Lukasz beschäftigt sich seit über 15 Jahren als Redakteur mit Smartphones, Apps, Gadgets und Content-Marketing. Seit 2021 arbeitet er für Heise Medien und ist derzeit leitender Redakteur bei Heise Bestenlisten. Der studierte Historiker aus Tübingen begeistert sich sonst für Fitness, Fußball, Fotografie sowie basslastige Musik.
Großer Spaß mit kleinen Brummis: Wer sich schon immer mal als Trucker versuchen wollte, sollte über einen ferngesteuerten LKW nachdenken. TechStage zeigt, worauf es beim Kauf ankommt und wie sich die RC-Modelle unterscheiden.
Lastwagen üben als „Könige der Straße“ seit jeher eine Faszination aus. Wer sich einmal als LKW-Fahrer zu Hause ausprobieren möchte, kann zum ferngesteuerten Lastwagen im Kleinformat greifen. Nachdem wir bereits RC-Bagger (Ratgeber), RC-Offroader (Ratgeber) und flotte RC-Buggys (Ratgeber) ausprobiert haben, widmen wir uns jetzt ferngesteuerten Trucks. Wir zeigen, welche RC-LKW es gibt, worauf Käufer achten sollten und was diese kosten. In erster Linie gehen wir auf fertige RTR-Modelle („Ready to run“) ein, das Thema RC-Bausatz behandeln wir nur am Rand.
Ferngesteuerte Fertigmodelle von Lastwagen gibt es in vielen Größen, vom winzigen Taschenformat hin zum lebensechten Truck im Maßstab 1:12. Die Preise reichen von knapp 9 Euro bei winzigen Fertigmodellen aus Kunststoff hin zu über 200 Euro für einen großen RC-Truck aus Metall im Maßstab 1:18. Ein kompletter Kippsattelaufleger von Siku mit Zugmaschine liegt schon bei etwa 450 Euro. Das Angebot reicht hier von LKW mit Flachbett-Auflieger hin zu Feuerwehrfahrzeugen, Müllwagen, Sattelzugmaschinen oder Trucks für die Baustelle wie Betonmischer, Kipplaster und Schwerlastkräne. Zu den beliebtesten Vorbildern aus dem echten Leben gehört der Mercedes-Benz Actros und Mercedes-Benz Arocs.
Was die Bausätze von RC-Trucks angeht, ist die Auswahl etwas größer. So gibt es einen Bausatz von Tamyia für den Unimog im Maßstab von 1:10. Einfache Bausätze für Kinder gibt es ab 20 Euro. Deutlich gefragter größere Bausätze für Hobby-Bastler. Hier finden sich RC-LKW und Sattelzüge mit originalgetreuen Nachbildung von Volvo, MAN, Scania oder Mercedes-Benz bei Herstellern wie Tamiya, Carson oder Jamara für Preise von über 500 Euro. Am gängigsten ist der Maßstab 1:14, es gibt zudem viele Modelle in 1:18 und 1:20. In diesem Ratgeber fokussieren wir uns aber auf fertige RTR-Modelle.
Bei preiswerten Modellen finden sich noch Fernsteuerungen, die auf zwei Kanälen mit 27 MHz oder 40 MHz funken. Dieser technische Standard ist mittlerweile veraltet. Diese Frequenzen haben den Nachteil, dass sie anfälliger sind für Störungen, insbesondere wenn ein RC-Fahrzeug in der Nähe ist, das im gleichen Frequenzband funkt. Die Reichweite ist zudem geringer. Wir empfehlen deshalb, nach Möglichkeit eine Fernsteuerung mit 2,4 GHz zu wählen. RC-Modelle von Jamara oder Amewi mit dieser Frequenz gibt es bereits ab 25 Euro. Unter den günstigen Spielzeug-Trucks sind teilweise auch Infrarot-Fernsteuerungen vertreten. Diese reagieren träge und haben nur eine kurze Reichweite. Bei hellem Sonnenschein verweigern diese Sender ganz den Dienst. Wir raten davon ab.
Preiswerte RC-Fertigmodelle setzen auf einfache Elektromotoren mit Bürstenmotor sowie Zweiradantrieb an der hinteren Achse. Leistungsstarke Brushless-Motoren wie bei schnellen RC-Buggys (Ratgeber) sind selten anzutreffen. Hochwertige Trucks bieten zudem eine Proportionalsteuerung für die Lenkung und das Gas. Das bedeutet: Betätigt man die Lenkung leicht, schlagen die Räder nur minimal ein. So sollte das auch sein, denn nur so sind präzise Lenkmanöver möglich.
Die nächste Frage, die sich stellt: Akku oder Batterie? Bei preiswerten RC-Trucks in kleinerem Maßstab von 1:20 bis 1:34 finden sich viele Modelle, die über AA-Batterien betrieben werden. Das bietet den Vorteil, dass man direkt loslegen kann, sofern Batterien zur Hand sind. Sind die Energiequellen leer, kann man sie direkt durch neue austauschen. Bei Spielzeugen, die sich vorwiegend an Kinder richten, kommen schwächere Elektromotoren zum Einsatz. Hier reichen die Batterien aus. Für die Fernsteuerung muss man in der Regel zwei AA-Batterien einplanen, beim LKW kommen je nach Modell etwa vier AA-Batterien zum Einsatz. Wer batteriebetriebene RC-Autos nutzt, sollte aus Gründen der Nachhaltigkeit aber auf wiederaufladbare Batterien setzen.
Für einen stärkeren Motor bedarf es aber schon eines richtigen Akkus mit genügend Kapazität, damit der Fahrspaß nicht zu schnell vorbei ist. Bei größeren Modellen ist das meistens der Fall. Ab 30 Euro finden sich schon RC-LKW im Maßstab 1:16 mit eigenem Akku, diesen lädt man in der Regel über ein USB-Ladekabel auf. Viele RC-Trucks sorgen für eine realistische Soundkulisse inklusive des Geräuschs eines wuchtigen Dieselmotors oder der Warntöne beim Rückwärtsfahren. Abgerundet wird das realistische Gefühl durch LED-Leuchten.
Spannend sind die Spezialfunktionen der verschiedenen Fahrzeuge. So können einige Sattelzüge ihre Stützen ausfahren, um die Zugmaschine vom Auflieger abzukoppeln. Bei einem Kipplaster besteht in der Regel die Möglichkeit, die Ladefläche ferngesteuert abzukippen. Die Betonmischer sind oftmals in der Lage, die Mischtrommel zu drehen. Manchmal gibt es auch einen Demo-Modus, der auf Knopfdruck automatisch alle Funktionen präsentiert.
Ein Sattelzug ist der Inbegriff dessen, wie man sich einen echten Truck vorstellt. Dieser besteht aus einem Lkw, meistens als Drei-Achs-Zugmaschine, sowie einem Sattelauflieger. Bereits ab 25 Euro bekommt man einfache RC-Spielzeugmodelle dieser Art – diese richten sich vorwiegend an Kinder.
Ausführlich getestet haben wir den RC Show Truck Mercedes-Benz Actros „Dino Express“ von Revell. Der ferngesteuerte LKW kostet mit dem Gutscheincode KWTEQVAPYN bei Voelkner derzeit etwa 45 Euro. Es handelt sich um einen Nachbildung des Mercedes-Benz Actros mit zwei Achsen sowie einem Sattelauflieger im Maßstab 1:32. Damit ist es ein vergleichsweise kompaktes Modell, mit einer Länge von 49 cm, einer Breite von 9 cm und einer Höhe von 13 cm. Die Fernsteuerung nutzt 2,4 GHz als Frequenz und benötigt zwei AA-Batterien. Als Stromquelle benötigt der Laster vier AA-Batterien. Damit erreicht das Fahrzeug laut Hersteller knapp 10 km/h – was eher als gemächlich einzuschätzen ist.
Sobald man das Fahrzeug aktiviert, ertönt der Sound des Dieselmotors. Diesen kann man leider nicht abstellen, sodass man mit der Geräuschkulisse leben muss. Anfangs wirkt das authentisch, nervt aber mit der Zeit. Sobald man losfährt, leuchten die Frontlichter auf. Beim Lenken blinkt jeweils der Scheinwerfer auf der Seite, in die man den Sattelzug steuert. Fährt man rückwärts, gehen die roten LED-Rückleuchten an – zudem ertönt ein Warnton, wie bei einem echten LKW. Nächstes Gimmick: Auf Knopfdruck fährt der Auflieger im Stehen zwei Stützen aus, danach ist die Zugmaschine vom Rest abgekoppelt. Ohne Anhänger fährt sich der MB Actros übrigens deutlich flotter.
Die Handhabung ist einfach, nicht umsonst gibt Revell das RC-Spielzeug für Kinder ab 8 Jahren frei. Die liebevolle Lackierung im Dinosaurier-Look sieht sehr schick aus und dürfte insbesondere die Jüngsten ansprechen. Mangels Proportionalsteuerung ist die Genauigkeit der Steuerung eher bescheiden. So fuhr der Lastwagen nie exakt geradeaus – eine Trimmung unter dem Chassis erlaubt hier zwar eine Feinabstimmung, wirklich präzise funktioniert das aber nicht. Einmal abgekoppelt ist es deshalb auch nicht so einfach, mit der Zugmaschine wieder an den Auflieger anzudocken. Dazu beschleunigt der Laster etwas zu ungestüm. Das Modell ist insgesamt ein guter Einstieg in die Welt der ferngesteuerten LKW und eignet sich ideal als Geschenk für Kinder. Ähnlich ausgestattete Modelle gibt es von Jamara.
Die Zugmaschine von Siku Control im Maßstab 1:32 ist einem Fahrzeug von Volvo nachempfunden. Sie ist allerdings mit 106 Euro deutlich teurerer, aber detaillierter. Deutlich größer ist der Jamara Tieflader als Nachbildung des Mercedes-Benz Arocs im Maßstab 1:20 für 80 Euro. Die Länge beträgt hier schon stolze 85 cm. Das Tempo ist mit nur 4 km/h aber sehr gemächlich. Als Antrieb dienen AA-Batterien.
Wer lieber ohne Auflieger unterwegs ist, findet RC-Modelle aus den Bereichen Stadtwerke, technisches Hilfswerk oder Militär. Ungewöhnlich ist etwa der US Army Truck von Revell Control im Maßstab 1:16 mit drei Achsen und Allradantrieb, der über eine ähnliche Geländetauglichkeit wie ein RC-Crawler (Ratgeber) verfügt.
Als Vorlage beliebt ist zudem der Müllwagen Mercedes-Benz Antos. Amewi, Jamara und Carson, aber auch Dickie Toys bieten solche Fahrzeuge ab knapp 70 Euro im Maßstab 1:20 oder 1:26 an. Es gibt zudem eine originalgetreue Nachbildung des Unimog im Maßstab 1:12. Dabei handelt es sich bei einem Preisen ab 160 Euro nicht mehr um ein Spielzeug, sondern eine detailgetreue Nachbildung für Sammler mit Hupe und Sound. Der im Lieferumfang enthaltene Akku erlaubt einen langen Fahrspaß von bis zu einer Stunde. Für eine hohe Präzision sorgt die Proportionalsteuerung.
Geht es um Nutzfahrzeuge, darf die Feuerwehr natürlich nicht fehlen. Das Angebot reicht hier von RC-Spielzeug von Simba Toys über originalgetreue Nachbildungen von Drehleiter-Fahrzeugen und Löschzügen im Maßstab 1:18 bis 1:24 von Mercedes-Benz oder MAN.
Fans von Baustellen greifen lieber zu einem Kipplaster oder Betonmischer. Beliebtes Vorbild ist erneut der Mercedes-Benz Arocs. Aber auch Fahrzeuge wie der Volvo A40G oder Muldenkipper von MAN finden sich bei Herstellern wie Jamara und Revell in den Maßstäben 1:28 bis 1:16 wieder. Originalgetreu wirken auch die Kipplaster von Amewi mit richtigem Akku und Allradantrieb. Diese sind ebenfalls dem Arocs von Mercedes nachempfunden. Das Modell aus Kunststoff kostet knapp 100 Euro, eine Variante aus Metall beginnt bei 200 Euro.
Jamara bietet den MB Arocs im Maßstab 1:20 ab 46 Euro zudem als Betonmischer und Schwerlastkran an. Es gibt auch eine Version mit Ladekran sowie einen Holztransporter von Carson. Dieser besitzt einen Greifarm sowie Akku und kostet im Maßstab 1:20 rund 45 Euro. Diese Lastwagen sind die ideale Ergänzung zu einem RC-Bagger für die eigene Miniatur-Baustelle. Mehr dazu erklären wir in den Ratgebern Ferngesteuerte Bagger und Radlader: Jetzt wird im Sandkasten gebaggert und RC-Nutzfahrzeuge: Ferngesteuerte Bagger, Kräne und Traktoren ab 10 Euro.
Wer es lieber handlich will, kann zu einem Mini-Modell eines LKW greifen. Ab 9 Euro bekommt man von Revell Control Nachbildungen von Nutzfahrzeugen für die Baustelle oder von der Feuerwehr. Dabei handelt es sich aber lediglich um kleine Spielzeugfahrzeuge mit Fernsteuerung im Band von 40 MHz oder 27 MHz ohne Proportionalsteuerung. Der LKW von Silverlit nutzt nur Infrarot zur Steuerung. Eher etwas für Sammler ist der Unimog von Carson.
Für Freunde des Modellbaus ist ein Bausatz eine mögliche Alternative. Eher für Kinder gedacht sind die Feuerwehr- und Nutzfahrzeuge von Revell Junior sowie Jamara First RC. Erwachsene können auf eine große Auswahl an Bausätzen von Tamiya von 130 Euro bis über 1000 Euro zurückgreifen. Das Angebot umfasst Zugmaschinen, Flachbett-Auflieger sowie Kipplaster.
Ferngesteuerte LKW bekommt man schon für 9 Euro. Bei den Mini-Modellen handelt es sich um einfaches Kinder-Spielzeug im Kompaktformat. Bereits ab 30 Euro bekommt man größere Lastwagen mit Anhänger oder als Kipplaster im Maßstab 1:32 bis 1:16. In dieser Preisklasse sind präzise Proportionalsteuerungen noch selten anzutreffen.
Für ansprechenden Fahrspaß sorgen auch bei günstigeren Modellen Motorengeräusche, LED-Lichter und bewegliche Elemente, wie kippbare Ladeflächen, Standfüße für den Auflieger, bewegliche Kräne oder eine rotierende Mischtrommeln. Ab knapp 45 Euro bekommt man schon maßstabsgerechte RC-Modelle mit Akku. Wer ein hochwertiges Fahrzeug aus Metall mit präziser Steuerung wünscht, muss schon knapp 200 Euro ausgeben. Bei hochwertigen RC-Bausätzen reicht die Preisspanne bis über 1000 Euro.
Wer auf große, ferngesteuerte Fahrzeuge steht, sollte sich auch unsere Ratgeber Ferngesteuerte Bagger und Radlader: Jetzt wird im Sandkasten gebaggert sowie Die größten RC-Autos: Buggy, Monster Truck oder Rennwagen ansehen. Für Offroad-Fans bietet sich zudem der Beitrag Ferngesteuerte Crawler: Robuste RC-Geländeautos ab 30 Euro an.
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