Berti ist freier Technikjournalist. Seit 15 Jahren testet er alles Smarte und Digitale, das er in die Finger kriegt. Dazu nimmt er Stellung und gibt Tipps. So entstand sein Beiname "RatgeBerti". Seine Begeisterung für den Technikjournalismus hat er im Jahr 2005 während des Studiums der…
LED-Strips sorgen für eine schöne Atmosphäre – ob im Innenbereich oder draußen. Manche leuchten nur in einer Farbe, andere können mehrere Farbtöne gleichzeitig darstellen.
Entspannen, Party, Heimkino: Mit smarten LED-Strips lässt sich bei vielen Anlässen auf Knopfdruck passendes Licht für jede Stimmung erschaffen, die allein mit Decken- und Stehleuchten nicht möglich wären. Wir vergleichen die besten Modelle von Aqara Cololight, Govee, Innr, Meross, Nanoleaf, Onvis, Philips Hue, Wiz und Yeelight.
Wer sein Smart Home gezielt in indirektes Stimmungslicht tauchen möchte, stößt mit Leuchtmitteln in herkömmlicher Form schnell an Grenzen. Präziser als mit Glühbirnen oder Paneelen gelingt das mit flexiblen LED-Streifen. Sie lassen sich diskret, aber wirkungsvoll an vielen Stellen zu Hause platzieren und dann zur rechten Zeit per Smartphone oder Schaltautomatik in passender Lichtstimmung zum Strahlen bringen.
Weder müssen es dafür die teuersten Produkte von Platzhirschen wie Philips Hue sein, noch lohnt es sich eine Ersparnis durch Selbstbaulösungen zu erkaufen. Inzwischen gibt es allerhand Fertiglösungen, die jede Menge smarte Funktionen draufhaben, mit vielen Smart-Home-Systemen harmonieren und trotzdem erschwinglich sind.
Bei der Auswahl haben wir gängige Kriterien zugrunde gelegt, die beim Kauf zu beachten sind. Das Wichtigste sind die Lichteigenschaften. Die Helligkeit reicht bei manchen Strips wirklich nur für heimeliges Dekolicht, bei anderen sogar für die Grundbeleuchtung. Im Vorteil sind LED-Streifen, die mit zusätzlichen Leuchtdioden auch kühles und warmes Weiß statt nur RGB-Farben mischen können.
Je mehr LED auf dem Streifen angeordnet sind, desto gleichmäßiger und diffuser wirkt das Licht. Falls sich die Pläne für die Lichtgestaltung mal ändern, ist es prima, wenn sich die LED-Streifen kürzen oder verlängern lassen. Wir konzentrieren uns auf smarte LED-Streifen für drinnen, haben aber auch einige Outdoor-Modelle ausprobiert.
Besonders viele Einsatzzwecke lassen sich mit Lightstrips abdecken, die auch Extras wie einen Farbtemperaturwechsel im Tagesverlauf oder den Abgleich mit Musik und Videos ermöglichen. Idealerweise verstehen sich die Leuchtmittel auch mit genau den Funktionen und Geräten der Smart-Home-Plattform, die bereits zu Hause im Einsatz ist.
Dem Bedienkomfort kommt es ebenfalls zugute, wenn sich das smarte Licht nicht nur per Smartphone und Sprache, sondern auch per physischer Taste oder einer Fernbedienung regulieren lässt. Nicht jeder Hersteller bietet alles auf einmal, sodass man sich meist für einen bestimmten Funktionsumfang entscheiden muss.
Relativ neu sind LED-Streifen mit Silikon-Ummantelung. Dadurch sind einzelne LEDs nicht mehr sichtbar, sodass das Licht insgesamt homogener leuchtet. Neben Markenherstellern wie Innr und Govee gibt es auch ein großes Angebot von No-Name-Marken. Hier sollte man aufpassen. Wir hatten etwa einen Neon-Leuchtstreifen, der im Stand-by dennoch satte 8 Watt verbraucht hat. Auch war die Farbtreue sichtbar schlechter als zu den Spitzenmodellen renommierter Hersteller.
Und last but not least gibt es auch einige Modelle, die nicht nur in einer Farbe aufleuchten, sondern in mehreren gleichzeitig. Bei Philips Hue nennen sich solche LED-Streifen „Gradient“, Govee bezeichnet sie mit RGBIC etwas technischer, nutzt aber auch Marketingbegriffe wie Dreamcolor. IC steht dabei für Independent Control: Mit einem zusätzlichen Chip können LEDs in Segmente unterteilt einzeln angesteuert werden, sodass LED-Streifen damit in der Lage sind, gleichzeitig unterschiedliche Farben darzustellen, was schöne Farbverläufe oder Animationen ermöglicht.
Aqara (Testbericht) ist inzwischen eine feste Größe im Smart-Home-Bereich. Das Angebot wächst stetig und umfasst inzwischen auch Leuchtmittel wie die kürzlich vorgestellte Deckenleuchte T1M (Ratgeber). Mit dem zum Matter-Standard kompatiblem LED Streifen T1 bietet der Hersteller eine Variante, die dank RGBIC-Technik einzelne LEDs unabhängig voneinander ansteuern kann, sodass mehrere Farben gleichzeitig aufleuchten können. Auch unterstützt er eine Weißfarbton-Steuerung. Ein Mikrofon zur Musiksynchronisation ist ebenfalls an Bord. Der LED Streifen T1 funkt mit Zigbee und benötigt daher einen entsprechenden Hub. Der LED-Streifen ist nach IP44 auch vor Spritzwasser geschützt, das Netzteil und der Controller aber nicht. In Kombination mit dem Präsenzsensor Aqara FP2 (Ratgeber) können Anwender die Lichtsteuerung automatisieren.
Der Aqara LED Streifen T1 leuchtet nicht ganz so hell wie der Philips Hue (siehe weiter unten) und die einzelnen LEDs sind deutlich zu erkennen. Das zwei Meter lange Modell ist ab 42 Euro (Preisvergleich) erhältlich und lässt sich auf bis zu 10 Meter erweitern. Die 1-Meter-Erweiterung gibt es ab 12,50 Euro (Preisvergleich). Kürzen lässt sich der LED-Streifen ebenfalls.
Der chinesische Hersteller Lifesmart fällt bei smarten Deko-Leuchten durch Spezialfunktionen auf. Der zwei Meter lange RGBW-Strip seiner Marke Cololight färbt die Leuchtdioden nicht nur als Ganzes, sondern auch einzeln. Das ermöglicht sehr ansehnliche Lauflichter und Wellenbewegungen ohne Basteln und Löten. Die Fertiglösung gibt es mit 60 LEDs pro Meter und 800 Lumen oder 30 LEDs pro Meter und 600 Lumen. Das ist durchschnittlich hell.
Zur Lichtshow beim Gaming oder Picknick bezieht der Strip dank USB-A Strom von PC oder Powerbank. Für die Wandsteckdose steuert man selbst ein Netzteil bei. Das Stromkabel ist mit 1,4 Metern relativ kurz. Stationär installiert, lässt sich die dunklere Variante des zwei Meter langen Basisstreifens auf bis zu 8 Meter, die hellere Variante auf maximal 6 Meter verlängern. Kürzbar ist der Lightstrip nach jeder Diode. Nur draußen ist das keine Option, wenn er gemäß IP65 abgedichtet bleiben soll.
Wer den Strip nicht nur per Taste am Netzkabel schalten möchte, koppelt ihn per App für Android und iOS ohne Hub mit dem WLAN-Heimnetz. Darüber lassen sich die dynamischen Szenen den eigenen Vorstellungen anpassen. Das ist besonders empfehlenswert, wenn Betrachtern das voreingestellte Tempo des Farbwechsels zu hoch ist. Welche LED wie aufleuchtet, entscheidet aber die Software. Einzel darauf zugreifen, lässt sich nicht.
Die App beherrscht das Ein- und Ausschalten, Dimmen, Tönen in Vollfarben oder Farbverläufen sowie eine Gruppensteuerung und Zeitschaltpläne. Außerdem verwendet sie auf Wunsch das Smartphone-Mikrofon und lässt das Licht im Takt von Musik pulsen.
Ein Cloud-Konto und eine Internetverbindung sind nicht grundsätzlich nötig, nur Zeitschaltpläne und Sprachbefehle erfordern Webzugriff. Cololight lässt sich über Amazon Alexa, Google Assistant und Apple Homekit ansprechen oder mit anderen Geräten gemeinsam steuern. Gamer freut, dass der Strip auch das Elgato Stream Deck unterstützt. Zu anderen Smart-Home-Zentralen wie Homey Pro und Samsung Smartthings sind die Cololight-LED-Strips jedoch nicht kompatibel.
Mit 30 LEDs pro Meter kostet das Zwei-Meter-Starter-Set knapp 30 Euro. Eine Verlängerung um zwei Meter kostet knapp 25 Euro. Wer Starter-Set und Verlängerung im Bundle kauft, kann ein wenig Geld sparen. So kostet das Bundle aus Starter-Set und einer Verlängerung mit vier und sechs Meter knapp 50 respektive 80 Euro. Die Variante mit 60 LEDs pro Meter kostet im Bundle mit einer Zwei-Meter-Verlängerung 80 Euro und mit vier Meter aktuell ebenfalls 80 Euro.
Govee bietet verschiedene LED-Strips mit RGBIC-Technik an. Sie können also mehrere Farben gleichzeitig darstellen. Wir haben uns das Outdoor-Modell LED Neon Rope Lights (H61A2), die Indoor-Varianten RGBIC Pro (H619A) und Dreamcolor (H6125), den mit 60 LEDs/m besonders hellen Light M1 (H61E13D1DE) sowie das neue, für Tische optimierte und drei Meter lange Modell H61C3 (Neon Rope Lights for desks) näher angesehen (siehe auch Bildergalerie). Die Neon Rope Lights for desks können Spiele-Enthusiasten mit der Govee AI Gaming Box kombinieren. Außerdem unterstützt das Modell Razer Chroma.
Abgesehen von der Steuerung per App oder Sprache können Govee-LED-Strips auch direkt am Gerät eingeschaltet werden. Auch die Helligkeit und verschiedene Modi lassen sich darüber steuern. Doch nur mit der App können Anwender die volle Leistungsfähigkeit der LED-Strips erschließen. Govee bietet 64 voreingestellten Szenen, die die LED-Strips in den unterschiedlichsten Farben leuchten lassen. Der Bereich Geräuschbibliothek bietet Animationen mit Geräuschuntermalung wie Regen trifft auf Blätter – sehr hübsch. Wem das bisher nicht ausreicht, kann für zehn Segmente unterschiedliche Farben und Helligkeit einstellen. Partystimmung kommt auf mithilfe von elf reaktiven Musikmodi, die mit Wechsel der Farben und Helligkeit im Takt der Musik beeindruckende Animationen erzeugen.
Ganz neu ist das Neon Rope Light 2, das es in den Längen 3 Meter und 5 Meter, sowie mit weißem und schwarzem Silikonschlauch gibt. Gegenüber der Vorgängervariante ist es laut Govee 15 Prozent flexibler, sodass es für besonders kurvige Formen besser geeignet ist. Neben den klassischen Govee-Halteclips aus Plastik sind im Lieferumfang noch zehn längliche aus Metall gefertigte Halterungen mit je zwei Halteclips und knapp 10 Zentimeter Länge enthalten. Sämtliche Halteclips sind mit beidseitigen Klebebändern von 3M bestückt. Alternativ kann man sie aber auch mit den 35 mitgelieferten Schrauben und Dübeln befestigen.
Die App bietet zahlreiche Layoutvorlagen unterteilt in einzelne Rubriken wie Natürlich, Festival, Leben, Tanz und Musik, soviel vielen weiteren, die sehenswerte Animationen und interessante Beleuchtungsszenen bieten. Kurz gesagt: Jeder dürfte etwas finden, was einem gefällt (siehe auch Bildergalerie). Und falls nicht, hilft ein KI-Chatbot weiter. Der spricht derzeit allerdings nur englisch. Auch ansonsten zeigt sich die App sehr innovativ: Haben Anwender das Neon Rope Light 2 in eine bestimmte Form gebracht, können sie diese mit der Govee-App abscannen und anschließend die Farben dafür konfigurieren.
Zudem lassen sich Govee-Leuchten lokal in eine Smart-Home-Zentrale wie Home Assistant (Testbericht) einbinden, sodass die Lichtsteuerung auch bei einem Ausfall des Internets noch funktionieren.
Die Bluetooth-Variante Govee RGBIC Dreamcolor (H6125) kostet mit 5 Meter Länge aktuell mit einem Rabatt etwa 22 Euro, mit 10 Metern circa 42 Euro und mit 20 Meter ungefähr 57 Euro. Die Pro-Version (H619A) mit WLAN-Support und Sprachsteuerung über Amazon Alexa und Google Assistant ist aktuell für knapp unter 30 Euro erhältlich. Und die Outdoor-Version Govee RGBIC LED Neon Rope Lights kostet mit 5 Meter Länge (H61A2) aktuell knapp 90 Euro. Die Version mit 3 Metern (H61A03) gibt es für knapp 65 Euro. Und die neue zuschneidbare Variante für Tische LED Neon Rope Lights for desks (H61C3) kostet aktuell 80 Euro. Der LED-Streifen ist unterteilt in 42 steuerbare Segmente, die mit unterschiedlichen Farben leuchten können. Mit 84 LEDs pro Meter, insgesamt sind es 252, bietet der LED-Streifen auch eine gute Helligkeit.
Für das gerade vorgestellte Neon Rope Light 2 gewährt Govee zur Einführung einen Rabatt von 35 Prozent. Die 5-Meter-Variante kostet statt 100 Euro nur 65 Euro. Und das 3-Meter-Modell wechselt mit Rabatt für 52 Euro den Besitzer, regulär kostet es 80 Euro. Für den Rabatt muss man im Govee-Shop an der Kasse den Code NEON2 eingeben. Das Angebot ist bis Mittwoch gültig.
Das besonders lichtstarke Modell Govee RGBIC LED Strip M1 (H61E0) ist kompatibel zu Matter und kostet mit zwei Meter Länge mit einem 20-Euro-Coupon aktuell 60 Euro. Die 5-Meter-Variante (H61E1) ist dank eines 28-Euro-Coupons derzeit ebenfalls für relativ günstige 72 Euro erhältlich. Er hat uns im Test mit am besten gefallen, weil bei indirekter Beleuchtung seine LEDs im Unterschied zu vielen Konkurrenzprodukten kaum erkennbar sind. Somit sorgt er für eine sehr homogene Beleuchtung.
Bei smartem Licht denken viele an die hochpreisigen Zigbee-Produkte des niederländischen Herstellers Philips Hue. Doch es gibt eine preisgünstigere Alternative aus dem gleichen Land: Innr. Dessen LED-Streifen namens Flex Light Colour bietet sehr ansehnliche Lichteigenschaften für relativ wenig Geld.
Die Leuchtdiodenbündel können RGB-Farben und Weiß von kühler bis warmer Farbtemperatur sehr präzise darstellen. Außerdem sorgt die hohe Anzahl von 96 LEDs pro Meter für eine besonders gleichmäßige und damit behagliche Ausleuchtung. Die Zwei-Meter-Variante deckt mit maximal 550 Lumen nicht mehr als dekorative Einsatzzwecke ab. Doch die doppelt so lange Variante eignet sich mit einer Spitzenhelligkeit von 1000 Lumen sogar für die Grundbeleuchtung.
Erweitern oder kürzen lässt sich Innrs LED-Streifen nicht. Denn seinen Beinamen „Outdoor“ verdient sich der nach Schutzklasse IP67 wasser- und staubdichte Streifen nur, wenn seine Abdichtungen unangetastet bleiben. Einem Inneneinsatz tut die robuste Hülle keinen Abbruch. Vielmehr verstärkt der für Outdoor-Strips typische halbtransparente Mantel den angenehm diffusen Lichteindruck sogar. Neben einer Outdoor-Variante bietet Innr auch eine Version für den Innenbereich an.
Die Bedienung setzt zwingend eine Bridge als Bindeglied zum Heimnetzwerk voraus. Innr hat ein eigenes Modell samt Steuer-App am Start sowie auch zwei Schalter im Programm. Allerdings sind die Lösungen von Innr nicht nur zur Hue-Bridge kompatibel, sondern auch zu den Smart-Home-Zentralen (Bestenliste) Homey Pro (Testbericht) und Samsung Smartthings (Testbericht). Wer also eine Hue-Bridge oder eine der beiden Smart-Home-Zentralen verwendet, kann auf die Bridge von Innr verzichten. Im Fall der Hue-Bridge lassen sich die Innr-LED-Streifen wie ein normales Hue-Leuchtmittel koppeln – und dann mit viel mehr Komfortfunktionen und Partnermarken nutzen, als es Innrs Infrastruktur derzeit ermöglicht.
Innrs App bietet mit Funktionen fürs manuelle Schalten, zeitgesteuerten Schaltplänen und Verbindungen zu Amazon Alexa und Google Assistant solide Hausmannskost. Ohne Cloud geht nichts, bei einem Internetausfall ist die App nicht erreichbar. Die Outdoor-Variante gibt es ab 60 Euro mit 2 Meter Länge und ab 100 Euro mit 4 Meter.
Der chinesische Hersteller Meross baut sein Smart-Home-Sortiment Stück für Stück um Leuchtmittel aus. Der WLAN-Leuchtstreifen mit dem Modellnamen MSL320 Pro bietet RGB-Farben sowie kühles und warmes Weiß. In der Spitze beträgt die Helligkeit respektable 1100 Lumen pro Meter. Meross konfektioniert den LED-Streifen als Fünf-Meter-Variante. Er kann gekürzt werden, aber Erweiterungen gibt es nicht.
Das Stromkabel fällt mit 1,6 Metern vergleichsweise kurz aus. Dafür hängt auch ein physischer Taster dran, mit dem sich das Licht ein- und ausschalten lässt. Wer mehr Funktionen möchte, bindet den LED-Streifen per WLAN ins Heimnetz ein und bedient ihn mit der nicht vollständig eingedeutschten Smartphone-App für Android und iOS. Darüber lässt er sich starten und stoppen, dimmen, tönen und in der Farbtemperatur anpassen. Vorgefertigte Szenen etwa für „Reading“, „Night“ oder „Party“ bieten vorgefertigte Kombinationen von Helligkeit und Farbton. Alternativ lassen sich eigenhändig Szenen für den Lightstrip und anderen schaltbare Geräte von Meross erstellen. Zeitschaltpläne und ein Ausschalt-Countdown runden den Funktionsumfang der App ab.
Wer den LED-Strip zusammen mit Geräten anderer Hersteller dirigieren möchte, koppelt ihn mit Amazon Alexa, Apple HomeKit, Google Assistant oder Samsung Smartthings. Für ein preisgünstiges Produkt ist der Meross-Leuchtstreifen somit sehr anschlussfreudig. Nicht nur für den Kontakt zu den Vernetzungsplattformen benötigt das smarte Leuchtmittel eine dauerhafte Verbindung zur Hersteller-Cloud von Meross. Fällt das Internet aus, ist keine Offline-Bedienung per App möglich. Den Meross-LED-Streifen gibt es mit einer Länge von 5 Metern ab etwa 42 Euro (Preisvergleich).
Wer mit LED-Streifen einen Teil der Grundbeleuchtung abdecken will, zieht Nanoleafs Modell in Erwägung. Auf maximal helles Weiß gedreht, erstrahlt der Essentials Lightstrip mit 2200 Lumen. Neben kühlem und warmem Weiß deckt die LED-Konfiguration zudem das RGB-Farbspektrum ab. Den Basisstreifen konfektioniert Nanoleaf in zwei Metern Länge. Er lässt sich alle 33 Zentimeter kürzen, oder mit Ein-Meter-Stücken auf bis zu zehn Meter erweitern.
Selbst ganz ohne App lässt sich der Nanoleaf-Strip vernünftig über die Steuereinheit am Netzkabel bedienen. Ein und aus, Dimmen und der Wechsel zwischen voreingestellten Szenen ist damit möglich. Wer das Gleiche über die Smartphone-App erledigen möchte, braucht lediglich eine lokale Bluetooth-Verbindung.
Viele weitergehende Funktionen wie Zeitschaltpläne, ein Bildabgleich mit dem Computermonitor und die Fernsteuerung außerhalb des Zuhauses erfordern aber entweder eine Cloud-Verbindung zu Google Home oder den Einsatz einer HomeKit-Schaltzentrale von Apple, die den Strip per WLAN oder Thread ins Heimnetz einbindet. Mittels HomeKit lässt sich dann auch die Fernbedienung namens Nanoleaf Remote mit dem Essentials Lightstrip verbinden. Seltsamerweise geht das nicht ohne diesen Brückenschlag.
Und in noch einer Hinsicht setzt der Hersteller auf Apples Ökosystem. Ein automatischer Farbtemperaturwechsel im Tagesverlauf lässt sich wahlweise in Apple Home („Adaptive Lighting“) oder mit der gleichwertigen Funktion in der mobilen Nanoleaf-App („Circadian Lighting“) realisieren. In beiden Fällen ist aber ein HomePod, HomePod Mini, Apple TV oder dauerverkabeltes iPad als Befehlsüberbringer unverzichtbar.
Unter dem Strich ist der Nanoleaf Essentials Lightstrip vorwiegend für Nutzer von Apples Smart-Home-Plattform eine gute und einfach handhabbare Ergänzung zum Lichtsetup. Viele andere Interessierte dürfte die Schnitzeljagd nach der Antwort, was genau mit oder ohne Cloud, mit oder ohne zusätzliche Steuerzentrale geht, zu sehr nerven. Der Nanoleaf-LED-Streifen ist ab 40 Euro (Preisvergleich) erhältlich. Die Erweiterung um 1 Meter kostet aktuell 18 Euro. Und der neue zu Matter kompatible LED-Streifen kostet mit 5 Meter Länge etwa 68 Euro (Preisvergleich).
Der Onvis Kameleon LED Strip K1 ist kompatibel zu Homekit und lässt sich daher nur unter iOS ansteuern. Dank RGBIC-Technik können Anwender 50 Segmente mit jeweils drei LEDs einzeln ansteuern und so für schöne Farbübergänge oder Animationen sorgen. Letztere können dank integriertem Mikrofon synchron zur Musik leuchten. Die LEDs sind durch eine transparente Expoxidbeschichtung vor Wettereinflüssen nach IP65 geschützt. Die LEDs leuchten relativ hell und bleiben dabei recht farbtreu. Dabei ist er mit einem Preis von aktuell nur 52 Euro für ein Homekit-Modell relativ günstig.
Philips Hue gilt in der Licht-Branche als Benchmark. Kein anderer Anbieter erreicht das Leistungsspektrum der Signify-Marke. Das fängt bereits mit der Hue-Bridge an, die nicht nur zur Kontrolle der Philips-Hue-Leuchtmittel dient, sondern sich dank zahlreicher Schalter, Bewegungssensoren und anderem Zubehör schon fast zu einer vollständigen Smart-Home-Zentrale ausbauen lässt. Wem diese Steuerungsmöglichkeiten noch nicht ausreichen, kann die Hue-Bridge außerdem an nahezu jede Smart-Home-Zentrale (Bestenliste) wie Homey Pro (Testbericht), Samsung Smartthings (Testbericht) oder Smarthome by Hornbach (Testbericht), inklusive aller daran angeschlossenen Geräte für weitergehende Automatisierungen einbinden.
Der Philips Hue Outdoor Lightstrip bietet mit einer Länge von fünf Metern eine leicht überdurchschnittliche Leuchtkraft von 1650 Lumen (Zwei-Meter-Version: 850 Lumen). Er ist nach IP67 gegenüber dem Eindringen von Staub und Wasser geschützt und im Temperaturbereich zwischen -20 und 40 Grad einsatzbereit. Eine 3,5 Meter langen Zuleitung erleichtert die Installation ungemein. So kann man die Stromleitung beispielsweise im Zwischenraum von Terrassen-Fliesen verlegen und den LED-Strip auf der gegenüberliegenden Seite des Stromanschlusses positionieren.
Die Bedienung des LED-Streifens ist nur per App oder über optional erhältliche Schalter respektive Fernbedienungen möglich. Einen Einschalter oder andere Bedienelemente direkt am Gerät gibt es nicht. Dank Zigbee-Technik, die einen Mesh-artigen Aufbau erlaubt, sollten Verbindungsprobleme, die beispielsweise bei einer reinen WLAN-Verbindung auftreten können, kein Thema sein. Die Hue-App bietet wie gewohnt umfangreiche Steuerungsmöglichkeiten inklusive einer Koppelung mit einem Spotify-Konto. So kann man die Farbdarstellung des LED-Streifens von seiner Lieblingsmusik steuern lassen. Für den Standardbetrieb muss man bei der Hue-App nicht einmal angemeldet sein. Ein Cloud-Zwang besteht nur für Sonderfunktionen wie die Sprachsteuerung über Amazon Alexa oder Google Assistant.
Die Ausleuchtung und Farbtreue ist Hue-typisch auf hohem Niveau. Die Farbtemperatur des dimmbaren LED-Streifens kann man zwischen 2000 und 6500K einstellen. Von den 16 Millionen möglichen Farben stellt der Philips Hue Outdoor Lightstrip aber immer nur eine dar. Farbwechsel lassen sich, wie zuvor erwähnt, per Musik, automatisch oder auch manuell vollziehen. Die Outdoor-Version kostet mit zwei Meter Länge über 100 Euro und die 5-Meter-Version etwa 175 Euro.
Für den Innenbereich sind die LED-Streifen Gradient und Lightstrip Plus vorgesehen. Der Gradient kann mehrere Farben gleichzeitig darstellen, während der Plus wie das Outdoor-Modell nur in einer einzigen Farbe aus 16,7 Millionen leuchtet. Für den Gradient können Anwender Farbverläufe aus drei Farben erzeugen. Anders als herkömmliche Indoor-LED-Strips ist der Gradient mit einer Silikon-Schutzhülle umgeben. im Unterschied zur Outdoor-Variante sind aber trotzdem die einzelnen LEDs von insgesamt 96 Stück gut zu erkennen. Mit 1800 Lumen leuchtet der dimmbare Gradient recht hell. Die Farbtemperatur lässt sich zwischen 2000 und 6500K einstellen. Der Lightstrip Plus leuchtet mit 1700 Lumen nicht ganz so hell wie der Gradient.
Beide Varianten lassen sich auf bis zu zehn Meter erweitern und zuschneiden. Der Gradient ist in der Basisausstattung mit zwei Metern Länge für 120 Euro (Preisvergleich) erhältlich. Pro Ein-Meter-Erweiterung muss man mit etwas über 50 Euro (Preisvergleich) kalkulieren. Der Lightstrip Plus kostet in der Grundausstattung mit zwei Meter Länge knapp 60 Euro (Preisvergleich), pro Meter Erweiterung sind etwa 25 Euro fällig.
Überdies bietet Philips Hue noch LED-Streifen als Ambilight-Nachrüst-Sets und belegt damit Platz 1 unserer Bestenliste Top 5: Das beste Ambilight zum Nachrüsten für TV und Monitor ab 30 Euro.
Die Marke gehört zum gleichen Konzern wie Philips Hue, greift aber weiter unten ins Preisregal. Für wenig Geld baut Wiz eine sehr leuchtstarke LED-Konfiguration. Der RGBW-Leuchtstreifen ist mit bis zu 1600 Lumen doppelt so hell wie die meisten Leuchtmittel in Glühbirnenform. Zwei Meter bilden ab Werk eine gute Grundlage. Mit bis zu acht Zubehörstreifen wächst der Lichtschlauch auf bis zu zehn Meter Länge. Die Schere lässt sich alle 12,5 Zentimeter ansetzen.
Ein Gateway braucht der LED-Streifen nicht. Schalten lässt er sich per Taste am Netzkabel, mit der optionalen Bluetooth-Fernbedienung Wizmote oder anhand der mobilen Hersteller-App im WLAN-Heimnetz.
Wer zur App greift, findet erwartungsgemäß die meisten Funktionen. Auf Wunsch bestimmen Benutzer Farbton, Farbtemperatur, Helligkeit und wie sich die Leuchten nach einem Stromausfall verhalten sollen. Vorprogrammierte Farbprofile erleichtern die Szenenerstellung. Ferner ersparen zeitgesteuerte Pläne das manuelle Schalten. Nur ein Ausschalt-Countdown fehlt.
Dafür bietet die Wiz-App aber nicht selbstverständliche Extras. Mit der Funktion namens circadiane Rhythmik wechselt auf Wunsch die Farbtemperatur automatisch im Tagesverlauf von Kühl nach Warm. Und ein Urlaubsmodus setzt auf Knopfdruck alle Schaltautomatiken aus, damit das Licht nicht sinnlos angeht, wenn niemand da ist.
Innerhalb des WLAN-Heimnetzes lässt sich der Wiz-Streifen auch dann bedienen, wenn das Internet ausfällt. Ein Cloud-Account ist optional. Wer auf Back-ups und einen Familienzugriff verzichtet, kann die App anonym benutzen. Für das Zusammenspiel mit den zahlreich kompatiblen Smart-Home-Plattformen generiert sie ein Nummernkonto. Daher verbreitet die Wiz-Software auch dann keine persönlichen Daten, wenn man den Lichtstreifen mit Amazon Alexa, Google Assistant, IFTTT, Homey Pro (Testbericht) Samsung Smartthings (Testbericht) verknüpft.
Das Zwei-Meter-Starter-Set kostet knapp 32 Euro (Preisvergleich). Pro Meter Erweiterung muss man mit etwa 10 Euro kalkulieren.
Als günstige Alternative bietet der Yeelight nur klassische Hausmannskost. Ohne App können Anwender den Strip direkt über einen Schalter an der Stromversorgung aktivieren. Mit der App stehen natürlich mehr Möglichkeiten offen, inklusive zahlreicher Voreinstellungen für bestimmte Szenarien.
Der Yeelight Lightstrip Plus kostet in der Standardausführung mit zwei Meter Länge inklusive Versandkosten etwa 34 Eur (Preisvergleich). Mit knapp 30 Euro (Preisvergleich) ist der Yeelight Lightstrip 1S, der kompatibel zu Razor Chroma ist, mittlerweile etwas preiswerter.
In puncto Kompatibilität bieten Open-Source-Lösungen wie Home Assistant (Testbericht) oder Open HAB, aber auch Homey Pro (Testbericht) die größte Auswahl. Anders als Apple Home (Testbericht), das für Lichtquellen nur die Standardkonfigurationen wie Ein- und Ausschalten, sowie Farbauswahl und Helligkeitssteuerung erlaubt, unterstützt Home Assistant zum Teil sämtliche Funktionen der LED-Strips wie Animationen und Farbauswahl für einzelne Segmente. Das gilt etwa für die Govee-Varianten, die per Govee2MQTT unter Home Assistant vollständig steuerbar sind.
Von Govee und Nanoleaf gibt es inzwischen auch LED-Streifen mit Matter-Unterstützung. Damit sind diese auch unter Apple Home steuerbar. Über den Matter-Standard bleibt die Steuerung der LED-Streifen wie unter Apple Homekit auf Funktionen wie Ein- und Ausschalten, Helligkeit und Farbauswahl begrenzt. Für einfache LED-Streifen ist das zwar ausreichend, doch für RGBIC- oder Gradient-Varianten muss man zur Konfiguration die Hersteller-App verwenden.
Trotz dieser Einschränkung ist die Matter-Unterstützung natürlich begrüßenswert, da LED-Streifen damit automatisch für eine Reihe von Smart-Home-Zentralen (Bestenliste) geeignet sind. Während man unter Home Assistant dadurch allerdings kaum Vorteile hat, weil die Open-Source-Lösung ohnehin schon die meisten LED-Streifen unterstützt, wird das Angebot für Homekit- oder Smartthings-Anwender an kompatiblen Lösungen größer.
Der Vergleich zeigt, dass es zwischen funktionsstarken, aber teuren LED-Streifen von Philips Hue und günstigen, aber frickeligen Selbstbaulösungen auch empfehlenswerte Fertiglösungen zu erschwinglichen Preisen gibt.
Cololight bietet einen vielseitigen Strip, der drinnen und draußen funktioniert und mit allen großen Smart-Home-Plattformen harmoniert. Nanoleaf und Wiz leuchten aber viel heller. Meross bietet zum günstigsten Preis ebenfalls ein starkes Paket. Die Strips von Innr punkten mit einer hohen Zahl an Lichtquellen, die mit einer schön gleichmäßigen Ausleuchtung zu einer behaglichen Atmosphäre beitragen.
Möglicherweise geben aber nicht einzelne Funktionen, sondern das Zusammenspiel mit dem eigenen Smart Home den Ausschlag. Innr lässt sich wegen des verwendeten Zigbee-Standards leicht mit der Philips-Hue-Bridge koppel. Dagegen lassen sich Cololight, Meross und Wiz ohne Funkbrücke ins WLAN einbinden. Die Modelle von Nanoleaf und Onvis eignen sich am besten für Apple-Nutzer, die mit HomeKit-Hardware das gesamte Funktionspotenzial herauskitzeln. Der neue zu Matter kompatible Nanoleaf-Streifen steht auch anderen Plattformen offen.
Modelle von Govee sind dank RGBIC-Technik vorrangig für die gleichzeitige Darstellung unterschiedlicher Farben interessant. Dank voreingestellter Szenen lassen sich stimmungsvolle Effekte erzielen und dank zahlreicher Animationen sorgen die LED-Streifen auch für Partystimmung.
Trotz der relativ teuren Preise, die man für Leuchtmittel von Philips Hue bezahlen muss, spricht für diese Plattform seine Reife, die sich nicht nur in der Bandbreite von Lichtlösungen zeigt, sondern auch in einer hohen Qualität der Produkte und der Interoperabilität zu anderen Smart-Home-Lösungen. Allerdings kann man als Anwender auf günstigere, aber kompatible Lösungen wie die von Innr ausweichen, die sich dank der nahtlosen Integration ins Hue-System, wie ein Original verhalten.
Wer andere Leuchtmittel sucht, findet in den Artikeln Hue & Co: 5 Zigbee-LED-RGBs mit E27-Sockel im Vergleich und Vergleich: 6 smarte RGB-Leuchtmittel von billig bis Hue sowie Von 15 Euro bis Hue: sechs smarte RGB-Lampen mit E14-Sockel im Vergleich nützliche Informationen. Und Ambilight-Nachrüst-Sets stellen wir im Ratgeber Ambilight nachrüsten: Smartes Licht für TV und Monitor ab 30 Euro vor.
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