, aber mit der richtigen Ausstattung kann Schaden abgewendet oder zumindest im Rahmen gehalten werden. Wir haben uns angesehen, welche Produkte man haben sollte, um im Ernstfall reagieren zu können.

Was sollte man bei drohenden Überschwemmungen tun?

Hier kommt es immer auf das Maß der befürchteten Überschwemmung an. Gegen extreme Wassermassen, die ganze Gebäude mit sich reißen, ist man machtlos und sollte das Risikogebiet schnellstmöglich verlassen.

Wer seine Kellerschächte oder die Eingangstür schützen will, kann mit klassischen Sandsäcken, mit Wasser und Luft gefüllten Barrieren oder den leichten, reaktiven Flutbarrieren arbeiten und so das Eindringen von Wasser minimieren. Am günstigsten sind Sandsäcke, die bei Bedarf auch häufig von Städten und Gemeinden ausgegeben werden. Allerdings sind diese sperrig und schwer. Den Einsatz von wiederverwendbaren, wassergefüllten Wassersperren halten wir für besonders praktisch. Bei Bedarf sind die schlauchartigen Sperren schnell per Gartenschlauch gefüllt und ansonsten nehmen sie wenig Platz weg. Das gilt auch für die leichten, sich automatisch vollsaugenden Sperren. Diese sind allerdings verhältnismäßig teuer, da sie nach der Aktivierung und Kontakt mit Schmutzwasser nur einige Monate halten.

Wer bei Starkregen nicht ständig im Keller nach dem Rechten sehen will, sollte sich besser ein paar günstige Wassersensoren mit oder ohne Smart-Home-Anbindung (Themenwelt) anschaffen. Per Alarm und zusätzlich per WLAN melden diese, sobald Feuchtigkeit erkannt wird. Günstige Wassermelder gibt es für weniger als 15 Euro.

Der günstige Wassersensor für die Tuya-Plattform funktioniert im Test einwandfrei – sowohl zum Anzeigen von Hochwasser als auch als Alarm für einen leeren Wassertank.

Elektrische Verbraucher und auch andere empfindliche Gegenstände sollten immer rechtzeitig in Sicherheit gebracht oder zumindest hochgestellt und abgesteckt werden! Tritt das Wasser bereits ein, sollte man auf die eigene Sicherheit achten, anstatt Sachgegenstände zu retten.

Wann benötigt man eine Hochwasserpumpe?

Im Angesicht zunehmender Hochwasserereignisse stellen sich viele Hausbesitzer die Frage, wann der ideale Zeitpunkt für den Kauf einer Hochwasserpumpe ist. Die Anschaffung einer Schmutzwasser-Tauchpumpe kann eine weise Vorsorgemaßnahme sein, um sich und sein Eigentum zu schützen oder Schäden in zu minimieren. Das gilt zwar primär für Immobilien mit Keller, im Extremfall sollte man aber auch Erdgeschoss, Einfahrt und Garage vom Wasser befreien können.

Auch wenn das Eigentum nur alle paar Jahrzehnte Hochwasser ausgesetzt ist, Stichwort Jahrhunderthochwasser, kann der Kauf eine sinnvolle Investition sein. Besonders wenn umfassende Hochwasserschutzmaßnahmen und bauliche Veränderungen nicht umsetzbar sind, können kleine und leistungsfähige Pumpen eine effektive und kostengünstige Möglichkeit zur Schadensreduktion sein. Das Vorhalten einer Hochwasserpumpe als präventive Maßnahme ermöglicht es, auf drohende Überschwemmungen schnell zu reagieren und potenzielle Schäden zu minimieren.

Normalerweise verläuft der Bach einen halben Meter tiefer – akute Überschwemmungsgefahr.

Selbst bei modernen Gebäuden mit vorab installierten Hochwasserschutzmaßnahmen, kann eine zusätzliche Pumpe die Sicherheit weiter erhöhen. Die kompakten Pumpen sind eine ergänzende Absicherung, falls etwa die primären Schutzvorkehrungen nicht ausreichen oder schlicht an anderer Stelle auftreten. Die Flexibilität, einer mobilen Pumpe kann entscheidend sein, um auf unvorhersehbare Ereignisse schnell zu reagieren.

Wie wählt man die richtige Pumpe?

Nicht jede elektrische Wasserpumpe ist für Überschwemmung in Haus und Keller geeignet. Die Auswahl der richtigen Pumpe hängt von mehreren Faktoren ab, darunter das Ausmaß der Bedrohung durch Hochwasser, die zu schützende Fläche und die spezifischen Gegebenheiten des Grundstücks.

Wer seine Abwasserpumpe flexibel und zuverlässig einsetzen will, muss eine Schmutzwasserpumpe kaufen, da nur die für den Betrieb in dreckigem Wasser geeignet sind. Auch wer keine Baugruben von Verunreinigungen säubern will, sollte zur stabilen Variante greifen. Bei Klarwasser-Tauchpumpen würde der Dreck ohne zusätzliche Filter angesaugt, was zum Defekt führen würde. Solche Pumpen sind ausdrücklich nur für sauberes Wasser geeignet. Die Leistung muss zu den örtlichen Gegebenheiten passen und sollte nicht zu knapp bemessen werden. Hierzu ein kurzes Rechenbeispiel. Stehen 100 Quadratmeter Fläche rund 50 Zentimeter tief unter Wasser, sprechen wir bereits von satten 50.000 Litern. Günstige Schmutzwasserpumpen wie die Deko-Schmutzwasserpumpe für 43 Euro fördern aber nur etwa 8000 Liter pro Stunde. Das klingt zwar im ersten Moment viel, allerdings bräuchte solch ein Modell über sechs Stunden zum Abpumpen der Flüssigkeit – im Idealfall. Eine hochpreisige Pumpe wie die Kärcher SP22.000 für rund 300 Euro fördert mit 22000 Liter pro Stunde knapp die dreifache Menge an Wasser – und selbst diese Pumpe wäre länger als zwei Stunden beschäftigt.

Wie hoch die tatsächliche Fördermenge in der Realität ist, hängt immer auch von der Förderhöhe und Länge und Durchmesser des Abwasserschlauchs ab. All diese Punkte reduzieren die tatsächliche Wassermenge. Wie sehr sich die zu überbrückende Höhe bemerkbar macht, zeigen die Daten einer kleinen Teichpumpe, welche wir privat verwenden. Die Pumpe arbeitet bis zu einer Förderhöhe von vier Metern und pumpt bis zu 200 Liter je Stunde. Die 200 Liter erreicht sie aber nur bei einer Förderhöhe von einem Meter. Bei knapp über zwei Metern Höhendifferenz fließen noch 155 Liter, bei drei Metern etwa 105 Liter und bei vier Metern nur mehr 55 Liter je Stunde. Für mehr als viereinhalb Meter Höhe ist die Leistung des Motors zu gering.

Hier sollte man also besser großzügig kalkulieren, um die Schäden durch Feuchtigkeit zu minimieren. Je länger das Wasser steht, desto mehr Schaden nehmen Mauerwerk, Boden und die im Raum befindlichen Gegenstände. Die betroffene Fläche sollte in zwei Stunden abgepumpt werden können – je schneller, desto besser. Selbst nach dem Abpumpen bleibt genug Arbeit, die letzten Millimeter bis sogar Zentimeter können die Pumpen in der Regel nicht absaugen. Hier sind dann Wischmopp oder Nass-Trockensauger gefragt. Die sogenannten flachsaugenden Tauchpumpen versprechen, das Wasser bis auf nur einen Millimeter abzusaugen – wischen muss man dann trotzdem.

Was benötigt man neben der Hochwasserpumpe?

Damit die Schmutzwasserpumpe überhaupt eingesetzt werden kann, benötigt man einen erreichbaren Stromanschluss am Einsatzort und einen geeigneten Abwasserschlauch. Zweiterer sollte zwar ausreichend dimensioniert, aber nicht unnötig lang sein, da sich die Länge auf die Fördermenge auswirkt. Im Zweifel kann man immer mit einer zusätzlichen Verlängerung arbeiten.

Ob die Stromversorgung im Notfall auch ohne zusätzliche Verlängerungskabel funktioniert, sollte man unbedingt ausprobieren – die Steckdosen im überfluteten Keller sind nicht nutzbar! Hier helfen wasserdichte Verlängerungskabel für den Außenbereich oder, im Fall eines Stromausfalls, auch eine mobile Powerstation (Bestenliste) mit 230 Volt und ausreichend Leistung. Günstige Modelle, wie die Tallpower V2400 (Testbericht) mit bis zu 2400 Watt und einer Nennkapazität von 2,4 Wattstunden, gibt es unter 850 Euro. Für den Notfall ist das meist schon ausreichend, um auch eine starke Pumpe für zwei bis drei Stunden unabhängig vom Stromnetz zu betreiben.

Wer seine Pumpe auch beim Stromausfall dauerhaft über viele Stunden oder gar mehrere Tage nutzen will, benötigt allerdings einen Benzin-Inverter. Vorteile und Nachteile der mobilen Steckdosen zeigen wir in unserem Ratgeber Stromgeneratoren mit Benzin, Gas oder Photovoltaik: Autark und mobil ab 159 Euro. Praktisch, wenn auch nicht zwingend nötig, ist eine stabile Aufbewahrungskiste, in der das Equipment gelagert und bei Bedarf einfach und schnell transportiert werden kann. Hochwassersets kommen in der Regel in solch einer Kunststoffbox.

Was kann man tun, wenn das Wasser aus dem Keller abgepumpt ist?

Stand das Wasser erst in Haus oder Keller, sollte man schnell reagierten, um weitere Schäden durch Feuchtigkeit zu minimieren. Restwasser, welches von der Pumpe nicht erreicht wird, wird mit Lumpen und Eimer aufgeputzt oder mit einem Nasssauger bequem abgesaugt. Günstige Nass-Trockensauger, welche sich auch prima als Staubsauger für die Werkstatt eignen, gibt es bereits ab 40 Euro. Erfahrungsgemäß eine lohnende Anschaffung, wenn man ausreichend Platz zur Verfügung hat.

Haben die Wände und Boden bereits Feuchtigkeit aufgenommen, sollte man mit einem Bautrockner arbeiten. Die Geräte arbeiteten früher oft nur mit Hitze. Heute entziehen sie der Luft Feuchtigkeit und sorgen so mittelfristig für trockene Wände. Geräte mit ordentlicher Leistung von 20 bis 25 Litern je 24 Stunden gibt es ab 300 Euro. Schwächere Modelle sind deutlich günstiger, aber nach einer Überschwemmung zu schwach – hier sollte man wie bei den Tauchpumpen besser großzügig kalkulieren.

Profigeräte mit noch deutlich höherer Leistung sind erheblich teurer, können aber auch etwa in Baumärkten gemietet werden. Da die Geräte erhebliche Mengen Strom verbrauchen, sollte man hier aber nicht voreilig handeln, sondern vor Anschaffung und Nutzung mit der eigenen Versicherung Rücksprache zwecks Kostenübernahme halten.

Fazit

Wer in der Vergangenheit bereits mit Wasser im Keller hatte, besitzt in der Regel ohnehin starke Pumpen – falls nicht, ist die Anschaffung auch dann lohnenswert, wenn man in der Vergangenheit mit einem blauen Auge davongekommen ist. Die vorsorgliche Investition ist hinsichtlich der möglichen Schadensbegrenzung ratsam und nicht teuer.

Hinsichtlich der Flexibilität sollte man zu einer starken Schmutzwasserpumpe greifen. Wer ausreichend Platz hat, sollte Restwasser oder kleine Wassereinbrüche bequem per Feucht-Trockensauger beseitigen, da diese erfahrungsgemäß sehr praktisch und trotzdem günstig sind.

Für eine gesicherte Stromversorgung sorgen ausreichend Verlängerungskabel, mobile Powerstation (Bestenliste) oder Benzin-Inverter (Ratgeber). Geeignete Kommunikationsmittel für den Notfall zeigen wir in den Ratgebern Katastrophenwarnung ohne Handynetz: Diese DAB-Radios unterstützen EWF sowie Kommunikation & SOS im Notfall per Funk oder Satellit: Wie geht das?