Stefan schrieb bereits während des Studiums Spieletests für ein Printmagazin im Ruhrgebiet. Durch einen glücklichen Zufall landete er in Berlin und arbeitete fast 15 Jahre bei Areamobile, zuletzt als leitender Testredakteur. Für Heise Bestenlisten testet er Smartphones, Saug- und Mähroboter, Lautsprecher, Modellflugzeuge und andere Technik-Gadgets.
Rasenroboter nehmen Gartenbesitzern nicht nur Arbeit ab, sondern sorgen auch für dichten, gepflegten Rasen. Wir zeigen, welcher Mähroboter für welche Rasengröße der richtige ist.
Mähroboter sind die zweithäufigsten Haushaltsroboter – direkt nach Saugrobotern (Themenwelt). Und die Zahl verkaufter Geräte steigt weiter. Derzeit besonders beliebt: Mähroboter ohne Begrenzungskabel wie Segway Navimow (Testbericht) oder Ecovacs Goat G1 (Testbericht). Obwohl die Modelle teuer sind, erfreuen sie sich hoher Nachfrage. Wir haben inszwischen die meisten der am Markt verfügbaren Modelle getestet und die besten Modelle in unserer Top 10: Die besten Mähroboter ohne Begrenzungsdraht (Bestenliste) zusammengefasst.
Da sich Mähroboter generell trotz des bisweilen hohen Preises großer Beliebtheit erfreuen, ist klar, dass offensichtlich immer mehr Nutzer die Arbeitserleichterung im Garten zu schätzen wissen. Und sie haben recht. Denn nach anfänglicher Zusatzarbeit durch Verlegen von Begrenzungsdraht und Co. nimmt der emsige automatische Rasentrimmer Hausbesitzern die Pflicht der Rasenschur ganz selbstständig ab. Die kann im Sommer immerhin mehrfach pro Woche fällig sein.
Mähroboter sollten dafür am besten täglich fahren. Auch die Arbeit jeden zweiten Tag ist in Zeiten, in denen das Gras nicht maximales Wachstum aufbietet, noch sinnvoll. Gerade im Sommer, wenn das Gras seine höchste Wachstumskurve zeigt, sollten die Abstände aber nicht größer werden. Tägliche Ausfahrten sind dann am besten. Denn als Zusatzbonus sorgt das regelmäßige, stückchenweise Schneiden der Halme dafür, dass dem Boden Nährstoffe in Form des feinen Rasenschnitts zurückgegeben werden. Dieses Mulchen düngt also das Grün in einem Schritt mit jedem Schnitt und der Rasen wird voller und kräftiger. Zu langer Schnitt bleibt hingegen auf und nicht zwischen den Grashalmen liegen und verrottet dort zu langsam. Das schädigt den Rasen, statt ihn zu stärken.
Mähroboter sind also in mehrfacher Hinsicht sinnvoll, dabei müssen sie gar nicht zwingend teuer sein. Wir zeigen folgend die beliebtesten und günstigsten Mähroboter für unterschiedliche Rasengrößen. Was sonst noch bei der Wahl des richtigen Mähroboters zu beachten ist, gehen wir danach Schritt für Schritt durch.
Grundsätzlich gilt: Wenn der Hersteller seinen Mähroboter als optimale Rasenfläche 300 Quadratmeter angibt, dann hat das meist einen triftigen Grund. So ist etwa der Begrenzungsdraht auf diese Größe ausgelegt, außerdem die Akkuleistung und einiges anderes. Theoretisch schaffen entsprechende Modelle auch mehr, zumindest in mehreren Durchläufen. Wir empfehlen aber dennoch, sich grob an die Herstellervorgabe zu halten. Darum listen wir in der Folge beliebte und günstige Mähroboter nach Rasenfläche auf.
Zu den beliebtesten Mährobotern bis 300 Quadratmeter gehören bekannte Marken wie Gardena, Worx und Bosch. Günstiger sind hingegen Modelle von Yard Force, Land Xcape oder Einhell. Der Preis liegt hier von rund 300 bis 750 Euro.
Die günstigsten Modelle stammen wieder von Hersteller Yard Force, aber auch bekannte Marken wie Einhell oder Worx sind schon günstig zu haben. Die Preisspanne erstreckt sich in diesem Quadratmeterbereich von knapp unter 300 bis über 1500 Euro. Die hohe Preisdifferenz erklärt sich damit, dass inzwischen auch teure kabellose Modelle bei den unteren Rasengrößen auftauchen.
Auch bei den günstigsten Mährobotern zwischen 600 und 1000 Quadratmetern Rasenfläche taucht erneut Yardforce, aber auch Wettbewerber wie Land Xcape oder Güde mit Preisen wenig über 300 Euro an erster Stelle auf. Marken wie Worx, Gardena oder Bosch sind dann erst ab 750 Euro zu finden. Zu den beliebtesten Modellen gehören allerdings Bots von Segway, Ecovacs und Worx; allesamt kabellos und bis zu 2200 Euro teuer.
Bei den günstigsten Modellen, die mehr als 1000 Quadratmeter mähen können, sind erneut Marken wie Güde, Einhell und Alko für 500 bis 700 Euro vertreten. Yardforce ist mit um 850 Euro erstaunlicherweise in diesem Segment abgeschlagen, dafür gibt es auch schon Modelle von Worx. Ab etwa 1000 Euro bekommen Interessenten bekannte Marken wie Gardena, Husqvarna, Stihl und Bosch. Die Preise erreichen im Endverbrauchermarkt schnell um 2500 Euro bei kabellosen Robotern.
Für große Grundstücke ab 2000 Euro dominieren bei der Beliebtheit Husqvarna, Stiga und Ambrogio. Hier werden dann aber auch Preis von 4000 Euro und deutlich höher fällig. Aber es geht auch günstiger. Honda, Stihl oder Segway gibt es schon ab 2100 Euro, letzteren sogar kabellos.
Grundsätzlich gibt es zwei Navigationsarten: mit und ohne Begrenzungsdraht. Der Großteil der Rasenmähroboter setzte auch im Jahr 2024 noch auf den Begrenzungsdraht als Navigationshilfe. Er wird als äußere Abgrenzung rings um den Rasen gelegt, auch Blumenbeete innerhalb der Rasenfläche können mit dem Draht durch spezielle Verlegetechnik ausgegrenzt werden. Manche Modelle benötigen zusätzlich mitten in der Rasenfläche verlegte Such- oder Führungskabel, um sich zurechtzufinden oder zur Ladestation zurückzukehren. Der Draht kann dabei entweder mehrere Zentimeter tief in die Grasnarbe versenkt oder einfach auf dem Rasen befestigt werden. In beiden Fällen ist nach wenigen Wochen davon nichts mehr zu sehen. Wie genau diese je nach Größe und Art der zu begrenzenden Fläche mehrere Stunden dauernde Prozedur ausgeführt werden muss, klärt das Handbuch der Roboter. Da der im Lieferumfang beigelegte Begrenzungsdraht oftmals knapp bemessen ist, kann es bei verwinkelten Grundstücken sinnvoll sein, gleich dicken Zusatzdraht zu beschaffen. Bei einigen wenigen Modellen ist erst gar kein Draht mit dabei.
Ohne Draht arbeiten normalerweise Mäher, die auf Rasensensoren, Kamera, GPS oder neuerdings Lidar (Light Detection and Ranging) setzen. Auch eine Kombination ist möglich. Rasensensoren und Kameras allein verlangen dabei zwingend nach einer deutlich erkennbaren Trennung von Rasen und etwa Blumenbeeten, was in vielen Fällen eine Anpassung des Gartens nach sich zieht. Ansonsten mäht der Roboter auch die frisch gepflanzten Tulpen. Mähroboter mit Rasensensoren sind meist nur für kleine Rasenflächen zu haben, per Kamera geht es wie bei Worx Landroid Vision (Testbericht) oder Einhell Freelexo Cam 500 (Testbericht) auch deutlich größer.
Eine bessere Alternative zu Rasensensoren sind Mäher, die per Satellit oder speziell aufzustellenden Signalfackeln zentimetergenau mähen. Sie kommen ebenfalls ohne Begrenzungskabel aus. Hersteller wie Mammotion, Segway, Ecovacs oder Ecoflow haben entsprechende Modelle zu überraschend niedrigen vierstelligen Preisen bereits in den Handel gebracht, die meisten davon haben wir in unserer Themenwelt schon getestet. Die besten Mähroboter ohne Begrenzungskabel haben wir in einer Topliste zusammengefasst. Mehr zum Thema erklären wir in unserem Ratgeber zu Mährobotern ohne Begrenzungskabel.
Mähroboter verlassen sich wie angesprochen auch im Jahr 2024 überwiegend noch auf Begrenzungsdraht. Der Grund ist einfach: Die Modelle sind normalerweise günstiger und sie mähen meist besser am Rand. Dafür gibt es mit dem Draht abgesehen vom aufwendigen Verlegen allerdings auch andere Probleme. Da der Begrenzungsdraht schon nach wenigen Wochen komplett überwuchert und dann nicht mehr zu sehen ist, passiert es häufig, dass ein unbedachter Spatenstich das wichtige Kabel durchtrennt. Die meisten Roboter verweigern anschließend mit entsprechender Fehlermeldung – meist per LED an der Ladestation – den Dienst und lassen sich auch nicht mehr manuell zur Arbeit bewegen. Passiert das während eines Mähvorgangs, sollte der Roboter normalerweise abrupt stehen bleiben.
Da solche Probleme auch auftreten können, wenn sich etwa nur das Begrenzungskabel von der Ladestation gelöst hat, sollte man vor der Suche nach einem Kabelbruch zuerst hier nachschauen. Manchmal hilft einfaches Kontaktspray, um leichte Korrosion zu entfernen und Kontaktschwierigkeiten zu beseitigen. Überprüfen, ob eventuell die Ladestation selbst einen Defekt aufweist, sollte man zuvor mittels einer Mini-Schleife mit einem Kabel ab 1 Meter Länge anstelle des eigentlichen Begrenzungskabels. Meldet die Ladestation dann keinen Fehler mehr, liegt vermutlich ein Kabelbruch vor. Wer nicht sicher ist, ob Begrenzungs- oder Suchdraht fehlerhaft sind, sollte man einfach einen davon abziehen. Blinkt die Fehlermeldung weiter, ist das noch angeschlossene Kabel defekt.
Die eigentliche Bruchstelle im Kabel können einige wenige Rasenroboter selbst finden, normalerweise hilft ein spezielles Gerät zum Aufspüren von Kabelbrüchen. Geht es nur um das Wiederfinden des eingewachsenen Kabels, hilft ein einfaches Langwellen-Transistorradio (kein digitales Modell!). Damit geht man anschließend mit der Antenne parallel zum Begrenzungsdraht knapp über dem Boden entlang. Das Radio sollte ein rhythmisches Signal ausgeben, das am lautesten genau über dem Draht ist. Geht es um einen Kabelbruch, muss ein Kabelbruch-Suchgerät her. Beginnen sollte man mit der Suche – sofern die Unterbrechungsstelle nicht bekannt ist – an der Ladestation. Wie genau das geht, findet man in der Anleitung des Kabelbruch-Suchgerätes. Solche Modelle gibt es bei Amazon schon für unter 20 Euro. Von Suchvorgängen mit einem Weidezaungerät raten wir ab – bei falscher Verwendung kann die Ladestation irreparabel beschädigt werden.
Die anschließende Reparatur sollte nur mit speziellen Kabelverbindern für Mähroboter durchgeführt werden. Sie sind dank Gel-Füllung gegen Umwelteinflüsse gewappnet und für den Einsatz in der Erde vorgesehen, außerdem kosten sie nur wenige Cent. Mit ihrer Hilfe kann ein Begrenzungskabel auch einfach verlängert werden, sollte es zuvor zu straff oder zu kurz verlegt worden sein. Um das beim Verlegen zu verhindern, sind mehrere kurze Doppelschleifen im Kabel praktisch. Wird später etwas mehr Draht benötigt, löst man einfach so eine Doppelschleife auf, statt mühsam mit Kabelverbindern anstückeln zu müssen.
Auch wenn viele Mähroboter mit GPS ausgestattet sind, dient diese Ortungsfunktion fast immer nur dem Diebstahlschutz. In Verbindung mit SIM-Karten-Aufnahme und GSM-Modul kann der Roboter etwa seinem tatsächlichen Besitzer seinen Standort aufs Handy schicken, nachdem er aus einem zuvor definierten Bereich entfernt wurde. Diese Funktionalität ist aber meist eher teureren Modellen vorbehalten. Alle anderen verfügen mindestens über eine PIN-Eingabe als Diebstahlschutz. Sollte der Roboter angehoben werden oder sich festfahren, kann die weitere Nutzung nur nach erfolgreicher Eingabe einer zuvor festgelegten PIN erfolgen. So kann der Roboter zwar gestohlen, aber nicht ohne Weiteres vom Dieb weiterverwendet werden. Das schreckt ab, da der Diebstahl sinnlos ist.
Die meisten Mähroboter fahren innerhalb ihrer Drahteinfassung zufällig durch die Gegend, bis sie entweder vor ein Hindernis stoßen oder den Begrenzungsdraht finden. In beiden Fällen drehen sie ab und fahren bis zum nächsten Hindernis. Geordnete Bahnen fahren bei der Orientierungsart nur wenige Modelle, etwa Varianten von Bosch für Rasenflächen bis 700 Quadratmeter. Auch die bereits erwähnten Modelle ohne Begrenzungsdraht fahren in Bahnen. Ausnahmen sind hier nur die Bots von Worx, Einhell und Ecovacs, hier allerdings nur der GX600. Die Bahnen sind hier sogar oft frei definierbar. Durch die frei wählbaren und variierbaren Bahnenformen- oder Ausrichtungen entstehend zudem keine Fahrspuren, wie es theoretisch bei weniger smarten Modellen passieren kann. Normalerweise verändern aber die meisten Bahnenzieher bei jedem neuen Mähdurchgang leicht die Bahnenlage.
Wie bei Saugrobotern ist der Vorteil des geordneten Bahnenziehens offenkundig: Entsprechende Modelle erledigen ihre Arbeit schneller und damit energieeffizienter. Durch die schnellere Arbeit stören sie den Besitzer weniger bei der Rasennutzung – auch wenn Mähroboter leise sind, geht von ihnen immer eine gewisse Lautstärke, aber auch eine geringe Gefährdung aus. Ein weiterer Vorteil: Schwer zu erreichende Bereiche eines Gartens werden per zufälliger Navigation nach dem Chaosprinzip selten oder gar nicht gemäht. Das ist bei fortschrittlichen Modellen mit Bahnenfunktion normalerweise anders.
Es gibt etliche Rasenroboter auf dem Markt, die mehr oder weniger steile Steigungen oder Gefälle abfahren können. Oftmals ist es dabei allerdings so, dass sie Steigungen mit zweistelligen Prozentzahlen zwar überwinden, aber dann keine großen Richtungswechsel mehr schaffen, ohne abzurutschen. Modelle mit einstelligen Prozentzahlen eignen sich fast ausschließlich für nahezu ebene Rasenflächen. Modelle mit 20 Prozent Steigfähigkeit und mehr gibt es immer öfter, sogar welche mit Vierrad-Antrieb und der Fähigkeit zur Bewältigung von Anstiegen um 70 Prozent. Generell sind bei steilen (Teil)Geländen Modelle mit Vierradantrieb vorzuziehen.
Die meisten Mähroboter-Modelle ermöglichen in mehreren Stufen Einstellungen von 15 bis 45 Millimeter oder von 20 bis 60 Millimeter. Auch darüber hinausgehende Herstellerangaben sind vertreten. Wir empfehlen eine etwas höhere Schnitthöhe, da der Rasen so mehr Feuchtigkeit speichern kann, wodurch er im Sommer nicht so schnell verbrennt. Neben Angaben zur Schnitthöhe des Grases machen Hersteller auch Angaben zur Schnittbreite. Die finden wir aber weitestgehend nebensächlich. Ob ein Mäher 18 oder 20 Zentimeter mit einer Überfahrt mäht, spielt kaum eine Rolle, schließlich sind Mähroboter ohnehin darauf ausgelegt, täglich zu fahren. Nur so erreichen sie bei Navigation per Zufall halbwegs verlässlich jeden Winkel des Gartens und nur durch regelmäßiges Abschneiden der Rasenspitzen sorgt dieser feine Mulch während der Zersetzung wieder für die Rückführung von Nährstoffen, um den Rasen zu stärken.
Anders sieht das bei sehr großen Grundstücken aus. Hier sollten die Mäher eine möglichst breite Schnittfläche haben, da sie so weniger Bahnen fahren müssen und dadurch schneller sind. Normalerweise steigt mit der Quadratmeter-Zahl aber die Schnittbreite automatisch.
Die Lautstärke geben nicht alle Hersteller an, gerade bei günstigen Modellen wird dieser Wert gern verschwiegen. Grundsätzlich ist kein moderner, elektrischer Mähroboter wirklich laut, sofern er gut gewartet wird und funktioniert. Zu hören sind meist nur das Schnittgeräusch und der Elektromotor von Antrieb oder Schneidteller – das ist aber meist so leise, dass schon in wenigen Metern Abstand nur noch ein sanftes Rauschen zu vernehmen ist, das schnell im Wiegen der Bäume im Wind untergeht. Steigt im Laufe der Zeit der Geräuschpegel, liegt dies oftmals an abgenutzten Mähklingen oder nicht mehr ausreichend scharfem Mähbalken. Gleichwohl gilt auch hier: Tendenziell sind günstigere Modelle lauter oder weisen zumindest unangenehmere Arbeitsgeräusche auf. So stört ein sehr hoher Motorsound oft mehr, als ein lauterer, dafür aber tieferer Klang. Das kennt jeder, der schon mal schlafen wollte, während eine Mücke im Zimmer umherflog.
Mähroboter fahren normalerweise nach getaner Arbeit – oder falls zuvor die Akkuleistung zu erschöpfen droht – zurück in ihre Ladestation. Die kann so konstruiert sein, dass der Roboter von der einen Seite in die Station hineinfährt und auf der anderen später wieder herauskommt. Alternativ dockt er wie Saugroboter vorwärts oder rückwärts an und fährt auf gleichem Wege wieder heraus. Nur noch sehr wenige, überwiegend günstige Rasenroboter, kommen ohne Ladestation zum Kunden. Der muss dann jeden Ladevorgang von Hand einleiten. Solche Modelle sollte man heute meiden.
Ebenfalls bei günstigen Modellen wichtig zu wissen: Manche Mähroboter der untersten Preisklasse sind immer noch vereinzelt mit Bleiakkus erhältlich. Die leiden auf Dauer unter dem Memory-Effekt und verlieren so schneller an Leistung, außerdem laden entsprechende Modelle wesentlich langsamer. Wir raten daher von Rasenrobotern mit Bleiakku ab. Das gibt es aber immer weniger. Fast alle Hersteller haben längst auf Lithium-Ionen- oder Lithium-Polymer-Akkus umgesattelt, bei denen diese Probleme nicht mehr bestehen. Modelle wie der Freelexo 350 von Einhell verfügen zudem über Wechselakkus, die zu anderen kabellosen Werkzeugen des Herstellers kompatibel sind. Das kann für Besitzer solcher Akkus durchaus praktisch sein.
Übrigens: Es gibt Hersteller, die baugleiche Modelle per Software abriegeln. Die könnten zwar entweder mehr oder wären in der Lage, größere Rasenflächen zu bearbeiten. Sie werden aber künstlich beschnitten, um sie als eigenständiges Modell günstiger anbieten zu können. Vom Eingriff in die Software der Geräte raten wir aber trotzdem ab.
Der Großteil aktueller Mähroboter lässt sich mittlerweile per Smartphone-App steuern. Nur besonders günstige Modelle wie der Al-Ko 300e (Testbericht) verzichten heute noch darauf. Durch die App-Steuerung ergeben sich viele Vorteile. So fällt die Bedienung auf einem Smartphone oder Tablet per App deutlich leichter, selbst wenn das per Bluetooth-Verbindung nur in unmittelbarer Nähe zum entsprechenden Roboter möglich ist. Noch einfacher wird es bei der Verbindung per WLAN oder GSM-Modul. Dann gelingt das Erstellen von Mäh-Zeitplänen oder das Anpassen anderer Funktionen des Mähroboters bequem von der Couch oder von unterwegs aus.
Zudem erhält der Nutzer Benachrichtigungen aufs Handy, sollte sich der fleißige Gartenhelfer doch mal irgendwo festgefahren haben. Bei manchen Modellen können Nutzer zudem genau und grafisch aufbereitet bestimmen, wo etwa gemäht werden soll. Die meisten Roboter arbeiten immer noch mit WLAN. Hilfe bei der Verbesserung der Verbindungsstärke auch außerhalb der eigenen vier Wände gibt unser Ratgeber Schnelles Internet im Garten mit Outdoor-Repeater, Mesh und Co.
Bei den Apps der Roboter gibt es große Unterschiede. So hat uns etwa die App des Segway Navimow (Testbericht) ohne Begrenzungsdraht voll überzeugt, während uns die App des günstigen Yardforce Compact 400 RiS (Testbericht) mit Draht teils ratlos zurückgelassen hat.
Roboter haben diverse Sensoren zur Hinderniserkennung. So gibt es Modelle mit Kamera und eingeschränkter Objekterkennung, außerdem Ultraschallsensoren für den Nahbereich und nicht zuletzt Berührungssensoren – ähnlich wie bei einem Saugroboter. Seit diesem Jahr gibt es sogar Mähroboter mit Lidar, zumindest einen: den Dreame A1 (Testbericht). Allen Modellen gemein ist ein Lagesensor, der erkennt, wenn der Roboter angehoben wird. Dann kommt das Schneidwerk des Mähroboters möglichst schnell zum Stillstand, um Verletzungen zu vermeiden.
In verschiedenen Tests, unter anderem von der Stiftung Warentest, wird aber immer wieder darauf hingewiesen, dass Mähroboter Gefahr für kleine Tiere wie Blindschleichen, Kröten und Igel sowie auch für Kleinkinder darstellen können. So ist es etwa denkbar, dass ein am Boden spielendes Baby mit Bein oder Arm unter den Roboter gerät. Weil beides zu klein ist und der Roboter nicht genug vom Boden abgehoben wird, brechen die meisten Rasenroboter ihr Werk erst zu spät oder gar nicht ab – die Folgen können verheerend sein. Bei Amphibien etwa wird ein Mähroboter kein Hindernis erkennen und diese schwer verletzen und in den meisten Fällen töten. Das gilt auch für Igel, die bei Gefahr normalerweise nicht fliehen, sondern sich nur an Ort und Stelle einrollen und dank ihrer Stacheln in trügerischer Sicherheit wiegen. Mähroboter sollten daher nie ohne Aufsicht laufen – besonders nicht, wenn sich Kleinkinder oder Haustiere auf dem Rasen aufhalten.
Außerdem sollten sie nur bei Tageslicht fahren, um dämmerungs- oder nachtaktive Tiere nicht zu gefährden. Im Fall der Fälle kommt die letzte Sicherheitsmaßnahme zum Einsatz: Jeder Mähroboter verfügt oben am Gerät über einen großen Not-Aus-Schalter, der den Mähvorgang sofort abbricht. Das setzt natürlich manuelles Eingreifen direkt vor Ort voraus.
Vereinzelt haben selbst günstige Mähroboter einen Regensensor, teurere Modelle fast immer. Er soll das Gerät davon abhalten, im strömenden Regen zu mähen. Zwar gehen Rasenroboter davon normalerweise nicht kaputt, sie können oftmals sogar zur Reinigung mit dem Schlauch (kein Hochdruckstrahler!) abgespritzt werden. Aber der Rasenschnitt klumpt dann gern zusammen und bleibt in Rasenhäufchen auf dem Grün liegen oder blockiert oder erschwert dann sogar die Drehung des Mähtellers. Das kann an diesen Stellen den Rasen beeinträchtigen, zusätzlich wird dann eine umfassende Reinigung des Mähers nötig. Hinzu kommt, dass die Räder bei Nässe schneller den Grip verlieren und so den Rasen beschädigen können. Gerade bei schweren Vierrad-getriebenen Modellen wie dem Mammotion Luba (Testbericht) haben wir das schmerzlich lernen müssen.
Mähroboter sind zwar wie bereits angedeutet weitgehend wasserdicht, mit der Zeit altert aber das Material, aus dem der Roboter besteht. Das geschieht nicht nur durch Wasser, sondern vor allem auch durch Sonneneinstrahlung. Als Resultat können allmählich Schäden am Rasenroboter entstehen, die unter Umständen zum Komplettausfall führen. Demzufolge sind entsprechende Unterstände und Garagen für Mähroboter sinnvoll.
Mähroboter sind zu Recht die verbreitetsten Haushaltsroboter hinter Saugrobotern. Sieht man vom ersten händischen Mähen nach dem Winter und der Wartung – hauptsächlich ebenfalls im Winter – ab, bereiten diese Geräte kaum Aufwand, sondern nehmen ihrem Besitzer sogar eine Menge Arbeit ab. Wer auf eine App-Bedienung verzichten kann oder einen eher kleinen Garten hat, kommt locker mit 300 bis 500 Euro aus, wie wir in unserem Ratgeber günstige Mähroboter festgehalten haben. Die erste (einmalige) Einrichtung ohne App ist unter Umständen zwar etwas aufwendiger, weil der Komfort eines Smartphone-Touchscreens fehlt. Ansonsten gibt es kaum nennenswerten Nachteile – wer da noch Zeit für das händische Mähen aufwendet, ist selbst schuld. Alternativ ist vielleicht die Überlegung sinnvoll, ob es überhaupt ein aus ökologischer Sicht grüner Rasen sein muss – oder nicht vielleicht doch lieber eine Wildblumenwiese.
Richtig gut und mit einem Maximum an Komfort wird es allerdings erst mit teureren Modellen. Die bieten dann Integration ins Smart Home, Steuerung per App oder Sprache, systematisches Bahnenfahren und sogar Mähen ohne Begrenzungskabel. Mehr Luxus geht aktuell nicht. Letztere haben wir in unserer Topliste zu Mährobotern ohne Begrenzungskabel zusammengefasst.
Wer seinen Mähroboter individualisieren und praktisches Mähroboter-Tuning betreiben oder einfach Hinweise zur Reinigung finden will, für den haben wir unseren Artikel Kurioses und praktisches Zubehör für Rasenroboter. Und wer ein Roboschaf sucht, das in Bahnen fährt, sollte sich Modelle wie den Bosch Indego S+ 400 (Testbericht) anschauen oder einen Blick auf unsere Top 10: Die besten Mähroboter ohne Begrenzungsdraht werfen.
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